Fußball: Aufstiegsrelegation Kreisliga B Schön hier – eigentlich

Beelen -

Wird das wieder nichts? In Beelen verloren die Fußballer von BG Gimbte mit 2:3 – jetzt rückt der Aufstieg in weite Ferne.

Von Stefan Bamberg
Ausgerechnet der Leistungsträger avancierte zum Pechvogel: Philipp Sprakel (r.) unterlief nach zwei Minuten ein furchtbares Eigentor in Beelen. Obwohl Sprakel selbst später noch traf, verlor BG Gimbte letztlich mit 2:3. Die Aufstiegschancen stehen damit schlecht.
Ausgerechnet der Leistungsträger avancierte zum Pechvogel: Philipp Sprakel (r.) unterlief nach zwei Minuten ein furchtbares Eigentor in Beelen. Obwohl Sprakel selbst später noch traf, verlor BG Gimbte letztlich mit 2:3. Die Aufstiegschancen stehen damit schlecht. Foto: Stefan Bamberg

Um zehn vor fünf stehen sie plötzlich schon wieder vor dem Nichts. Nuckeln desillusioniert an der Pulle. Zählen Grashalme. Und starren ins Leere. BG Gimbte kassiert zum Auftakt der Relegation eine 2:3 (1:2)-Niederlage bei BW Beelen – zum zweiten Mal in Folge drohen die Aufstiegsträume zu platzen. Und – das Gefühl kennen sie auch noch vom letzten Jahr – keiner weiß so recht, wieso eigentlich: „Ich glaube nicht, dass wir heute die schlechtere Mannschaft waren“, sagt Trainer Dragan Grujic. Jemand rupft den nächsten Grashalm raus. So ein Mist.

Doch wir fangen von vorn an, mit den positiven Nachrichten des Tages: Beelen ist echt eine Auswärtsfahrt wert. Metzger Hartmann hat derzeit Lammsteak im Angebot. Getränke Blienert sucht eine Verkäuferin auf 450-Euro-Basis. Und nächstes Wochenende stehen die Leute hier vor der brutal schweren Entscheidung zwischen ökumenischem Gemeindefest und dem 30-jährigen Jubiläum der Friedrich-Fröbel-Kita. Heute aber sind bestimmt 500 Fans im Stadion an der Neumühlenstraße, dazu ein Wetter zum Helden zeugen. Der Reisebus aus der Schlage fährt vor: „Hurra, hurra, die Gimbter, die sind da!“ Zwei Dörfer im Kreisliga-A-Fieber. Schön hier – eigentlich.

Dann aber leider Fußball – ausnahmsweise muss man das so sagen. Zweite Minute: Beelen mit einem Einwurf irgendwo im Niemandsland, kein Grund zur Panik...denkste! Die Murmel springt einmal auf – und dann: Nein! Selbsttor Philipp Sprakel! Völlig unbedrängt schweißt er das Ding ein. Sprakel, der Leistungsträger. Sprakel, der Kämpfer. Sprakel, der Pechvogel. Und wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht mehr zu sorgen – Beelens Ultras enthüllen ein Banner: „Wer ist dieser Gimbte?“ 0:1.

Sehr unfair wäre es allerdings, alles Unglück an diesem einen Malheur festzumachen: Denn so wie in der 17. Minute darf man sich auch einfach nicht auskaspern lassen – Beelens Stürmer läuft eine Runde Slalom, doch die Gimbter Abwehr hat den Ball. Hat ihn. Hat ihn. Hat ihn nicht mehr – patsch, Robin Farwick trifft zum 0:2. Blau-gelbe Aussetzer – ausgerechnet heute.

Doch auch Beelen agiert bei weitem nicht fehlerfrei: Nach einer halben Stunde ergaunert Grujic einen vermurksten Rückpass, legt quer – auf: Chris Nobbe! Ufftata, was für‘n Huf, 1:2. Alles wieder drin zur Pause.

Und alles wieder weg kurz danach, als sie in der 60. alle an einer Ecke vorbeifliegen – Beelens Mohamed Mara der Einzige mit Pilotenschein. Tor! Verdammt.

Im direkten Gegenzug aber wieder ein starker Moment: Sprakel, ausgerechnet Sprakel mit Schaum vorm Mund zum 2:3. Grujic junior und seine Kumpels zetteln die Aufholjagd sofort auch auf den Rängen an. Und tatsächlich: Houghton kriegt zwei Gelegenheiten zum 3:3 (73./82.). Vorbei. Wie wenig später das Spiel. Und wie die Aufstiegshoffnungen? „Noch ist nicht alles verloren“, weiß Grujic. Die allerletzte Chance gibt‘s am Mittwoch.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5790505?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686209%2F2686793%2F