Fußball: Bundesliga
Interview mit Schalke-Keeper Nübel: „Ein überwältigendes Gefühl“

Benidorm -

Alexander Nübel ist beim FC Schalke 04 die Nummer zwei hinter Ralf Fährmann. An dieser Rolle gibt es auch nichts zu deuteln. Im Interview schildert der Torhüter seine Pläne für die Zeit nach Königsblau. Seine Ansprüche sind hoch.

Dienstag, 08.01.2019, 18:30 Uhr aktualisiert: 08.01.2019, 18:32 Uhr
Absolvierte sechs Spiele in der Bundesliga. Champions League und im DFB-Pokal für Schalke, weil Ralf Fährmann verletzt war: Schalke-Torhüter Alexander Nübel sucht nun weitere Herausforderungen. Foto: Witters

Drei Jahre stand Alexander Nübel beim FC Schalke 04 im Schatten von Ralf Fährmann. Mit der Rolle als Nummer zwei will sich der Keeper aber nicht mehr lange abfinden. Im Interview spricht er ganz offen über seine Wechselgedanken im kommenden Sommer, worauf es ihm bei einem neuen Club ankommen würde und natürlich auch über die aktuelle sportliche Situation auf Schalke.

Sie sind jetzt 22 Jahre alt. Wo sehen Sie sich denn in fünf Jahren?

Alexander Nübel: (lächelt) In einer der drei Top-Ligen – Premier League, Bundesliga oder La Liga. Und zwar als Nummer eins.

Sie hatten 2018 Ihre ersten Startelf-Einsätze bei den Profis. Wie fühlte sich das an?

Nübel: Ein überwältigendes Gefühl. Dafür trainiere ich. Ich bin jetzt seit etwa drei Jahren auf Schalke, durfte immer mit der Mannschaft arbeiten, aber noch nie mit einlaufen. Deswegen war es etwas ganz Besonderes für mich, gerade zu Hause vor unseren tollen Fans.

Nach sechs Spielen mussten Sie aber trotz guter Leistungen zurück auf die Bank. So schnell wird man nicht Stammtorhüter auf Schalke, oder?

Nübel: Es war von Beginn an klar, dass Ralf Fährmann wieder ins Tor zurückkehrt. Unabhängig davon, ob ich gut oder schlecht spiele. Ralf ist unser Kapitän. Er hatte über 150 Spiele in Folge gemacht und sehr gut gehalten. Deswegen war es für mich klar, dass ich wieder ins zweite Glied rücke.

Ganz schön bescheiden. Aber ganz zufrieden sind Sie mit Ihrer Situation ja nicht. Zuletzt haben Sie selbst mal einen Vereinswechsel ins Spiel gebracht.

Nübel: Ich saß jetzt ein paar Jahre auf der Bank, nun will und muss ich auch mal über längere Zeit spielen, möglichst Woche für Woche. Seit einem Jahr kann ich ja zum Glück regelmäßig in der U-21-Nationalelf Spielpraxis sammeln. Aber das ist natürlich etwas anderes als in der Bundesliga. Ich will mich auch dort zeigen, aber auf Schalke ist das eben schwierig. Wir haben einen der besten Torhüter in Deutschland in unseren Reihen. Deswegen muss ich einfach abwägen, was für mich am besten ist. Möglicherweise ist das eine Leihe. Aber das bespreche ich noch in Ruhe mit dem Verein und auch mit meinem Berater.

Konkrete Pläne gibt es demnach noch nicht?

Nübel: Nein, aber es wird jetzt Zeit für mich. Wenn es hier auf Schalke noch nicht klappt, dann muss ich einen Schritt zurück machen zu einem im Vergleich zu Schalke vielleicht kleineren Verein. Erst mal liegt der Fokus im Team jetzt aber voll und ganz auf der Vorbereitung und dem Rückrundenstart. Ich denke, wir werden rechtzeitig sprechen. Dann werden wir entscheiden, was das Beste für mich ist.

Von Schalke weg? Was müsste denn ein neuer Verein zu bieten haben?

Nübel: Schalke gehört zu den größten Vereinen in Deutschland, hat eine lange Tradition und tolle Fans. Diese Punkte sind mir schon wichtig, aber so einen Club findet man eben nicht oft. Ich muss in dieser Hinsicht sicher Kompromisse eingehen und den Fokus wirklich auf die möglichen Einsatzzeiten legen. Wenn es geht, würde ich natürlich auch zu einem großen Club wechseln, aber da ist die Wahrscheinlichkeit wieder eher klein, dass ich dort spiele. Wichtig ist für mich vor allem, dass es von der Mannschaft her passt.

Sprechen wir über die aktuelle Saison. Gerade noch Vizemeister, jetzt läuft Schalke dagegen Erwartungen und Punkten hinterher. Warum?

Nübel: Schwierig zu sagen. Zum einen liegt das natürlich an vielen Verletzungen von Spielern. Der Großteil unseres Sturms fehlte allein in sechs, sieben Spielen. Das macht es nicht einfacher, Tore zu schießen.

Vor Kurzem ging das Gerücht, dass die häufigen Wechsel im Team nicht bei allen Spielern gut ankommen. Ist das so?

Nübel: Ich habe das von keinem Mitspieler gehört. Wir hatten sehr viele englische Wochen. Da bleibt es nicht aus, dass man rotiert. Wir haben den Kader so zusammengestellt, dass wir rotieren können. Das gehört für mich bei drei Wettbewerben dazu.

Machen wir einen Strich unter die Hinrunde. Jetzt bereitet sich die Mannschaft in Benidorm auf die Rückrunde vor. Wie geht’s wieder bergauf?

Nübel: Wir arbeiten vor allem daran, hinten wieder sicher zu stehen und vorne zielstrebiger unsere Tore zu machen. Im vergangenen Jahr waren wir hinten immer eine Bank. Das müssen wir wieder hinbekommen. Ansonsten arbeiten wir an kleinen Stellschrauben. Taktische Dinge eben.

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