Volleyball: Damen-Bundesliga Gebeutelter USC verliert zu Hause gegen Neuling Straubing mit 0:3

Münster -

Krankheiten und Verletzungen trugen dazu bei, dass der USC Münster im Heimspiel gegen Nawaro Straubing sein Potenzial nie abrufen konnte und mit 0:3 verlor. Dennoch war das allein keine Ausrede, denn in zu vielen Bereichen auf dem Platz traten Mängel zu Tage.

Von Thomas Rellmann
Ein Bild, das die Verhältnisse gut beschreibt: Straubings Brasilianerin Wivian Gadelha de Souza schmettert am USC-Block, hier bestehend aus Andrea Lakovic, vorbei.
Ein Bild, das die Verhältnisse gut beschreibt: Straubings Brasilianerin Wivian Gadelha de Souza schmettert am USC-Block, hier bestehend aus Andrea Lakovic, vorbei. Foto: Jürgen Peperhowe

Spiele gegen Nawaro Straubing stehen für den USC Münster unter einem denkbar schlechten Stern. Das Hinspiel, als beide Zuspielerinnen verletzt waren, verlor der Bundesligist im Oktober mit 0:3. Und am Sonntag folgte nach zwei von personellen Rückschlägen gekennzeichneten Wochen zu Hause noch mal das gleiche Resultat. „Für diesen Gegner kommt es gegen uns immer zu einer glücklichen Konstellation“, sagte Trainer Andreas Vollmer. Allein auf die Ausfälle wollte er die Pleite aber nicht schieben. „Ich habe uns schon mehr zugetraut. Aber wir haben die Dinge nicht konstant durchgezogen, waren im Aufschlag viel schwächer als sonst und hatten auch in der Annahme keine gute Quote.“

0:3 (22:25, 20:25, 22:25) nach 78 Minuten – da konnte das Fazit nur schlecht ausfallen, zumal der Gast bis dato auswärts nie gewonnen hatte. „Auch ohne einige Leistungsträger könnte es gegen Straubing zum Sieg reichen“, sagte Kapitänin Leonie Schwertmann. Sie hatte wie Sarah Petrausch bis Samstag krank im Bett gelegen. Michala Kvapilova (Knieprobleme) war nur dosiert belastbar, Ines Bathen (Sprunggelenksblessur) und Ashley Benson, deren Knie wieder mal Sorgen macht, saßen nur auf der Tribüne.

Sie sahen Alisha Ossowski in der Startformation und erstmals dort auch Spitzentalent Hanna Orthmann. Die 17-Jährige spielte mutig auf, wurde am Ende als wertvollste Akteurin ausgezeichnet. „Das war schon gut so, auch wenn es ein paar Fehler zu viel waren“, sagte Vollmer und rechnete ihr eine 13:12-Bilanz aus.

Angriffe weniger präzise

Zunächst passte ihr Zusammenspiel mit Regisseurin Amanda Sa. 5:1, 9:5 und 16:13 führte der USC, ließ den Gegner aber immer wieder herankommen. Im Laufe des Durchgangs wurden die Angriffe unpräziser und weniger wuchtig. Die Annahme und die Abwehr hatten ohne Bathen große Schwierigkeiten. Die bereitete dem Gastgeber zudem der Nawaro-Block mit Wivian Gadelha de Souza und der früheren Nationalspielerin Laura Weihenmaier. Die routinierte Corina Ssuschke-Voigt war gar nicht dabei, doch auch so verwandelte Anna Carolyna Gianlorenco den zweiten Satzball. „Wir haben keine Sicherheit reinbekommen, außerdem fehlte die Wettkampfhärte nach der langen Pause“, meinte Vollmer.

Er sah sich in Durchgang zwei bestätigt. Zwar machte sein Team aus einem 0:4 und 3:7 ein 9:7, doch erneut drehte der Neuling auf und zog von 11:12 auf 17:12 weg. Die Vorentscheidung – Mira Helmrich vollendete einen Satz, in dem der USC viele rätselhafte Fehler machte, am Netz chronisch unterlegen war. Dazu wurde die Abwehr noch wackliger, und trotz der Einwechslung der guten Zuspielerin Irina Kemmsies war da zu wenig Dampf in den Offensivaktionen. „Fehlendes Selbstvertrauen, mangelnde Entschlossenheit“, analysierte Schwertmann die Mängel.

Kurzer Puffer

Der dritte Abschnitt blieb lange eng, jedoch auf dünnerem Niveau. Der Puffer beim 11:8 für Münster war nur von kurzer Dauer. Aber erst beim 20:22 geriet der Gastgeber mit mehr als einem Zähler in Rückstand. Orthmanns Service ins Netz beendete die Partie schließlich. „Zwölf Eigenfehler allein in diesem Satz“, stöhnte Vollmer. „Aber das Genick gebrochen hat uns vorher der Aufschlag.“

Die zweite Heimpleite der Saison hatte schon ihre Spuren hinterlassen. In der Tabelle steht nur noch Platz sieben zu Buche. Die ungewisse personelle Lage könnte die Mannschaft noch eine Weile begleiten.

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