Fußball Bezirksliga Stillstand

Greven -

Der SC Greven 09 tritt im Tabellenkeller auf der Stelle. Nicht drei Punkte gegen Wettringen lautet die Ausbeute des Wochenendes, sondern einer. Das sind zwei zu wenig.

Von Stefan Bamberg
Es geht nicht vor und nicht zurück: Diese Krabbel-Szene mit Marius Schäpermeier (in grün) ist eine mit Symbolcharakter. Das 1:1 gegen Wettringen hilft Greven 09 nicht.
Es geht nicht vor und nicht zurück: Diese Krabbel-Szene mit Marius Schäpermeier (in grün) ist eine mit Symbolcharakter. Das 1:1 gegen Wettringen hilft Greven 09 nicht. Foto: Stefan Bamberg

Es gibt Fußballspiele, die lassen sich im Grunde anhand einer Szene erklären. Es läuft die 89. Minute in der Schöneflieth: Thore Glanemann will einwerfen und weiß nicht mehr weiter. „Mann! Warum bleibt Ihr alle stehen?“, schimpft Grevens Verteidiger. Keiner da. Auch wenige Augenblicke später tappen sie im Prinzip alle auf der Stelle. Wieder hat der SC Greven 09 nur 1:1 (1:1) gespielt, diesmal gegen Vorwärts Wettringen. Nichts bewegt sich. Wieder können sie erzählen, welch famose Balltreter sie doch in ihren Reihen haben. So langsam müssten diese aber schlicht und einfach mal was holen.

„Klar“, konstatiert Coach Andreas Sommer. „Uns fehlt die Kaltschnäuzigkeit.“ Zu Beginn scheint noch alles zusammenzupassen – die Gastgeber mit voller Offensiv-Kapelle in der Frühphase: Julian Loose, 2. Minute, pariert. Emre Kücükosman, 9., geblockt. Kücükosman, 11., Abseitstor. Aber dann: 09-Keeper Hinkerohe und ein Abschlag, der sich die Bezeichnung „langer Hafer“ redlich verdient, die Wettringer Defensive ein echtes Abenteuer – Loose hat‘s geschnüffelt und lupft das 1:0 (17.). Läuft. Zunächst.

Die Gäste kommen lange nicht, dann aber gewaltig: Halbe Stunde rum, Ecke von links, Gerold Laschke unfassbar allein – ein Kopfball wie ein Schuss, 1:1. Jetzt ist‘s eine offene Kiste – blöd für Greven, denn: Sobald es eng wird, so der aktuelle Eindruck, melden sich bei 09 die Nerven. Für Jonas Rüschenschulte (59.) und Bernd Lakenbrink (62./68.) steht der Kasten offen wie ein Scheunentor – doch beiden reichen 7,32 Meter Breite heute nicht. Vorbei, Haare raufen. Dennoch sind die beiden Youngster diejenigen, die noch am ehesten vorangehen. Was irgendwie auch viel aussagt: Von den Routiniers im Team kommt nicht viel. Viele tolle Kicker, zu wenig Rock‘n‘Roll. Und – zugegeben – auch ein bisschen Pech. Pech, dass Schiri Ulrich Wessel sich das mit der Gelb-Roten Karte gegen Vorwärts-Kapitän Eugen Wiens doch noch anders überlegt (70.). Dass der gezupfte Thomas Brüning in der Nachspielzeit keinen Elfer kriegt. Ein Zweikampf ganz hart an der Grenze – wäre es nicht die allerletzte Sekunde, vermutlich hätte Wessel gepfiffen. „Foul ist Foul, das kann ich nicht nachvollziehen“, sagt Sommer verständlicherweise. Und kann es doch nicht ändern. Stillstand.

Zum Thema

SC 09:Hinkerohe – Mennemeyer, Glanemann, Kraus – Schäpermeier, Sterthaus, Sooky (75. Brüning), Kücükosman, Rüschenschulte (70. Ruch), Lakenbrink (87. Herkt) – Loose.

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