Basketball/Handball: Rückgang nicht zu übersehen Unparteiische fehlen auch in den Hallen

Kreis Steinfurt -

Nicht nur bei den Fußball-Schiedsrichtern sorgt man sich um den Nachwuchs. Auch bei den Hand- und Basketballern beklagen die Verantwortlichen Engpässe. Wobei die Kriterien, wie viel Referees jeder Verein abzustellen hat, höchst unterschiedlich sind.

Von Marc Brenzel
Auch beim Handball wird nach neuen Schiedsrichtern Ausschau gehalten.
Auch beim Handball wird nach neuen Schiedsrichtern Ausschau gehalten. Foto: dpa

Der akute Schiedsrichtermangel ist kein Alleinstellungsmerkmal der Fußballer. Auch die Funktionäre andere populärer Teamsportarten beklagen personelle Engpässe.

Ines Mangels, Vorsitzende des Basketballkreises Münster, weiß: „Wir brauchen dringend Nachwuchs. Wenn es nicht einige Leute geben würde, die bis zu sechs Partien pro Wochenende leiten, hätten wir noch größere Probleme, alle Spiele zu besetzten.“

Der Deutsche Basketballbund ist jüngst dazu übergegangen, die Ausbildung zu modifizieren. Mittlerweile können sich Anwärter über ein E-Learning-Toll das nötige Fachwissen im Internet aneignen, bevor bei einem Präsenztag die Prüfung abgenommen wird.

Im Vergleich zu anderen Kreisen im Westdeutschen Verband sei der Kreis Münster noch „relativ gut“ aufgestellt, aber es gibt „auf jeden Fall noch viel Luft nach oben“, erklärt Mangels. Folglich können längst nicht mehr zu allen Punktspielen zwei Unparteiischen geschickt werden.

Im Kreis Münster, dem auch die Clubs aus Ochtrup, Emsdetten, Gronau und Rheine angehören, gibt es folgende Regel: So viele Heimspiele ein Verein mit allen Teams in einer Saison ausrichtet, für so viele Spiele muss er auch einen Schiri stellen. Wird die Zahl unterschritten, wird eine Strafe fällig, im Umkehrfall gibt es eine Zuwendung.

Während die Fußballer bei ihrer Schiedsrichter-Ausbildung zu „Blockseminaren“ übergegangen sind, vertrauen die Handballer auf ein Modell mit sechs bis sieben Lehrabenden und einem Prüfungstag. 42 neue Spielleiter kamen in diesem Jahr dazu. „Allerdings haben wir auch 40 Abgänge zu verzeichnen“, rechnet Matthias Heeke gegen. Der Gronauer ist der Schiedsrichterwart des Handballkreises Euregio-Münsterland.

186 Unparteiische sind in den hiesigen Hallen unterwegs. Das wirkt gegenüber den 120 Kollegen vom Fußball viel, doch die Handballer pfeifen in der Regel im Gespann. Für Heeke steht daher fest: „Auch bei uns herrscht Mangel. Gerade in der Altersklasse der 25- bis 40-Jährigen.“

Kann ein Verein sein Schiedsrichtersoll nicht zu mindestens 70 Prozent erfüllen, wird er zur Kasse gebeten. Bleibt er drei Jahre hintereinander unter dieser Grenze, wird die höchstspielende Mannschaft mit Punktabzügen bestraft. „Das kann im Zweifelsfall sogar über Auf- und Abstiege entscheiden“, weiß Heeke um die Konsequenzen.

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