Laufen: Marathon/Steinhart500 Gottfried Schäfers: Mit 80 Jahren noch über Stock und Stein

Altenberge/Steinfurt -

Gottfried Schäfers liebt das Laufen. 204 Marathons hat der Altenberger schon unter die Sohlen genommen. Am Donnerstag feiert Schäfers seinen 80. Geburtstag. Angestoßen wird mit Wasser, denn am Sonntag hat er noch was Wichtiges vor – die Teilnahme am Steinhart500.

Von Günter Saborowski
Gottfried Schäfers hat seinen ersten Marathon 1986 in Steinfurt gelaufen. Am Sonntag startet der Altenberger wieder in der Kreisstadt – und zwar beim Steinhart500.
Gottfried Schäfers hat seinen ersten Marathon 1986 in Steinfurt gelaufen. Am Sonntag startet der Altenberger wieder in der Kreisstadt – und zwar beim Steinhart500. Foto: Andrea Michael

Sechs Steine vom Steinhart500 besitzt er schon, an diesem Sonntag soll der siebte hinzu kommen. „Dann kann ich anfangen zu bauen“, witzelt Gottfried Schäfers gut gelaunt.

Der Altenberger kommt gerade vom morgendlichen Lauftraining nach Hause – ein Ritual, das ihn fit hält für seine – sagen wir mal – in seinem Alter doch recht ungewöhnliche Leidenschaft. Der ehemalige Beamte der Stadt Münster ist Marathonläufer. Und das noch mit 80 Jahren, die er an diesem Donnerstag feiert. Am Sonntag nimmt er anlässlich dieses Geburtstages am Steinhart500 in Burgsteinfurt teil.

Allerdings nicht zum ersten Mal – siehe oben –, dennoch ist diese Teilnahme eine ganz besondere für ihn: „Ich habe meinen ersten Marathon 1986 in Steinfurt absolviert. Das bot sich so an, weil es direkt vor der Haustür war“, so Schäfers. Seitdem hat er 204 Marathons „auf dem Buckel“ und über 1000 Wettkämpfe in ganz Deutschland unter seine Sohlen genommen. „Da waren auch Zehntausender und Halbmarathons dabei“, sagt der Mann, der vor 32 Jahren mit Laufen begonnen hat.

Zehn Marathons sollten es in jedem Jahr werden – was nicht immer geklappt hat, unter anderem aus Verletzungsgründen. Seinen schnellsten hat er 1990 hinter sich gebracht. In 2:57 Stunden hat Schäfers erstmalig die Drei-Stundengrenze geknackt. „Aber ich bin langsamer geworden. Meinen letzten bin ich in Münster in 4:20 Stunden gelaufen. Und der ist mir schwer gefallen, weil ich vorher verletzt war und lange nicht trainieren konnte“, sagt der Rentner, der auch in Steinfurt nur eine Runde, also 14 Kilometer, laufen will.

Überhaupt Steinfurt: Seit seinem ersten dort, 1986, hat sich einiges in Sachen Marathon verändert in der Kreisstadt. „Mein erster war dieser Landschaftslauf, wo man drei Runden drehte. Dann kam der mit den beiden Ortsteilen. Den fand ich weniger gut. Aber die Umstellung jetzt, wo man durch den Wald läuft, finde ich klasse. Vor allem auch, dass man je nach Tagesform seine Strecke wählen kann“, passt ihm das Flex-Ticket gut in den Plan.

Ein Muskelabriss im hinteren Oberschenkelbereich hatte ihn im vorigen Jahr in die Knie gezwungen. Der wurde erst spät und zuletzt nur durch eine MRT-Analyse festgestellt. Im Januar dieses Jahres, bei der Hammer Serie, konnte Schäfers wieder in sein Laufprogramm einsteigen. So richtig fit scheint er aber noch nicht zu sein.

Seit seinem Debüt in Steinfurt 1986 hat der Altenberger mittlerweile an allen möglichen Marathons auf der Welt seine Duftmarke hinterlassen. Ob in der Wüste, in New York an seinem 50. Geburtstag oder im griechischen Athen – Schäfers war dabei. Mittlerweile gehört er zum Club 100 Marathon Deutschland.

Aber bevor er am Sonntag den Steinhart in Angriff nimmt, feiert er in Altenberge seinen Geburtstag. „Das machen wir schon am Samstag mit einem gemeinsamen Frühstück, dann haben wir den Sonntag zum Laufen frei“, sagt Schäfers. Und wohl auch gänzlich ohne Kater, denn „das sind fast alles Läufer, die zu meinem Geburtstag kommen. Da wird kein Bier getrunken.“ Dabei sind Kohlenhydrate doch gerade gut für Läufer.

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Ich bin langsamer geworden. Meinen letzten Marathon bin ich in Münster in 4:20 Stunden gelaufen.

Gottfried Schäfers

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