Sprtschützen: Schießsportfreunde
Von Lederjacken und Kleinkalibern

Greven -

Auf die passende Ausrüstung – und viel Konzentration – kommt es an, wenn man Erfolge im Schießsport feiern will.

Mittwoch, 11.09.2019, 20:00 Uhr aktualisiert: 15.09.2019, 20:04 Uhr
Anlegen, zielen und schießen - ganz so einfach, wie es sich sagen lässt, ist der perfekte Schuss nicht. Das musste auch Zeitungs-Mitarbeiter Luca Pals einsehen.

Die Waffe schmiegt sich an, trotz ihrer leichten drei Kilogramm wackelt sie ein wenig in der Hand. Es wird wohl an der ungeübten Haltung liegen, denn: Bei Dieter Busjan, Sportleiter bei den Schieß-Sportfreunden aus Greven, sieht das Prozedere viel gelassener aus. Klar: Er ist ein geübter Schütze, mit 67 Jahren darf er sogar im Sitzen schießen.

Davon kann ich nur träumen: Nachladen, Gewehr auflegen, durch den Diopter schauen und das Ziel anvisieren. Mein Zeigefinger der rechten Hand berührt nur ganz leicht den Abzug – und schon wird der Schuss mit 78 Bar Druck ausgelöst: Der war daneben. Aber – zu meiner eigenen Verteidigung – nach dem dritten Schuss klappt es dann auch: Voll ins Schwarze.

Um das auf Wettkämpfen in schöner Regelmäßigkeit zu schaffen, braucht es zweierlei Dinge: Einerseits ein gutes Händchen und viel Erfahrung, andererseits eine gute Ausrüstung. Diesbezüglich standen Dieter Busjan und Helga Berning Rede und Antwort. Kinder und Jugendliche im Verein besäßen keine eigenen Waffen, das fange erst bei „18 Jahren aufwärts“ an, so der erfahrene Sportschütze Dieter Busjan. Er holt sein eigenes Luftgewehr (Kostenpunkt etwa 2 500 Euro) hervor. Mit fünf Kilogramm Gewicht liegt es voll in der Norm. Berning berichtet: „Bei Wettkämpfen darf die 5,5-Kilogramm-Marke nicht überschritten werden.“ Beim Abschuss mit Busjans Gewehr werden – wie berichtet – 78 bar Druck freigesetzt, mit Schallgeschwindigkeit wird die Patrone Richtung Zielscheibe abgefeuert – für das menschliche Auge kaum zu sehen. Außerdem können die Blenden am Diopter mit unterschiedlichen Farben eingestellt werden. Busjan: „Auf Wettkämpfen müssen in 40 Minuten 30 Schuss abgefeuert werden. Bei dieser Konzentration ist es gut, wenn sich das Auge wohl fühlt.“

Für den perfekten Schuss muss eben alles sitzen. Wichtig: Der Diopter muss natürlich auch auf einer Höhe mit dem Korntunnel sein, das Gewehr muss auf Brusthöhe aufgelegt sein. Der Experte empfiehlt vor dem Schuss „drei- bis viermal tief ein- und auszuatmen.“

Ab einem Alter von 65 Jahren dürfen Schützen auch auf Hockern im Sitzen schießen, dabei das Gewehr ablegen. Auch wichtig: Waffen müssen nach dem Gebrauch immer gesichert werden, nach Wettkämpfen werden sie in genormten Schränken aufbewahrt. Für die Kleinkaliberwaffen des Vereins brauche man allerdings gesonderte Normen.

Neben der Waffe müsse auf die Schuhe geachtet werden (Kosten: 250 bis 300 Euro). Diese sollten einen festen Stand haben, die Schießjacken sind aus Leder (500 bis 600 Euro). Der Handschuh ebenfalls (etwa 100 Euro). Im Fachhandel, der nächste sei in Münster, könnten diese Sachen besorgt werden. Berning: „Das holt man sich alles mit der Zeit. Für die jungen im Verein haben wir erstmal genug Ausrüstung.“ Und: „Man sollte sich immer beraten lassen und nicht aus dem Internet kaufen. Jeder Schütze braucht seine individuelle Ausrüstung“, berichtet Berning.

Für den Sport selber kann sie nur lobende Worte finden: „Man braucht zum Schießen eine gute Konzentration. Und das bis ins höchste Alter“, berichtet sie und verweist auf einige Mitglieder, die bereits die 80 Jahre geknackt haben und auf Wettkämpfen trotzdem noch aus erster Reihe schießen würden. Außerdem sei die Gemeinschaft im Verein gut. Busjan ergänzt: „Man kann sich gegenseitig messen. Schießen hält geistig und körperlich fit.“

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