Tennis: TC RW Greven
Ein Hensmann kommt selten allein

Greven -

Das ist schon etwas ganz besonderes – und Zeichen für einen ganz speziellen Zusammenhalt: Die Grevener Familie Hensmann geht zusammen als Tennismannschaft für den TC RW Greven an den Start. Gleich sechs Familien-Mitglieder unterschiedlichen Alters greifen damit gemeinsam zum Schläger und sorgen damit sogar bundesweit für eine nahezu einmalige Konstellation.

Sonntag, 23.12.2018, 16:00 Uhr aktualisiert: 23.12.2018, 16:08 Uhr
Sechs Hensmänner vereint in einer Tennismannschaft: Das Familienteam geht in diesem Winter gemeinsam in der Bezirksklasse an den Start. Foto: Bernd Hensmann

Wenn diese sechs Herren zu Schläger und Filzball greifen, dann eint sie nicht nur die Begeisterung für den Tennissport. Ulrich, Peter, Bernd, Felix, Jonas und Max: Sie alle hören auf den Namen Hensmann. Mit ihrem Drei-Generationen-Team schlagen sie in diesem Winter für den TC Rot-Weiß in der Bezirksklasse auf. Mit viel Ehrgeiz, ebenso viel Herzblut, aber vor allem mit einem ausgeprägten Familiensinn.

Wegbereiter dieser ungewöhnlichen, ja möglicherweise sogar einzigartigen Konstellation, war Bernd Hensmann. Schon vor drei Jahren geisterte ihm die Idee durch den Kopf, zusammen mit seinem Bruder, seinem Vater und seinen drei Söhnen ein Team zu bilden.  Weil nun auch sein drei Jahre älterer Bruder Peter, der eigentlich in Emsdetten spielt, vor diesem Winter einschlug, war die Familienmannschaft komplett und der Weg frei für das Hensmann-Team.

Bernd Hensmann ist ein Urgestein der Grevener Tennisszene, schwingt er doch seit seinem zwölften Lebensjahr das Racket. „Ich bin ein Kind des Becker-Graf-Booms“, erinnert sich  der 48-Jährige an die  goldenen Zeiten des Tennis, in denen sich die Vereine kaum vor Ansturm retten konnten.

Das ist lange vorbei.  Nicht so die sportlichen Erfolge Hensmanns, der über viele Jahre so etwas wie der Motor im Herrentennis beim TC Rot-Weiß war und zu den besten Spielern im Verein zählte. Dass er es mittlerweile ruhiger angehen lässt, ist der beruflichen Belastung, aber auch dem Alter geschuldet. Wobei ruhiger nicht bedeutet, mit weniger Ehrgeiz zu Werke zu gehen. „Ich zehre davon, dass ich seit über 30 Jahren Tennis spiele und die nötige Erfahrung habe“, lässt er durchblicken, den Vergleich mit der teils deutlich jüngeren Konkurrenz nicht zu scheuen. Familienintern rangiert Bernd Hensmann  immerhin auf Position drei. Hinter Sohn Max, mit 18 Jahren das Küken im Drei-Generationen-Team, und Bruder  Peter (51), jedoch vor seinen beiden anderen Söhnen Felix (24) und Jonas (22).

Max Hensmann, die Nummer eins im Team, ist in sportlicher Hinsicht das Zugpferd der Mannschaft. „Er spielt zwei bis drei Klassen zu niedrig“, erklärt Vater Bernd, der seine drei Söhne  genauso mit der Begeisterung fürs Tennis infiziert hat, wie es vor Jahrzehnten seinem Vater mit ihm und seinem Bruder gelungen ist.

Ulrich Hensmann ist der Sechste im Bunde. Er komplettiert den ungewöhnlichen Zusammenschluss und ist mit seinen 80 Jahren der eindrucksvolle Beweis, dass der Tennissport keine Altersgrenze kennt. Bis zum Sommer dieses Jahres  schlug der Rentner noch im Verbandsligateam um Jost Langweg auf. „Es ist nicht selbstverständlich, noch mit 80 zu spielen, aber mein Vater verfügt über eine super Physis“, weiß Sohn Bernd. Er selbst zeigt sich beeindruckt von der Leistung seines Vaters: „Er rennt wie ein Verrückter jedem Ball hinterher.“

In dieser Winterrunde, in der das Team Hensmann für den TC Tot-Weiß in der Bezirksklasse aufschlägt, beschränken sich die Einsätze des Tennis-Oldies auf die Doppel-Spiele. „Wichtig ist, dass alle gesund bleiben“, betont der Sohn. Und, dass es Spaß macht. Die Begegnungen sind ein Familien-Happening, bei dem auch die Angehörigen gerne vorbei schauen. So wie Petra Hensmann, Ehefrau von Bernd. Sie ist ganz überdies Jugendwartin beim TC Rot-Weiß.

Zwei Spieltage liegen bereits hinter dem neu formierten Team, das es bei dieser einen gemeinsamen Wintersaison belassen will. Neben einer 0:6-Niederlage gegen den SV Mauritz Münster zeugt ein 3:3 gegen den TSC Münster davon, dass sich das Herrenteam sportlich nicht zu verstecken braucht. Vier Gelegenheiten, Punkte zu sammeln und für Staunen bei den Gegnern zu sorgen, bleiben ihnen im kommenden Jahr noch.

Allein allzu großer Ehrgeiz muss bei diesem Unterfangen zurückstehen.  „Uns geht es um das Gemeinschaftsgefühl“, erklärt Bernd Hensmann. So wie beim bevor stehenden Weihnachtsfest, das auch für das Hensmann-Team tennisfrei ist. Beisammen sein werden sie gleichwohl. Am ersten Feiertag. Jedoch ohne Schläger und Ball, dafür ganz klassisch im Kreis der Familie - versammelt um den Fondue-Topf.

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