Fußball: 3. Liga
Steffen ist da – Preußen setzen alles auf Horst

Münster -

Jetzt ist er auch wirklich angekommen in Münster. Der neue Preußen-Trainer ist da. Horst Steffen, verpflichtet am Heiligabend, stellte sich am Sonntag offiziell vor und bat seine neue Mannschaft danach gleich zur ersten Einheit. Mit ihm ist die Zuversicht nach Münster zurückgekehrt, so der Eindruck.

Sonntag, 03.01.2016, 18:20 Uhr aktualisiert: 03.01.2016, 18:31 Uhr
Horst Steffen im Blickpunkt als Neuer (2.v.r.) bei der offiziellen Präsentation zwischen Sportvorstand Carsten Gockel (l.), Präsident Georg Krimphove und Hauptsponsor Thomas Bäumer (r.). Foto: Jürgen Peperhowe

Eigentlich sah man nur fröhliche, strahlende Gesichter. Oben auf dem Podium war die Stimmung richtig gut, fast schon gelöst. Preußen-Präsident Georg Krimphove stellte den neuen Coach Horst Steffen vor, flankiert von Sportvorstand Carsten Gockel und Aufsichtsratsboss Thomas Bäumer.

Normalerweise ist die Laune bei solchen Anlässen eine ganz andere, mit hängenden Gesichtszügen und todernsten Mienen. So läuft das sonst: Einen Tag zuvor wurde der Trainer entlassen, ein, zwei Tage später der Neue vorgestellt, dann nach weiteren 48 Stunden ruft der Punktspiel-Alltag, Krisenbewältigung im Eiltempo. Das war dieses Mal beim SCP anders. Aufbruchstimmung.

RE-LIVE

Trainervorstellung und Trainingsauftakt 2016 bei Preußen Münster: Der Liveticker zum Nachlesen

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Das ist der neue Trainer des SC Preußen Münster

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  • Horst Steffen

    Horst Steffen

    Foto: Jürgen Peperhowe
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  • Das ist der neue Trainer des SC Preußen Münster Foto: Jürgen Peperhowe
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  • Das ist der neue Trainer des SC Preußen Münster Foto: Jürgen Peperhowe
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„Das ist eine freudige Botschaft“, erklärte Krimphove, blickte nach links und meinte die Verpflichtung des 46 Jahre alten Fußballlehrers Steffen. Der grinste, so viel Vorschusslorbeer tat gut. Nach dem letzten Auftritt 2015 Mitte Dezember hatte der Clubchef Ralf Loose noch beurlauben müssen, fünf Tage vor dem Fest.

Am Montag vor Weihnachten wurde Kontakt zu Steffen aufgenommen, kurz vor der Christmette der Vertrag in Kaarst unterschrieben. „Das erste Gespräch am Montag lief so, dass ich mir gleich vorstellen konnte, nach Münster zu gehen. Die Überzeugung für die Preußen war schnell da“, fasste der im November bei den Stuttgarter Kickers freigestellte Steffen die Vorweihnachtszeit zusammen. Der Rest ging ganz schnell, unter dem Baum saß er bereits als SCP-Coach.

Steffen im Kurzporträt

Geboren: 3. März 1969 in Krefeld – Familienstand: verheiratet, vier Kinder – Vereine als Spieler: Bayer Uerdingen, Borussia Mönchengladbach, MSV Duisburg – Vereine als Trainer: SC Kapellen-Erft, MSV Duisburg U 23, MSV Duisburg U 19, Borussia Mönchengladbach U 19, Stuttgarter Kickers. – Vertrag in Münster: bis 30. Juni 2017 – Erfolge: Deutscher Meister A-Jugend mit Uerdingen, Landesliga-Meister mit Kapellen-Erft, 10 U-21-Länderspiele, 80 Drittliga-Partien als Coach in Stuttgart.

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Offensiv und witzig agierte Steffen auch am Sonntag bei der Präsentation. Er beanwortete wirklich jede Frage, auch die wenig Fußball-affine nach dem Filmzitat „Alles auf Horst.“ Die Antwort kam prompt. „Bang Boom Bang.“ Horst hier, Horst da, Horst überall, so lautete der Kanon des ersten Arbeitstages, „Bang Boom Bang“ soll in der Meisterschaft folgen. Und der 46-Jährige durfte auch von seinem Präsidenten angetan gewesen sein, der nicht wirklich an der Druckzufuhr hantierte.

Die offizielle Vorgabe Krimphoves war für unschultbarer Ballast: „Wir wollen die Trendwende schaffen, erwarten dabei keine Wunder. Zu Hause soll die Mannschaft wieder schönen Fußball zeigen. Schön wäre es, wenn wir bis zum Ende oben dranbleiben würden.“ Bäumer wurde da schon deutlicher: „Alles ist möglich. Vielleicht können wir mal eine geile Rückrunde spielen.“ Platz vier und der DFB-Pokal sind greifbar, Rang drei und zwei nicht unerreichbar, das nur am Rande.

Steffen schaute nach rechts, dann nach links, und versprach dann allen Anwesenden: „Ich werde alles Erdenkliche dafür tun, dass die Preußen attraktiven und schönen Fußball spielen.“ Um dann noch, als er nach seinem ersten Eindruck per Videoanalyse und Faktenstudium am Schreibtisch sagte: „Die Mannschaft hat das Potenzial, oben dran zu bleiben. Wie viel Entwicklung aber noch möglich ist, das weiß ich aktuell nicht.“

Und was ist mit neuen Spielern, mit Winter-Transfers? „Nein, da sind wir uns relativ einig, dass wir das mit dem aktuellen Kader hinbekommen“, sagte Steffen. Damit dürfte auch ein Wechsel von Daniel Engelbrecht, der bei den Stuttgarter Kickers aufs Abstellgleis geschoben wurde, vom Tisch sein. Dass der beim SC Paderborn suspendierte Stürmer Mahir Saglik ein Thema wird, ist nahezu ausgeschlossen.

Gockel betonte erneut, dass daran – also Transfers – nicht gedacht sei, und außerdem habe bislang kein Akteur Wechselabsichten kundgetan. Am Montag fliegt der SCP-Tross ins Trainingslager nach Estepona. Gockel sieht darin eine großen Vorteil: „Wir haben nach dem Trainerwechsel eine tolle Situation für die Vorbereitung hinbekommen. Jetzt beginnt gleich eine ganz wichtige Woche für die Mannschaft.“ Ein wenig hörte sich das Neustart und Stunde null an.

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