Fußball: Kreisliga A
Das letzte Krawumm

Greven -

Die Hoffnungen der DJK Greven auf ein spätes Happy-End zerschellen an der Latte. Peter Talmanns Team verliert das Entscheidungsspiel gegen Eintracht Münster und steigt in die Kreisliga B ab. Nach zermürbenden 120 Minuten inklusive Elfmeterschießen auf neutralem Boden in Albachten.

Sonntag, 02.06.2019, 14:10 Uhr aktualisiert: 04.06.2019, 12:07 Uhr
Die DJK Greven ist wieder B-Ligist – da half all die grandiose Unterstützung aus der Heimat nix. In Albachten verloren die Talmänner das Entscheidungsmatch. Foto: Stefan Bamberg

Gute Musik sucht man auf Amateur-Fußballplätzen für gewöhnlich vergebens. Da geht es gerne mal um Cordula Grün oder gar um die Mutter von Niki Lauda. Auf der Hohen Geist in Albachten freilich sorgen sie in dieser Hinsicht für eine positive Ausnahme: ein Klassiker des Elektropops als Pausen-Unterhalter – offensichtlich sitzt da ein DJ alter Schule an der Anlage, mit Gespür für die Situation: „I just can‘t get enough, I just can‘t get enough!“, singen Depeche Mode. Wahre Worte. 33 Grad. Nicht ein einziger schattiger Quadratzentimeter. 120 Minuten Hitzeschlacht. Zwölf Elfmeter. Nein, sie kriegen offenbar alle nicht genug von dieser Saison. Die wir am Samstag um kurz vor 18 Uhr um das Wörtchen „Horror“ ergänzen können: Die DJK Greven unterliegt nach Penalty-Schießen mit 4:5 gegen Eintracht Münster – und muss nach zwei Kreisliga-A-Jahren wieder absteigen. Eine starke Rückrunde und Feuerwehrchef Peter Talmann konnten den sportlichen Kollaps doch nicht mehr verhindern.

Flasche leer: DJK steigt in die B-Liga ab

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Das Entscheidungsmatch auf neutraler Wiese: Es ist ein Zermürbungskampf, der einem schon beim Zugucken sämtliche Nerven raubt.

Und in dessen Rahmen es in den Strafräumen nur ganz selten mal so richtig brenzlig wird: ein schicker Fallrückzieher knapp drüber bei Münster (21.), ein parierter Nicolai-Lange-Schuss bei Greven (25.). Sonst? Normalerweise eine erste Halbzeit für die Schlafforschung – wäre es nicht so unglaublich spannend! Nur deswegen bleiben alle rund 250 Augenpaare auf dem Ball.

Und auf Lukas Wentker, dem inmitten dieses Risikovermeidungsgekickes plötzlich einer auf den Fuß fällt, nach einer Ecke schickt er die Murmel hoffnungsvoll in den Orbit, auf der Latte plumpst sie runter (64.), und Nachschuss – und Abseits!

Doch noch eine weitere Gelegenheit gibt’s, für Sebastian Häder, aussichtsreiche Position – aber schließlich der Abschluss Richtung „Lennis Eierhof“, der unweit des Stadions liegt. Was ist eigentlich das Gegenteil von kaltschnäuzig?

Andererseits: Wie soll man cool bleiben in diesem Glutofen? Bewundernswert, wie sich die Protagonisten durch die Affenhitze schleppen. Längst machen sich Krämpfe breit, Eintracht noch mal mit zwei, drei gefährlichen Standards – das war’s dann.

Und der blau-weiße Kriegsrat tagt, der eingewechselte Routinier Henning Stamm als Wortführer zwischen ollen Schwämmen und lauwarmen Wasserpullen. Flasche leer derweil auf dem Rasen – verständlicherweise, hier ist nix mehr zu holen. Doch da zieht Jonas Averbeck noch mal in den Strafraum (100.), fällt, der Schiri winkt ab – und Grevens Allrounder schaut fast flehend nach oben: Überlegen `Se sich das doch noch mal, guter Mann! Aber Daniel Graffe und sein Assistentengespann Jan Lakebrink/Christian Kemper sind wirklich ganz hervorragende Spielleiter – und haben auch das korrekt bewertet.

Ansonsten – das muss man so ehrlich sagen – ist in der Verlängerung die Eintracht das Team mit dem Fuß auf dem Gaspedal: Da muss erst Lukas Funke hexen (107.), dann fliegen noch einer haarscharf vorbei (112.), einer drüber (114.) – die DJK pfeift aus dem letzten Loch. Und Graffe zum Glück bald ab.

Also dann, Freunde: Elfmeterschießen in der Relegation – oder: der Moment, in dem Dorflegenden geboren werden! Wer muss sein Bier in Zukunft nie mehr selber bezahlen? Sowohl Funke als auch sein Gegenüber Onno Suntken haben Helden-Potenzial – denn beide sind erstklassige Linien-Keeper. Und Funke taucht ab. Und hält gegen Münsters Jan Brieger! Vorteil DJK!

Aber nun: Averbecks letzter Ballkontakt in blau-weiß: Er geht ja zu Nullneun und verabschiedet sich – mit einer Fahrkarte. Obwohl zwei Stunden lang eigentlich verschwindend wenig passiert ist, schreibt dieser Kick Geschichten für zehn Spiele.

Die nächste folgt sogleich: Alle je drei folgenden Kandidaten netzen – und dann kommt Lange als fünfter Grevener Schütze: ausgerechnet der Mann, der noch vor sechs Tagen einen entscheidenden Elfer in den sommerlichen Himmel jagte – jetzt trifft er aber sowas von souverän, Wahnsinn! Es gibt eben selbst in solchen vermeintlichen Schwarz-Weiß-Spielen nicht nur schwarz und weiß – sondern auch bei den Verlierern mitunter Gewinner.

Jedoch keine Zeit für derartige Küchen-Philosophie: Eintracht legt erneut vor, 5:4. Jetzt muss der nächste rein – und Funke ran! Torwart-Duell. Vier, fünf Schritte Anlauf – und ein lautes, letztes Krawumm. Sie ahnen es: Latte! Manch versenkter Elfer war schlechter geschossen als dieser. Aber halt versenkt.

Münster siegt zum zweiten Mal binnen sechs Tagen gegen die Talmänner – um die herum nun dutzende Klassenerhalt-Partygäste abzappeln. „Eintracht, Eintracht – wo die Werse einen Bogen macht!“, skandieren glückselige Fans. Die DJK macht ab sofort wohl eher einen Bogen um die Werse.

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