Fußball
Ein 1:4 für die ganze Welt

Greven -

Bei den Hallenturnieren der DJK hält die Technik immer mehr Einzug. In diesem Winter erfreuen sich die Teilnehmer und Zuschauer an einem neuen Service: Live-Ergebnisse.

Samstag, 05.01.2019, 00:00 Uhr aktualisiert: 08.01.2019, 14:00 Uhr
Wer bei den DJK-Turniere auf dem Laufenden bleiben will, muss nicht unbedingt in der Emssporthalle sitzen. Bei jedem Turnier gibt es einen Live-Ticker. Turnierleiter Thomas Scheffler-Talmann hatte die Idee dazu. Foto: Stefan Bamberg

Ehrlich, Boris Becker versteht absolut null von Technik. Aber jetzt hat schon seine Frau gesagt, sie müssten endlich ins Internet. Na, erinnern Sie sich noch an dieses Juwel der Fernsehwerbung aus den späten Neunzigern? Bobbele und sein größter Schockmoment seit Michael Stich bei Wimbledon 1991. Dann allerdings plötzlich die digitale Erleuchtung: „Ich bin drin! Das ist ja einfach!“ Okay, seine Gattin war bald danach trotzdem knatschig, was ja irgendwie auch mit „Ich-bin-drin“ zu tun hatte und neulich volljährig geworden ist. Aber das ist ein anderes Thema.

Kommen wir lieber endlich zum eigentlichen: Die DJK ist jetzt auch drin! Denn Turnierchef Thomas Scheffler-Talmann und seine Crew bringen erstmals alle blau-weißen Hallenturniere per Liveticker ins Netz. „Die Idee hatten wir schon seit ein paar Jahren“, sagt Scheffler-Talmann, nach eigenem Bekunden eher hobbymäßiger PC-Tüftler. Freilich: „So schwer ist es gar nicht, wenn man sich ein bisschen reingefuchst hat.“

Das Programm heißt „MeinTurnierplan“, kostet die DJK rund 100 Euro per anno, und ist speziell für blitzschnelle Ergebnisdienste entwickelt worden. Spielpläne erstellen (und kurzfristig ändern), Tore direkt vom Spielfeld in Omas Wohnzimmer bis hin zur Info, dass der Familien-Van vor der Halle falsch parkt und gleich abgeschleppt wird – alles kein Problem, eine halbwegs stabile Internetverbindung vorausgesetzt. Und die Fans sind mit wenigen Klicks, oder sogar kinderleicht mit QR-Code-Scanner live dabei. „Auch für den Schließdienst ist das abends praktisch“, zwinkert Scheffler-Talmann. „Der kann vorher nachgucken, ob wir wohl pünktlich fertig werden oder Verspätung haben.“

500, manchmal gar 700 Zugriffe zählt der eigens dafür eingestellte DJK-Bufdi per Strichliste (na gut: wohl eher ein automatischer Algorithmus) – viele davon mutmaßlich direkt von der Tribüne. Und: „Die Leute kommen sofort zu uns, wenn sie ein falsches Ergebnis entdecken“, berichtet der Projektleiter. Das gläserne Kampfgericht.

Osnabrücker SC gegen Grün-Weiß Wuppertal, D3-Junioren, Vorrunde – ein 1:4 für die ganze Welt. Und wohl ein allgemeiner Trend: Fußball 24/7 im Pay-TV. Pläne, jeden (wirklich jeden!) Amateur-Kick per Online-Livestream zu senden, mit fest installierten Kameras auf dem Stadiondach oder am Flutlichtmast. Chats, in denen sich Kreisliga-Spielstände so schnell verbreiten wie Läuse in der 2b. Längst Realität. Und möglicherweise überwiegend Informationen ohne einen Mehrwert.

Andererseits: „Die neuen Kanäle sind auch eine riesige Kontaktbörse“, weiß Scheffler-Talmann. Vor kurzem stutzte er, als ihn binnen weniger Stunden zwei Hände voll Turnieranmeldungen aus dem Ruhrgebiet erreichten – ein Betreuer hatte den Link zu den DJK-Cups in eine WhatsApp-Gruppe gepostet.

Doch auch im echten Leben macht der Service – der bis auf einen Absturz wegen Wartungsarbeiten beim Programmhersteller bisher reibungslos funktioniert – mächtig Eindruck: „Eine coole Sache“, findet zum Beispiel SCR-Jugendtrainer André Lenfort. Gleichwohl scheint sich Lenfort zu freuen, dass seine Jungs nebenbei, in den Spielpausen, auch noch Wandschießen zocken. Ganz altmodisch.

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