Handball: Landesliga der Frauen
Bis die Funken sprühen

Greven -

Nach einer Saison mit Höhen und Tiefen erklärt Bogdan Oana, wie die Handballerinnen des SC Greven 09 die Kurve gekriegt haben. Außerdem verrät der Trainer im Gespräch mit Heidrun Riese, warum die Stimmung in der Mannschaft ein entscheidender Erfolgsfaktor ist.

Donnerstag, 06.06.2019, 00:00 Uhr aktualisiert: 06.06.2019, 12:50 Uhr
Bogdan Oana in seinem Element. In der abgelaufenen Saison hat der Trainer des SC Greven 09 mit seinen Damen viel erlebt. Foto: Heidrun Riese

Es war eine Saison mit Höhen und Tiefen für die Landesliga-Handballerinnen des SC Greven 09. Letztlich platzierte sich die Mannschaft um Bogdan Oana wieder im oberen Mittelfeld, landete mit 26:18 Punkten auf dem fünften Rang. Im Interview mit WN-Mitarbeiterin Heidrun Riese blickt der Trainer auf die Spielzeit 2018/19 zurück.

Ihr habt einen tollen Start hingelegt und hattet dann einen Hänger, habt am Ende aber noch mal fleißig Punkte gesammelt. Wie habt ihr wieder die Kurve gekriegt?

Bogdan Oana: Mit dem klassischen Rezept, Krisenbesprechung und -analyse. Wir haben überlegt, was wir brauchen und was wir besser machen können. Ganz wichtig war die Motivation – die Lust darauf, endlich mal wieder zu gewinnen. Roxel war im Februar der passende Gegner. Wenn wir gegen diese Mannschaft antreten, haben die Mädels immer besonders viel Bock. Sie haben dann auch ein richtig gutes Spiel abgeliefert und einen 25:16-Sieg geholt. Der war der Katalysator. Durch ihn haben wir gemerkt, dass wir immer noch Spiele gewinnen können und was die richtigen Zutaten für einen Sieg sind.

Was war für Dich der Tiefpunkt in dieser Saison?

Bogdan Oana: Es ging mit der 30:35-Niederlage in Sassenberg vor Weihnachten los. Die haben wir aber noch nicht als großes Drama gesehen, immerhin war unser Gegner damals Tabellenerster. Aber daraus hat sich dann eine Negativserie entwickelt. Wir waren nach dem guten Saisonstart wohl einfach zu entspannt und dachten, dass das alles Selbstläufer sein würden. Aber dann haben wir noch gegen Wettringen verloren, das war schwer zu schlucken. Genau wie die Niederlagen gegen Ladbergen und Harsewinkel. Diese drei Spiele haben uns ganz schön runtergezogen.

Und in welchem Spiel hat Dir deine Mannschaft am besten gefallen?

Bogdan Oana: Da gibt es mehrere. Ich fand die Rückspiele gegen Roxel und Sassenberg richtig gut, weil die Mannschaft da besonders heiß auf die Punkte war. Sehr viel Spaß gemacht hat es auch, Wettringen im letzten Saisonspiel zu schlagen. Es war ein dreckiger Sieg, den wir erst in der letzten Sekunde klargemacht haben. Das war wirklich toll.

Was, glaubst du, hat bei euch über Erfolg oder Misserfolg entschieden?

Bogdan Oana: Ich denke, dass Euphorie eine wichtige Rolle spielt. Handball spielen können die Mädels. Sie kennen sich zum großen Teil auch schon lange und gut, wissen über die Stärken und Schwächen der anderen Bescheid. Wenn dann eine zusätzliche Motivation dazu kommt, wie bei den Spielen gegen Roxel, dann ticken sie einfach ein bisschen anders, im positiven Sinn.

Bist du mit dem fünften Platz zufrieden, oder hättest du lieber mehr erreicht?

Bogdan Oana: Ich hätte mich darüber gefreut, wenn wir Vierter geworden wären. Das wäre mein persönliches Ziel gewesen. Versmold, Sassenberg, Everswinkel stehen verdient über uns, aber ich hätte Borgholzhausen lieber unter uns gesehen. Wir haben das Hinspiel mit 33:27 gewonnen und das Rückspiel mit 16:27 verloren. Da wir am Ende punktgleich waren, zählte der direkte Vergleich. Wäre die Niederlage weniger deutlich ausgefallen, hätte es schon für den vierten Platz gereicht. Oder wir hätten eines der anderen Spiele nicht abgeben dürfen. Wenn es so knapp ist, ist es immer ärgerlich.

Kannst du die Saison aus deiner Sicht in aller Kürze zusammenfassen?

Bogdan Oana: Ich fand, dass wir unsere beste Hinrunde aller Zeiten gespielt haben, aber auch die schlechteste Rückrunde. Das war schon ein richtiger Kontrast. Aber die Hinrunde war wirklich fantastisch und hat unfassbar viel Spaß gemacht.

Wie soll es nach der Sommerpause weitergehen?

Bogdan Oana: Wir haben ganz dickes Fragezeichen: Nadja Quadflieg muss wegen ihres Studiums eventuell umziehen. Lenja Noetzel ist jetzt in den Seniorenbereich gewechselt. Trotzdem bräuchten wir noch eine weitere Torhüterin. Auch ein, zwei Feldspielerinnen dazu zu bekommen, wäre beruhigend. Es gibt schließlich immer mal wieder Ausfälle wegen Krankheit, Verletzung oder Urlaub. Das ist nicht zu unterschätzen: Wir sind mit 19 Spielerinnen in die Saison 2018/19 gestartet, hatten dann aber reichlich Spiele, in denen wir auf A-Jugendliche zurückgreifen mussten. Ich würde mich freuen, wenn sich die Zusammenarbeit in der neuen Saison fortsetzen würde. Wir haben eine wirklich talentierte A-Jugend und alle Spielerinnen sind eingeladen, bei unserem Training mitzumachen und bei den Spielen mit anzugreifen. Ansonsten wünsche ich mir, dass die Mannschaft so oft wie möglich brennt, so dass die Funken sprühen. Das sind die schönsten Momente, auch für mich als Trainer.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6668198?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686209%2F2686793%2F
Starker Anstieg der Mäusepopulation im Münsterland
Rötelmäuse wie diese übertragen das Hantavirus.
Nachrichten-Ticker