Triathlon: Ironman Brünink ist Teil der deutschen Festspiele auf Hawaii

Münster -

Drei Deutsche auf dem Siegerpodest, Jan Frodeno als großer Star der Szene – der Ironman Hawaii war am Sonntag klar in schwarzrotgoldener Hand. Unter den 188 Startern aus der Bundesrepublik war auch Johannes Brünink von W+F Münster.

Von Ulrich Schaper
Auf dem Highway brillierte Johannes Brünink mit seiner Zeitfahrmaschine trotz schwieriger Bedingungen.
Auf dem Highway brillierte Johannes Brünink mit seiner Zeitfahrmaschine trotz schwieriger Bedingungen. Foto: WN/privat

In Sachen Formalbildung ist Johannes Brünink nichts vorzuwerfen. Der Mann hat Abitur, ist studierter Ingenieur und schaut wahrscheinlich die eine oder andere Serie auf Englisch. Da fliegt er aber nun 11 910 Kilometer nach Hawaii und überall spricht man nur, genau: Deutsch.

Zumindest war das am Sonntag beim Treffen der weltbesten Triathleten auf der Insel Big Island so. In der Wechselzone, auf der Strecke und natürlich: auf dem Siegerpodest des legendären Ironman Hawaii . Das dort drei Deutsche gestanden haben, gab es zuletzt 1997.

Bei der Titelverteidigung von Jan Frodeno landete Brünink auf Rang 677 (10:21:29 Stunden). Wahrlich keine schlechte Platzierung bei 2316 Finishern (darunter 188 Deutsche). „Auch wenn der Traum von einer Zielzeit von unter zehn Stunden nicht in Erfüllung gegangen ist, bin ich mit dem Rennen super happy. Ich habe es hinbekommen, nicht voll einzubrechen – und Spaß hat es auch gemacht.“

Das große Duell Frodeno gegen Sebastian Kienle beschäftigte auch Brünink. Sofort nach dem Zieleinlauf erkundigte er sich nach dem Ausgang des Rennens. „Ihr habt fünf in den Top Ten“, war die Antwort. „Wahnsinn“, findet der 46-Jährige. „Das war schon ein großes Thema vor Ort. Ich glaube, die Amerikaner waren etwas geknickt, dass keiner von ihren Jungs um den Sieg mitkämpfen konnte. Die haben uns trotzdem unglaublich angefeuert, überall bekam man Gratulationen.“ Anerkennung gab es von allen Seiten auch für den Newcomer Patrick Lange, der Mark Allens Laufstreckenrekord aus dem Jahr 1989 knackte (2:39,45 Stunden). „Viele bewundern Patrick für diese Leistung fast genauso wie den Sieger“, so Brünink.

Er selbst, der für W+F Münster startet, kam mit den schwierigen Bedingungen auf der Pazifik-Insel sehr gut zurecht. Um 6.55 Uhr, als die Sonne sich über der Bucht von Kailua-Kona erhob, fiel für den 46-Jährigen der Startschuss, dann ging es für ihn und die anderen Age-Grouper (Altersklasse 45 bis 49) hinaus aufs offene Meer. Ein bisschen Wellengang erschwerte das Rennen über die 3,86 Kilometer lange Strecke, nach 1:07,17 Stunden wechselte Brünink auf das Rad. „Die Bedingungen wurden zunehmend schwieriger, der Wind frischte auf, so dass man wirklich viel Kraft benötigte.“ In seiner Parade-Disziplin brannte der Ausdauerkönner eine Zeit von 5:15,33 Stunden (Schnitt von 34,28 Stundenkilometern) in den Asphalt. Den abschließenden Marathon absolvierte er in 3:51,21 Stunden. „Die Zeit ist okay. Mehr war an dem Tag einfach nicht drin. Schon nach fünf Kilometern kochte mein Kopf und ich musste wirklich aufpassen.“

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