Triathlon: Challenge Geraardsbergen
Daniel Kosakowski hat die Muur nicht umgeworfen

Horstmar -

Die Flandern-Rundfahrt ist unter Radsportfans vor allem durch eine ganz bestimmte „Muur“ bekannt. Dass es in der Stadt dieser Mauer auch einen Triathlon gibt, dürften die wenigsten wissen. Daniel Kosakowski aus Horstmar kennt ihn ganz genau.

Montag, 24.06.2019, 17:00 Uhr
Geschafft! Daniel Kosakowski präsentiert ein wenig ausgezehrt nach den Anstrengungen seine Medaille von der Challenge Geraardsbergen. Foto: privat

Die Muur van Geraardsbergen, das bekannteste Teilstück der Flandern-Rundfahrt, ist zwar nur 475 Meter lang und weist im Durchschnitt 9,3 Prozent Steigung auf, zwingt an seiner steilsten Stelle, jener berühmten Linkskurve, jedoch manch normalen Radfahrer zum Verlassen seines Sportgeräts, weil er die Kurbel einfach nicht mehr rumkriegt. Kein Wunder, bei 20 Prozent Steigung.

Daniel Kosakowski jedenfalls hat die „Mauer“ nicht umgeschmissen. „Ich habe die beiden Nächte vorher zwar nicht gut geschlafen, weil ich natürlich immer daran denken musste, ob ich da auch wirklich hochkomme. Aber ich habe es ohne abzusteigen geschafft“, sagt der ehemalige Fußballer von Germania Horstmar. Dabei hatte er sich im Vorfeld nicht einmal ein größeres Ritzel fürs Hinterrad besorgt. Mit welcher Übersetzung er den Berg angehen würde, wusste er vorher nicht einmal. Als er auf Nachfrage der WN nachgeschaut hat, kannte er seine Übersetzung: „Vorne die beiden Kettenblätter haben 52 und 36 Zähne, hinten die Ritzel elf bis 28.“

Doch die Mauer, die immerhin zwei Mal gefahren werden musste, war nicht das einzige Hindernis, dass der Triathlet von Marathon Steinfurt bei der Challenge Geraardsbergen zu bewältigen hatte. 1,9 Kilometer Schwimmen und ein Halbmarathon gehörten ebenfalls zum Mitteldistanz-Wettkampf dieser offenen belgischen Meisterschaften.

700 Teilnehmer waren am Start, darunter ein großes Feld an Profis, die weniger als Kosakowskis 5:09 Stunden (33:27 min., 2:49 std., 1:41 std.) benötigten. „Ich wäre gerne unter fünf Stunden geblieben, hatte aber Probleme mit der Achillessehne“, erzählt der Horstmarer von einem Relikt aus früheren Fußballerzeiten.

Die Frage „warum tut man sich das an?“ beantwortet der 45-Jährige mit dem oft Zitierten „einmal im Leben muss man so etwas auch mal gemacht haben. Ich kannte die Gegend ja nur von den Radsport-Klassikern aus dem Fernsehen. Die Kollegen im Verein haben oft von ihren Wettkämpfen in Roth oder Hamburg erzählt, und die lokalen Wettbewerbe im Triathlon habe ich ja alle schon abgegrast“, reizten Torfmoorsee und Harsewinkel nicht mehr so richtig. Es sollte schon etwas Besonderes sein.

Also Belgien, wo es bekanntlich nicht nur die „Mauer“ dieser 33 000 Einwohner zählenden Stadt gibt. „Das Schwimmen war noch das angenehmste der drei Disziplinen. Die Straßenverhältnisse in und um Geraardsbergen sind alles andere als gut. Man kommt sich vor wie auf den früheren DDR-Autobahnen. Da rappelt und klappert das ganze Rad. Ich habe schon auf den ersten Kilometern der Radstrecke jede Menge Flaschen, teilweise mit Halter auf dem Boden liegen sehen“, hätte sich der Sportler von Marathon Steinfurt komplett mit neuem Material eindecken können.

Natürlich kamen bei dem Horstmarer zwischenzeitlich auch die üblichen Zweifel über die Sinnhaftigkeit seines qualvollen Tuns auf, doch die Begeisterung der Zuschauer am Streckenrand und der Stolz, es geschafft zu haben, ließen die Strapazen in den Hintergrund treten – auch wenn er das Laufen „eher moderat“ als zügig angehen lassen musste. Die Achillessehne zwickte halt immer mal wieder, und ein Halbmarathon auf Kopfsteinpflaster ist auch nicht gerade die Lieblingsbeschäftigung eines Triathleten.

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