Fußball: Hallen-Stadtmeisterschaften SC Münster 08 ist unterm Dach eine Macht in der Stadt

Münster -

Das kann sich sehen lassen. In den drei ältesten Nachwuchsklassen gewann der SC Münster 08 den Stadtmeistertitel in der Halle. Das Rezept dafür ist einfach: Jeder Trainer darf so anleiten, wie er will. Qualität durch Freheit also.

Von Uwe Niemeyer
Erfolgshungrige Nullachter: In der Halle war Jubel an der Tagesordnung. Die U 19, U 17 und U 15 (hier im Bild) krönten sich zum Stadtmeister, die U 13 zum Vize.
Erfolgshungrige Nullachter: In der Halle war Jubel an der Tagesordnung. Die U 19, U 17 und U 15 (hier im Bild) krönten sich zum Stadtmeister, die U 13 zum Vize. Foto: wh/pl (2)

Der SC Münster 08 muss sich keine Sorgen um den Nachwuchs machen, steht vielmehr vor rosigen Zeiten. Ganz gewiss ist er im Bereich der Stadt Münster führend.

Ein Eindruck jedenfalls, den die Hallensaison vermittelt. Die U 19, U 17 und U 15 (letztere schon zum siebten Mal) krönten sich zum Stadtmeister, die U 13 wurde erst im Finale gestoppt. Auch Rang drei der U 11 bei den städtischen Titelkämpfen gehört in die Erfolgsbilanz. Hallenspezialisten also? Zufall oder Berechnung? Auf alle Fälle eine außergewöhnliche Leistung.

„In der Halle ist alles perfekt gelaufen. Vier Mal Finale ist schon etwas Besonderes“, ordnet Jens Dietrich die Bilanz ein. Von einer besonderen Strategie will er nichts wissen. Der Jugend-Abteilungsleiter, der gemeinsam mit Ehefrau Natalie und Jan-Niklas Tegtmeier für die U 13 und die jüngste Finalteilnahme verantwortlich zeichnet, weiß, wovon er spricht. Seit 20 Jahren mischt er im Jugendbereich des SC 08 mit.

„Jeder Trainer ist für sich verantwortlich, hat kaum Vorgaben. Er kann frei arbeiten, ohne Druck“, wagt Dietrich einen Versuch, die Frage nach einem Erfolgsrezept zu beantworten. Ein anderer ist, dass der SC 08 im Winter bewusst auf die Halle setzt. Einheiten auf dem Parkett schulen nicht zuletzt die Technik. Dass sich sommers wie winters die Übungsleiter mindestens zwei Mal in der Woche über den Weg laufen, stärkt das Wir-Gefühl und das Betriebsklima. Das gilt bei rund 500 Nachwuchskickern für den Leistungs- und den Breitensportbereich: „Das Miteinander unter den Trainern ist enorm wichtig. So gönnt jeder dem anderen den Erfolg.“ Und davon gab es gerade einige.

Ganz von ungefähr kommt es nicht. Schließlich spielen die vier Finalteilnehmer überkreislich. Die U 19 und U 15 in der Landes-, die U 17 in der Westfalen- und die U 13 in der Bezirksliga. Das bringt gewisse Qualität mit sich. „Sicher hat sich da einiges entwickelt. Wir gucken aber auch über das Vereinsgelände hinaus, verstärken die Mannschaften punktuell,“ gesteht Dietrich.

Für die kommende Saison ist das für den ältesten Jahrgang nicht notwendig. „Für die U 19 benötigen wir keinen neuen Spieler. Einige bleiben, andere rücken aus der U 17 von Julian Wiedenhöft nach,“ verweist der 35-Jährige fast auf einen Luxus. Von der aktuellen A-Jugend könnte auch der Seniorenbereich (erneut) profitieren. „Vor dieser Saison haben sechs Spieler den Sprung in den Kader der Ersten geschafft. Dieses Mal bieten sich wieder mehrere Kandidaten an“, sagt Dietrich. Allen voran Leon Wäntig, der mit 17 Treffern in der A-Junioren-Landesliga die Torschützenliste anführt. Er kam vom VfL Wolbeck über den SC Preußen zum SC 08. Henry Adiran beendete am vergangenen Sonntag die „Stadtis“ der U 13 als Top-Torjäger. Beispiele, dass den SC 08 wohl keine Nachwuchssorgen plagen.

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