Fanvorkommnisse
Anzeige nach Feuerzeugwurf beim Derby - Aufregung um Plakat

Ein Feuerzeugwurf gegen BVB-Profi Jadon Sancho, ein geschmackloses Spruchband zum Sprengstoff-Attentat auf den BVB-Bus vor zwei Jahren und Randale in einer Fan-Kneipe - das Revierderby zwischen dem BVB und dem FC Schalke wird juristische Nachspiele haben.

Sonntag, 28.04.2019, 12:53 Uhr
Der Dortmunder Jadon Sancho (unten) wurde von einem Feuerzeug aus der Schalker Kurve getroffen und kniet auf dem Rasen. Foto: Friso Gentsch

Dortmund (dpa) - Nach dem Feuerzeugwurf auf Jadon Sancho vom Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund während des Revierderbys gegen Schalke 04 ermittelt die Polizei wegen gefährlicher Körperverletzung.

Es sei eine Strafanzeige gestellt worden, teilte ein Sprecher der Polizei Dortmund mit. Sancho war nach dem 1:0 von Mario Götze (14. Minute) von einem Feuerzeug getroffen worden, spielte aber nach einer kurzen Behandlungspause weiter.

Für einen weiteren Aufreger sorgten Schalke-Fans mit einem geschmacklosen Spruchband. Mit diesem spielten sie auf den Sprengstoffanschlag des mittlerweile wegen versuchten 28-fachen Mordes zu 14 Jahren Haft verurteilten Sergej W. auf den BVB-Teambus im April 2017 an. «Immer noch `ne Bombenidee, Freiheit für Sergej W.», war auf dem Spruchband zu lesen.

«Das ist nur ein kleiner Teil unserer Fans und sind nicht die Werte, für die normalerweise der FC Schalke steht», sagte Schalke-Trainer Huub Stevens dem TV-Sender Sky. «Wir sind fassungslos über diese Geschmacklosigkeit und haben uns entsprechend bei der Geschäftsführung des BVB entschuldigt», teilte der Schalker Vorstand am Sonntag in einer Stellungnahme mit.

Der damals beim Attentat verletzte ehemalige BVB-Profi Marc Bartra forderte Konsequenzen. «Unerträglich, inakzeptabel und traurig. Ich hoffe, dass die zuständige Behörde angesichts dieser Tatsache geeignete Maßnahmen ergreifen wird», twitterte der Abwehrspieler noch am Abend aus Spanien. «Die Rivalität im Fußball ist eine Sache, die Forderung nach Freiheit von jemandem, der mit dem Leben von 28 Menschen gespielt hat, eine andere.»

Vereinzelt war es am Derby-Tag zu Auseinandersetzungen zwischen beiden Fanlagern gekommen. Die Dortmunder Polizei nahm laut eigenen Angaben 13 Menschen in Gewahrsam und stellte 36 Strafanzeigen. Immer wieder seien «Problemfans» beider Lager auffällig und aggressiv geworden, hieß es weiter. Beim Zünden von Pyrotechnik auf der Südtribüne verletzten sich sechs Menschen, zwei von ihnen wurden in ein Krankenhaus gebracht. Laut Bundespolizei, die an Bahnhöfen massive Präsenz zeigte, sei ihr Bereich «einer der friedlichsten» gewesen.

Dagegen haben Randalierer in Gelsenkirchen das Vereinsheim der Schalker Fangruppierung «Hugos» angegriffen und beschädigt. Wie die Polizei mitteilte, schlugen die rund 35 teils vermummten Menschen am Samstag die Scheiben ein, einige gelangten in die Vereinsstätte. Währenddessen soll sich dort niemand aufgehalten haben. Die Polizei nahm vier der mutmaßlichen Randalierer fest, die mit dem Auto vom Vereinsheim flohen. Ob es sich dabei um rivalisierende Fans des Derby-Gegners Borussia Dortmund handelte, war am Sonntag nicht klar. Die Ermittlungen dauerten an. Zunächst hatten Medien berichtet.

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