E-Sport: Galaxy Steinfurt
E-Soccer wird beim FC Galaxy Steinfurt eine immer größere Nummer

BurgSteinfurt -

Im April hat der FC Galaxy Steinfurt eine E-Sport-Abteilung ins Leben gerufen. Die boomt, wie Vorsitzender Ali Pish Been erklärt. Unter anderem spielt sogar ein Nationalspieler aus Österreich für die Stemmerter.

Mittwoch, 17.10.2018, 15:30 Uhr aktualisiert: 17.10.2018, 18:09 Uhr
E-Soccer spielt beim FC Galaxy Steinfurt eine immer größere werdende Rolle. Die Abteilung wächst ständig, mittlerweile spielt sogar ein Nationalspieler aus Österreich für die Steinfurter. Foto: Galaxy Steinfurt

Ist E-Soccer, der Fußball an der Spielkonsole, nun eine Sportart oder nicht? Darüber scheiden sich die Geister. Der Deutsche Fußballbund (DFB) und seine Landesverbände haben sich diesbezüglich jetzt positioniert. E-Soccer wird von den Funktionären demnach nicht als Konkurrenz zum „normalen“ Sportangebot betrachtet, sondern als Ergänzung zum realen Fußball.

Diese Stellungnahme war für Ali Pish Been längst überfällig. „Wenn zum Beispiel Schach als Sport anerkannt wird, dann muss das E-Soccer auch“, findet der Vorsitzende des FC Galaxy Steinfurt. Parallel zum „regulären“ Fußball, den die Steinfurter im Männer-, Frauen und Jugendbereich anbieten, hat der FCG im April eine E-Sports-Abteilung ins Leben gerufen. Gezockt wird ausschließlich FIFA 19, die weltweit beliebteste Fußballsimulation. Pish Been ist Abteilungsleiter, Trainer und Spieler in Personalunion.

Dem 30-Jährigen schwebte zum Start des Pilotprojekts vor: „Wir werden versuchen, die neuen Mitglieder, die keinen Bezug zum Sportplatz haben, für den richtigen Fußball zu begeistern.“ Die gewünschten Synergieeffekte traten nicht ein. Zu spezialisiert scheinen Gamer und Fußballer zu sein.

Pascal Andrade und Rafael Santos Carreira aus dem B-Liga-Kader seien zwar vielversprechende Onlinespieler, aber eben noch nicht so gut wie die „klassischen“ Konsolenkicker. Auf der anderen Seite sei auch nur ein Akteur aus dem E-Soccer-Team der „Galaktischen“ mal zum Probetraining der „echten“ Fußballer erschienen.

Pish Been war im Frühjahr noch nicht klar, wie groß das Interesse sein wird. Mittlerweile hat er einen besseren Eindruck: „Acht von zehn E-Mails, die ich in meiner Funktion als Galaxy-Vorsitzender bekomme, drehen sich um E-Sports. Nur zwei um Fußball. Es ist einfach unglaublich, wie viel Potenzial in dieser Sache steckt.“

35 Mitglieder gehören der Abteilung an, 22 zählen zum Kader der E-Soccer-Mannschaft. Die ist in sechs parallel zueinander laufenden Ligen am Start. Dabei treten die „Galaktischen“ im Spielmodus „Pro Club“ an. Hier steuert nicht ein Akteur alleine eine ganze Mannschaft, sondern elf Aktive bekleiden jeweils eine Position. Pish Been ist zum Beispiel der „Zehner“ und weist eine Spielstärke von 90 auf. „Das entspricht in etwa der Leistungsstärke eines Kevin de Bruyne“, schmunzelt der Galaxy-Vorsitzende.

Die im Ligabetrieb anfallenden Aufgaben teilt sich Pish Been mit dem Warendorfer Besnik Bojku und dem Österreicher Mustafa Sagirogullari. Der Alpenländer, der sogar schon für die E-Sports-Nationalelf seines Landes aktiv war, fand über das Internet den Weg zum FC Galaxy. Zwei Schweizer verstärken das Team, das sich ansonsten aus Spielern aus NRW und vereinzelt aus Gamern aus dem übrigen Bundesgebiet rekrutiert. In Steinfurt gäbe es eben nicht so viele gute E-Sportler, begründet Pish Been das große Einzugsgebiet.

„Wir wollen das Maximale rausholen und gehen die Sache erfolgsorientiert an“, wünscht sich der Galaxy-Boss mehr als die bislang zwei erreichten Aufstiege. Dass der DFB über die Schaffung eines Ligasystems nachdenkt, um den Deutschen E-Soccer-Meister zu küren, dürfte Motivation genug sein. Bevor der Verband in den elektronischen Sport einsteigt, dürfte es aber noch dauern. Denn für diesen Schritt ist eine Satzungsänderung nötig. Die nächste Chance dazu bietet sich erst im Herbst 2019 beim DFB-Bundestag in Frankfurt.

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