Fußball: Bundesliga
Tedesco gratuliert als Erster

Dortmund -

Viel zu feiern hatte der FC Schalke 04 in den vergangenen Wochen nicht. Am Samstag gewannen die Knappen das Derby in Dortmund mit 4:2. Der Überraschungserfolg wog einigen Frust vorangegangener Niederlagen auf.

Sonntag, 28.04.2019, 17:01 Uhr
Doppeltorschütze für Schalke: Daniel Caligiuri. Foto: AFP

Irgendwann wird jeder von der Vergangenheit eingeholt. Als Dortmund 2007 Schalke im Derby 2:0 bezwang und dem Konkurrenten die reelle Titelchance raubte, goss ein schadenfreudiger Borusse noch mehr Öl ins Feuer. Er charterte ein kleines Flugzeug und ließ es über Gelsenkirchen kreisen. Auf einem großen Transparent, das die Maschine hinter sich her zog, stand schwarz auf gelb zu lesen: „Ein Leben lang keine Schale in der Hand.“ Nun, zwölf Jahre später, hat Schalke zurückgezahlt. Für die von einer tristen Saison gequälten Fans ist der Triumph im Straßenbahn-Duell weit mehr als ein gewöhnlicher Derby-Erfolg oder der wohl entscheidende Befreiungsschlag im Abstiegskampf. Er ist ein wunderbares Geschenk und eine ganz besondere Entschädigung für viele schwarze Stunden in dieser Spielzeit.

Wie groß die Schalker Erleichterung war, dokumentierte sich in einer einzigen Szene. Das Spiel war kaum aus, da fiel Club-Boss Clemens Tönnies Trainer Huub Stevens um den Hals. Für einen Moment berührte der Mund des einen die Stirn des anderen – da kamen sich zwei ganz nahe, die Schalke leben und lieben. Als Uefa-Pokalgewinner von 1997 ist Stevens ja schon lange Jahrhundert-Trainer der Knappen. Mit dem jüngsten Sieg hat er sich im königsblauen Lager nun auch unsterblich gemacht.

Über 8000 Fans hatten Schalke am Samstag nach Dortmund begleitet. Mehr beseelt von Hoffnung als getragen von Glauben und Überzeugung. Eigentlich gab es wenig, dass den Gästen hätte Mut machen können. Und als der BVB dann nach 13 Minuten in Führung ging, schien der Zug schon wieder in die falsche Richtung zu rollen. Der umstrittene Elfmeter zum raschen Ausgleich durch Daniel Caligiuri (18.) gab Schalke Halt. Und als Abwehrspieler Salif Sane eine Ecke zum 1:2 nutzte (28.), wurden die Schultern noch breiter. „Wir sind heute über uns hinausgewachsen. Das wollte ich sehen in diesem Derby“, sagte Stevens später.

Schalke verteidigte gut, sehr kompakt, mitunter rustikal und hart an der Grenze des Zulässigen. Sechs gelbe Karten waren Zeugnis von Härte und Widerstand. Vor allem taktische Fouls raubten dem BVB Nerv und Schneid. Nennenswerte Nadelstiche nach vorn setzten die Gäste erst, als sie numerisch in Überzahl waren. Stevens hatte das Glück kommen sehen. „Die Mannschaft war schon im Training sehr konzentriert. Heute hat sie die taktischen Maßnahmen sehr gut umgesetzt.“

Nach der kurzen Rückreise genossen die Schalker Profis den Sieg im Vereinsheim „Bosch“ an der Glückauf-Kampfbahn. Der neue Sportvorstand Jochen Schneider hatte Mühe, alle Glückwünsche zu beantworten. Der Erste, der ihm nach dem Spiel schrieb, war Ex-Trainer Domenico Tedesco.

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