Wahl zu Münsters Fußballer des Jahres Eva Tingelhoff, die vielseitige Kicker-Königin

Münster -

Zum dritten Mal in Serie hat eine Frau bei der Wahl zu Münsters Fußballer des Jahres gewonnen. Eva Tingelhoff ließ sich am Donnerstagabend im Vip-Raum der Hafenarena angemessen feiern. Doch nicht nur sie hatte Grund zu jubeln.

Von Thomas Austermann
Die Mitspielerinnen und Trainer machen die Welle: Die ausgezeichnete Eva Tingelhoff stemmt gleich den Pokal in die Höhe, den sie in der Hafenarena als Fußballerin des Jahres überreicht bekam.
Die Mitspielerinnen und Trainer machen die Welle: Die ausgezeichnete Eva Tingelhoff stemmt gleich den Pokal in die Höhe, den sie in der Hafenarena als Fußballerin des Jahres überreicht bekam. Foto: Jürgen Peperhowe

Die paar Stufen hoch zur Bühne waren keine sportliche Herausforderung für Eva Tingelhoff. Aber die Schritte ins Licht schon, die sie fast zögerlich machte. „Ich bin gerade mega-überfordert“, sprach die 28-Jährige grundehrlich ins Mikro. Die Wahl zu „Münsters Fußballer des Jahres“ traf zum dritten Mal nacheinander eine Fußballerin. 150 Gäste feierten sie und auch sich selbst in der Hafenarena in der Jovel Music Hall.

Und alle hatten spürbar mehr Spaß als die später auf der Leinwand präsenten Argentinier während ihres 0:3 bei der WM gegen Kroatien. Zum Teil in Mannschaftsstärke erschienen die Clubs der elf Nominierten zur fünften Gala nach der Wahl, die das Portal „11 Flemmer“ gemeinsam mit der Münsterschen Zeitung und durch die maßgebliche Unterstützung von Hauptsponsor Agravis Raiffeisen AG, Karstadt Sports und Hafenarena durchführte.

Drei Fragen an Eva Tingelhoff

Sind Sie bis Donnerstagabend jemals zuvor ausgezeichnet worden?

Da muss ich nachdenken – doch, einmal wurde ich als die beste Spielerin bei der Stadtmeisterschaft in der Halle geehrt.

Wie groß ist jetzt diese Überraschung?

Die ist komplett, ich bin gerade mega-überfordert und weiß kaum, was ich sagen soll! Ich stehe nur ungern im Mittelpunkt. Und ich möchte mich direkt bei meinen beiden Mannschaften bedanken, denn hinter jeder Leistung einer Einzelnen steht schließlich auch immer ein ganzes Team.

Welche Vorteile bringen Ihnen Ihre vielen sportlichen Talente?

Ich laufe ja viel und gerne. 2014 habe ich den Münster-Marathon absolviert, in diesem Jahr den in Zürich. Und das Laufen bringt mir wirklich viel für den Fußball und den Futsal. Ich bin fit und halte auf dem Platz und in der Halle bestens durch.

Das Bühnenprogramm strafften die Redakteure Henner Henning und Thomas Rellmann als Moderatoren aufs Wesentliche. Schließlich sollte Zeit und Raum bleiben fürs Miteinander der Szene und den Szenekundigen, die sich drinnen und draußen sportlichen wie außersportlichen Themen widmeten. Stephan Roth, „11Flemmer“-Gründer und einst Ideengeber der Aktion, sah den Sinn und Zweck derselben erneut bestätigt: „Damals hatte ich Bock drauf, sowas zu machen. Aber keinen Plan – heute freue ich mich, dass diese tolle Fußballergemeinschaft zusammenkommt. Und dass sie in gewisser Ernsthaftigkeit eine Würdigung erfährt.“

Freude über Wertschätzung

Die vielseitig begabte Eva Tingelhoff, die täglich von Münster aus zur familiengeführten Apotheke nach Beckum und wieder heimwärts fährt, anerkannte „die Wertschätzung, die uns Frauen entgegen gebracht wird“. Als Futsal-Ass des Titelabräumers UFC Münster ist sie am Ball, als Fußballerin bei Bezirksligist GW Amelsbüren und zudem als Metermacherin im Dress der Laufsportfreunde Münster. Ihre Prioritäten sind klar. „Das Team geht vor“, sagte die in Sachen Zeitmanagement disziplinierte Kicker-Königin des Abends, als sie Halt gefunden hatte am überreichten Pokal nebst überdimensionalem 1000-Euro-Scheck. Den Pott überreichte kein Geringerer als Preußen Münsters Cheftrainer Marco Antwerpen. Allein unter Frauen tummelte sich VfL Wolbecks Keeper und Kapitän Marc Klein als Rangzweiter, denn ihm folgte Wacker Mecklenbecks Allrounderin Britta Stein auf Rang drei. Klein will einen Teil seines Gewinns der Mannschaftskasse zuführen, Britta Stein vom Westfalenliga-Rückkehrer konnte sich clubintern bei der Wacker-Dritten bedanken fürs fleißige Abstimmen.

Ein Resultat mit Fuß und Kopf besorgten sich die Torjäger selbst. Als Titelverteidiger strahlte der 25-fache Westfalenliga-Torschütze Luca Steinfeldt von der Zweiten des SC Preußen Münster. Der Hattrick bleibt ihm verwehrt – mit einem Sololauf über zehn Kilometer startete der Auszubildende gerade ins Individualtraining für seinen neuen Club, Oberligist TuS Haltern. Die beiden meisterlichen Kinderhauser Westfalia-Kicker Mike Liszka, Zweiter im Ranking mit 28 Toren, und der drittplatzierte Moritz Knemeyer (27 Buden), dürften als Landesliga-Spieler einen neuen Anlauf nehmen. Für den erkrankt fehlenden Liszka nahm Kapitän Nick Rensing den Pokal entgegen. Zwei Treffer steuerte der zum Titelgewinn bei.

Fairplay-Preis für Branderhorst

„Das Fairplay kennzeichnet den erwünschten Umgang im Sport ebenso wie in Unternehmen“, sagte Bernd Homann, Leiter Kommunikation der Agravis Raiffeisen AG, die den Fairplay-Preis nebst 500 Euro ausgab an Johannes Branderhorst, Geschäftsführer des SV Mauritz 06 und seit 26 Jahre ein treuer wie ideenreicher Unterstützer des Vereins zur Förderung krebskranker Kinder.

Mit Flohmärkten, Versteigerungen von Trikots oder Boxhandschuhen bis hin zum Tretbootrennen für Firmen sammelt der bestens vernetzte Branderhorst unterstützt von Gattin Regina Spendengelder ein. Auf grob geschätzte 100 000 Euro summieren sich die bereits. „Die ganze Sache ist mir ans Herz gewachsen“, will der Dauerbrenner nach dem Ausscheiden bei der Bundespolizei in acht Monaten die Zeit nutzen, um noch mehr Gutes zu tun.

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