Nach Remis in Augsburg
Schalke-Manager Heidel findet Beraterdebatte belastend

Braucht Christian Heidel Hilfe von außen? Der Schalker Sportvorstand will die vom Aufsichtsratsboss Clemens Tönnies losgetretene Debatte schnell beenden. Sorgen haben die Königsblauen auch so schon genug. Ein juristischer Streit bringt weitere Unruhe.

Sonntag, 16.12.2018, 11:37 Uhr aktualisiert: 16.12.2018, 11:40 Uhr
Schalkes Manager Christian Heidel. Foto: Ina Fassbender

Augsburg (dpa) - Vom Beratermodell des verhassten Rivalen Borussia Dortmund mit Matthias Sammer als Blaupause für andere Vereine will Christian Heidel nichts wissen.

Das von Aufsichtsratschef Clemens Tönnies losgetretene ungemütliche Thema über einen Beistand an seiner Seite möchte der Sportvorstand des FC Schalke 04 so schnell wie möglich beenden. Die Angelegenheit mit reichlich Konfliktpotenzial in sportlich ohnehin stürmischen Zeiten sei «auch belastend», räumte Heidel nach dem mageren Remis beim FC Augsburg ein. «Das hat jetzt mit mir weniger zu tun», ergänzte Schalkes Sportvorstand.

Für die Königsblauen muss es quälend sein, wenn sich der BVB nach einer wechselhaften Saison mit Sammer als externem Berater sowie Sebastian Kehl als Leiter der Lizenzspielerabteilung zusätzliche Kompetenz in den Verein holt und dann gleich zur Herbstmeisterschaft stürmt - während sich Vizemeister Schalke zeitgleich beängstigend nahe an den Abstiegsrängen bewegt. «Es weiß ja keiner, wenn der Matthias jetzt nicht da wäre, ob Dortmund im Abstiegskampf wäre», bemerkte Heidel, ohne Sammers Verdienste schmälern zu wollen.

Tönnies hatte sich seit Heidels Amtsantritt im Sommer 2016 zumindest öffentlich mit Äußerungen zu sportlichen Planungen zurückgehalten - anders als in früheren Jahren. Kurz vor dem Champions-League-Duell mit Lokomotive Moskau wurden jedoch Gedankenspiele des mächtigen Aufsichtsratsvorsitzenden publik, seinem Sportvorstand einen Kaderplaner oder externen Berater an die Seite zu stellen. Die Einkäufe Heidels in diesem Sommer wie Sebastian Rudy oder Mark Uth zündeten jedenfalls bislang nicht.

«Um eins klar zu sagen: Zwischen Clemens Tönnies und mir gibt es 0,0 Probleme. Es ist sogar ein sehr, sehr freundschaftliches Verhältnis, und es wird niemals irgend etwas dazwischen kommen», beteuerte Heidel im TV-Sender Sky am Rande des 1:1 (0:1) in Augsburg. Die Überlegung des Aufsichtsratschefs um Unterstützung von außen wertete er «überhaupt nicht als Vertrauensbruch».

Das kann man so sehen, muss man aber nicht. Heidel will jedenfalls nicht wie ein Angestellter wirken, der sich zum Wohle des Vereins einer Hilfestellung verschließt. «Es wäre doch fatal, wenn es die Möglichkeit gäbe, Schalke besser zu machen, und ich würde nein sagen», stellte der langjährige Mainzer Manager klar. «Wir überlegen natürlich immer, ob wir unsere Mannschaft qualitativ verbessern können.» Damit meinte Heidel nicht zwingend die Spieler.

«Ich stehe allen Dingen, die Schalke helfen, immer sehr, sehr offen gegenüber, das habe ich auch in der Vergangenheit bewiesen», sagte der 55-Jährige und verwies auf den regen Austausch, den er mit ehemaligen Schalker Größen wie Huub Stevens oder Olaf Thon pflege. «Ich könnte natürlich sagen: Das sind alles unsere Berater», merkte Heidel an. «Es gibt bei Schalke auch noch Menschen außer mir.»

Ein Schalker war in der Saison 2016/17 auch Markus Weinzierl. Und dessen früherer Berater Roman Grill sorgt für weitere Unruhe bei Schalke. Grills Sportmarketingagentur stellt der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» zufolge vor dem Landgericht Essen Ansprüche auf Zahlung einer ausstehenden Provision für die Vermittlung des aktuellen Trainers des VfB Stuttgart.

Das sei richtig, bestätigte Heidel. «Sonst kriegt der auch nix von uns, also muss er uns mal verklagen. Das macht er jetzt, und dann sehen wir mal zu, wer Recht hat.»

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