Fußball: 25. Pfingstcup bei Greven 09
Als wären sie nie weg gewesen

Greven -

Wie sagt das alte Sprichwort? Jedem Comeback wohnt ein Jubiläum inne. Okay, oder so ähnlich. Ist aber auch egal: Der Pfingstcup des SC Greven 09 ist jedenfalls nach einem Jahr Pause wieder da – und hat nix verlernt.

Sonntag, 09.06.2019, 21:00 Uhr aktualisiert: 11.06.2019, 16:18 Uhr
Gedoppelt hält besser: Dafür, dass die heiße Saisonphase für die allermeisten vorbei ist, ging‘s echt zur Sache. Aber kein Wunder, denn Pfingstcup-Sieger will natürlich jeder werden – erst recht bei der Jubiläumsausgabe, die zur erhofften Fußball-Party avancierte. Foto: Stefan Bamberg

Erinnern Sie sich noch an Goleo? Ja genau, 2006, unser Sommermärchen, schwarz-rot-geil und so: Dieser unproportionale Löwe, der stets in Begleitung seiner Freundin, einem sprechenden Ball namens Pille, durch die Stadien hüpfte – und so ganz ohne Hose irgendwie immer etwas rallig wirkte. Das kam in der Welt, die zu Gast bei Freunden war, nicht überall gut an.

Berri ist da ganz anders. Berri hat eine rund 200 Kilometer lange Anreise über die A2 hinter sich, ein dickes Fell mit einer Edeka-Werbung und vor allem einen sehr lässigen Hüftschwung – zu dessen Präsentation er am Sonntagnachmittag völlig zu Recht Anlass sieht: Sein TSV Berenbostel nimmt da nämlich den Pokal in der E-Jugend-Konkurrenz entgegen. Und dann schwoft‘s los, das niedersächsische Tanzbär-Maskottchen. Berri ist einer der Stars beim Pfingstcup 2019 – der nach einem Jahr Pause endlich sein Comeback feiert. Und zugleich auch noch ein Jubiläum: Das Kult-Turnier des SC Greven 09 wird 25.

Der zweite Star? Ist eindeutig das Team. „Ach, da kommen wir bestimmt auf 100 Leute, die hier irgendwo mit anpacken“, schätzt Frank Rüschenschulte. Der Chef aller Würstchengriller, Slush-Eis-Macher, Siegerehrung-Showmaster, Tische-Schlepper, Frühstück-Kredenzer und Co. erlebt ein Event, das während seiner Mini-Auszeit gar nix verlernt hat.

Als wären sie nie weg gewesen – das gilt natürlich auch für die Fußball-Romantiker, die hier in großer Zahl aufkreuzen: „Wenn ich die Wahl hab zwischen Bundesliga und dem hier – ich bleib‘ auf jeden Fall hier“, meint zum Beispiel Lokalsport-Legende Theo Große Wöstmann, der seinen Enkeln zuschaut. Und den anderen Gimbter Jungs aus der Nullneun-E4: Gabriel Grujic, Filius des BG-Cheftrainers Dragan, dribbelt sich da gerade durch: Ballannahme, Körpertäuschung, Abschluss – drin! Quasi eine Bewegung, ü-ber-ra-gend! Und Papa Grujic guckt, ob auch jemand geguckt hat.

Herrlich, wir sehen hier einfach nur Fußball: Ein originär simples, fröhliches Spiel, das ja inzwischen leider selbst in den Amateurklassen immer öfter von Schmieren-Komödien auf dem Rasen und Entscheidungen an grünen Tischen heimgesucht wird – die 41 Teams in der Schöneflieth zeigen diesen wundervollen Sport so, wie er ursprünglich wohl mal gedacht war. Und schießen dabei 599 Tore.

Wer weiß, ob das 600. vielleicht einem der vier Jungs aus Lübeck geglückt wäre, wenn die sich auf der Bank nicht vornehmlich auf ihre Star-Wars-Karten konzentriert hätten: Fußball spielen Ihr sollt, findet ihr Trainer.

Zuletzt bleibt noch zu sagen, dass die Gastgeber auch deshalb gute sind, da sie sich aus dem Gröbsten für gewöhnlich raushalten: Nur die 09-C1 gewinnt den Cup, sonst ist bei Platz drei (für die E4 und C2) Schluss.

Ach ja, und Berri – falls Du das hier liest: Komm‘ wieder in 2020! Bitte, bitte, bitte!

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