Fußball: Kreisliga A
„Bin schon sehr enttäuscht“

Greven -

Nach dem Abstieg ist vor dem Neuanfang. Bei den Fußballern der DJK hat mit Peter Talmann der Sportliche Leiter seinen Hut genommen, nachdem die Mission Klassenerhalt gescheitert ist. Nach der Niederlage in Albachten und dem Absturz in die Kreisliga B ist Talmann entsprechend enttäuscht, blickt aber insgesamt auf eine erfolgreiche Zeit bei DJK Blau-Weiß Greven zurück.

Montag, 03.06.2019, 17:00 Uhr aktualisiert: 04.06.2019, 12:06 Uhr
Geknickt war Peter Talmann nach dem Aus im Entscheidungsspiel. Der Sportliche Leiter zog daraus seine persönlichen Konsequenzen. Foto: Stefan Bamberg

Sie blamierten sich in der Hinrunde, berappelten sich im neuen Jahr – und stiegen in der sengenden Sonne von Albachten trotzdem ab. Die DJK Greven ist nach zwei Spielzeiten im kreislichen Oberhaus erst mal wieder B-Ligist. Und steht auch in der Führungsetage vor einem Umbruch: Peter Talmann hört zum 30. Juni nun auch als Sportlicher Leiter auf. Das scheidende DJK-Urgestein sprach am Tag nach dem bitteren Entscheidungsmatch gegen Eintracht Münster mit WN-Mitarbeiter Stefan Bamberg.

Wie haben Ihr Team und Sie den Samstagabend verbracht – ist das so ein Moment, in dem man sich am besten mal so richtig einen hinter die Binde kippt?

Peter Talmann: Vielleicht. Aber ich persönlich habe mich zurückgezogen und in Ruhe das Champions-League-Finale geguckt. Einige der Jungs saßen aber zusammen in der Soccerhalle und haben bestimmt den einen oder anderen mehr getrunken. Wir sind natürlich mega frustriert, das ist ja klar.

Braucht Lukas Funke nach dem verballerten Elfmeter besonderen Trost – zumal er vorher ja so stark gehalten hat?

Peter Talmann: Jeder verarbeitet sowas anders, aber das beschäftigt einen sicher ein paar Tage. Das muss man akzeptieren und möglichst schnell verdrängen.

Wenn wir in die Analyse übergehen: Lag der Hund tatsächlich nur in dem Entscheidungsspiel begraben – oder nicht eigentlich schon viel früher in der Saison?

Peter Talmann: Was das Spiel am Samstag betrifft, kann ich keinem einen Vorwurf machen. Das war vor allem kämpferisch top. Wir hätten es vergangenen Sonntag zu Hause klar machen müssen, so einfach ist das. Dann wäre uns das alles erspart geblieben. Und ein weiterer Faktor war sicherlich die grausame Hinrunde.

Sie sprechen es an: Ist diese chaotische Hinserie in der Saison-Analyse noch ein Thema?

Peter Talmann: Ich denke, darüber ist an sich schon genug geredet worden. Aber noch mal: Da ging es wirklich völlig daneben. Und da hinterfrage ich mich auch persönlich: War es richtig, Sven Klein als Trainer zu holen? Haben wir ihn nicht auch zu sehr im Regen stehen lassen, als es nicht lief? Das war einfach alles mehr als unglücklich. Dass wir nach alldem überhaupt noch eine Chance auf den Klassenerhalt bekommen würden, war ja noch im Februar überhaupt nicht zu erwarten.

Welche Auswirkungen hat der Abstieg auf die Personalplanungen für nächste Saison? Man hört ja, dass einige Spieler ihren Verbleib vom Klassenerhalt abhängig gemacht haben…

Peter Talmann: Es geht bei uns jetzt erst noch einmal weiter: An den nächsten beiden Dienstagen wird unser neuer Trainer Sven Hehl zwei Trainingseinheiten leiten und sich einen Überblick über die Mannschaft verschaffen. In Sachen Kader ist es so, dass Bernd Block bei der DJK bleiben wird. Lukas Funke wird eine ganz neue sportliche Herausforderung suchen, meinte aber noch am Samstag, dass er eigentlich nicht mit einem verschossenen Elfer gehen wollte. Einige Jungs aus der Zweiten möchten sich auch neu präsentieren. Wir werden sehen.

Gehen Sie und der Verein nach dieser turbulenten Saison im Guten auseinander – oder gab es Querelen?

Peter Talmann: Sicherlich gab und gibt es in einigen Dingen unterschiedliche Auffassungen. Und ich hätte mir auch gewünscht, dass das eine oder andere anders gelaufen wäre. Aber es war insgesamt eine gute Zeit und ich will nicht ausschließen, irgendwann noch mal hier tätig zu sein, wenn bestimmte Voraussetzungen gegeben sind. In der nächsten Hinrunde werde ich mir auch sicher das eine oder andere Spiel in Greven angucken – und zum Beispiel verfolgen, was „Bauer“ Averbeck bei Nullneun so macht. Ich höre nicht wegen bestehender Diskrepanzen auf – bin aber schon sehr enttäuscht.

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