Der Informationsabend zur Fusion der Ochtruper Fußballvereine Ochtrups Fußball-Zukunft auf dem Prüfstand

Ochtrup -

Das Thema „Fusion“ wird in der Ochtruper Fußball-Landschaft heiß diskutiert. Rund 400 Interessierte kamen am Freitagabend in die Stadthalle, um sich zu informieren. Dabei erhielten die Anwesenden wichtige Einblicke über den Stand der Dinge und die Sichtweisen der Vereine.

Von Marc Brenzel
Sehr gut besucht war die Informationsveranstaltung. Rund 400 Interessierte kamen in die Stadthalle. FCL-Vorsitzender Markus Bender (kl. Foto) zeigte an, dass er eine Fusion aller vier Ochtruper Vereine favorisieren würde.
Sehr gut besucht war die Informationsveranstaltung. Rund 400 Interessierte kamen in die Stadthalle. FCL-Vorsitzender Markus Bender (kl. Foto) zeigte an, dass er eine Fusion aller vier Ochtruper Vereine favorisieren würde. Foto: Anne Spill/Marc Brenzel

Peter Oeinck war überwältigt. Rund 400 Interessierte fanden sich am Freitagabend in der Stadthalle ein, um sich ein Bild über den Stand der Fusionsgespräche im Ochtruper Fußball zu machen. Mit dieser Resonanz hatte der Abteilungsleiter der SCA-Fußballer, der zusammen Markus Bender (Vorsitzender FC Lau-Brechte) eingeladen hatte, nicht gerechnet.

In einem detaillierten Vortrag klärten Oeinck und Bender die Anwesenden auf. Sie stellten den Anlass, die Vor- und Nachteile sowie die Perspektiven einer Fusion, den Status der aktuellen Bemühungen und sogar schon mögliche Vereinsstrukturen eines neuen Clubs vor.

Unterstützung bei der Ausarbeitung bekamen sie von Karin Schulze Kersting, die für den Landessportbund (LSB) seit 15 Jahren Vereinen bei ihren Fusionsbemühungen unter die Arme greift. Schulze Kersting erklärte: „Die Tendenzen gehen klar zu Fusionen, die Demografie schlägt schließlich überall zu. Fusionen haben nichts damit zu tun, aus zwei Toten einen halbwegs Funktionierenden zu machen. In Ochtrup haben wir es mit gut aufgestellten Vereinen zu tun.“

Bürgermeister Kai Hutzenlaub sagte den Vereinen die Unterstützung bei ihren Überlegungen zur Fusion zu und begrüßte deren Bemühungen, die Strukturen zu verändern. Die Verwaltungsspitze betonte allerdings auch, dass Sportstättenplanungen und Fusionsgespräche nicht in einen Topf geworfen werden dürften. „Diese Themen bedingen sich nicht, und sie sind nicht voneinander abhängig. Rat und Verwaltung entwickeln auch ohne Fusionsüberlegungen die Sportstätten weiter.“

Bezug nahm Hutzenlaub auch kurz auf eine mögliche neue Sportstätte am Witthagen, über die seit geraumer Zeit spekuliert wird. „Die Überlegungen eines Investors aus Ochtrup, am Witthagen eine private Event-, Veranstaltungs- und Sportanlage zu errichten, lassen sich eventuell mit den Überlegungen der Stadt verbinden, bisher genutzte Sportanlagen zu verlagern.“ Ob und wie eine gemeinsame Umsetzung zu realisieren sei, hinge aber nicht unerheblich von weiteren Untersuchungen und Begutachtungen ab.

Während sich die Führungsebenen der Arminia-Fußballer und des FC Lau-Brechte offen zu einer Fusion bekennen, sind die Verantwortlichen des FC Schwarz-Weiß Weiner zurückhaltender. „Ich kann die Notwendigkeit zu fusionieren, absolut nachvollziehen, und der FC Schwarz-Weiß Weiner ist auch nicht grundsätzlich gegen eine Vereinigung. Allerdings gibt es aus unserer Sicht noch einige wichtige offene Fragen“, positionierte sich Weiner-Vertreter Norbert Jansen in de Wal. „Wir haben auf unserem Gelände Sachwerte in einem Volumen von 80 000 bis 100 000 Euro. Was passiert damit, wenn wir in einen Fusionsverein gehen. Diese Eigentumsverhältnisse müssen geklärt werden. So lange es dafür keine Lösungen gibt, kann ich hier und heute kein Vereinsmitglied dazu ermutigen, einer Fusion zuzustimmen.“

Beim vierten Ochtruper Verein, der SpVgg Langenhorst/Welbergen, steht eine Entscheidung unmittelbar bevor. Im Rahmen der Generalversammlung am Freitag (12. März) sollen die Mitglieder in geheimer Wahl über weitere Schritte entscheiden. „Wenn sich eine Mehrheit dafür ausspricht, die Fusion zu verfolgen, machen wir das. Ansonsten ist das Thema für uns vom Tisch“, betonte der Vorsitzende Alfred Holtmann.

Welche Entwicklungen die nächsten Wochen auch bringen würden, die Tür für eine Fusion sei weiter für jeden offen, der mitmachen wolle, stellte Oeinck klar. Und Bender ergänzte: „Ich hoffe immer noch, dass es nicht nur zu einer Fusion zweier Vereine kommt. Es wäre schön, wenn wir auch künftig mit unseren bisherigen Partnern zusammenarbeiten könnten.“

Bei den abschließenden Wortmeldungen und Nachfragen der Anwesenden kamen vorwiegend Befürworter einer Fusion zu Wort. Sie äußerten sich besorgt über den Status Quo und hoben die Dringlichkeit eines Zusammengehens hervor. Alte Animositäten sollten doch längst der Vergangenheit angehören. Der ehemalige Vorsitzender des SCA-Fußballer, Oliver Bülter, bezog am klarsten Stellung. „Die früheren Kämpfe bis auf das Blut darf es nicht mehr geben. „Wir sind doch eine Stadt. Daher möchte ich zur Fusion auffordern.“

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