Fußball: Europa League Schalke bucht den Europa-Express

Mönchengladbach -

Die Spieler tanzen im Kreis, der Trainer rennt wie aufgedreht über den Rasen und die Fans feiern ihre „Eurofighter“. Der FC Schalke 04 hat in Mönchengladbach ein schon verloren geglaubtes Spiel noch gedreht und erreicht zum ersten Mal nach fünf Jahren das Viertelfinale in der Europa League.

Von Jürgen Beckgerd
Der Moment der Entscheidung: Nabil Bentaleb bleibt bei Schalkes Handelfmeter cool und verlädt Gladbachs Schlussmann Yann Sommer zum 2:2. Damit erreichen die Königsblauen das Viertelfinale der Europa League, die Elf vom Niederrhein dagegen scheidet aus.
Der Moment der Entscheidung: Nabil Bentaleb bleibt bei Schalkes Handelfmeter cool und verlädt Gladbachs Schlussmann Yann Sommer zum 2:2. Damit erreichen die Königsblauen das Viertelfinale der Europa League, die Elf vom Niederrhein dagegen scheidet aus. Foto: dpa

Der FC Schalke 04 hat das Viertelfinale in der Europa League erreicht – Borussia Mönchengladbach wurde auf seiner Europareise jäh ausgebremst. In einem packenden, ja dramatischen Spiel trennten sich beide Teams am Donnerstagabend mit 2:2 (2:0). Schalke blickt nun der Auslosung am Freitag in Nyon mit Spannung entgegen. Andreas Christensen (27.) und Mahmoud Dahoud (45.+1) erzielten die Gladbacher 2:0-Führung. Leon Gorezka (54.) und Nabil Bentaleb per Strafstoß (68.) trafen zum Ausgleich, der nach der Europa-Cup-Arithmetik zum Weiterkommen reichte.

Gladbachs Trainer Dieter Hecking hatte die Chancen seiner Elf auf 51:49 beziffert nach dem 1:1 im Hinspiel. Sieben Mall hatten die Borussen in der Europacup-Geschichte bereits eine deutsche Mannschaft als Gegner zu Gast – alle sieben Vergleich gingen an Gladbach. Und ja, die „Fohlen“ hatten daheim keine einzige Europacup-Partie in dieser Saison – weder in der Champions noch in der Europa League – gewinnen können. Und: Es war das dritte Aufeinandertreffen beider Teams in eineinhalb Wochen.

Aber im Hier und Jetzt zählte das nichts. Schluss der Rechnereien, die Uhren standen auf Null. Der Shoot-out im Kampf um den Einzug ins Viertelfinale begann. Zunächst einmal abwartend, keine Mannschaft wollte ein Risiko eingehen. Gladbach war, ohne Risiko zu gehen, um einen geordneten Spielaufbau bemüht, die Schalker zunächst einmal um Sicherheit in ihren eigenen Aktionen. Das Beschnuppern dauerte noch an, als Hecking erstmals umstellen musste. Fabian Johnson musste verletzt raus, für ihn kam der Torschütze aus dem Hinspiel, Jonas Hofmann (16.). Europa-League-Held Lars Stindl musste schon vor dem Spiel wegen muskulärer Probleme absagen. Und die erste Chance ging sogleich an die Gastgeber: Raffael flankte maßgenau auf Josip Drmic, doch der versiebte aus fünf Metern (18.). Kaum zwei Minuten später und auf der anderen Seite verzog Guido Burgstaller aus spitzem Winkel. Jetzt machten nicht nur die Fans ordentlich Krach, jetzt spielte die Musik auch auf dem Platz. Raffael verzog nur knapp (22.), die Partie wurde von beiden Seiten intensiver geführt.

Vor allem von den Gastgebern. Nach Foul von Thilo Kehrer an Hofmann flankte Raffael den Freistoß in den Strafraum und Andreas Christensen vollendet zum 1:0. Schalke-Kapitän Benedikt Höwedes lenkte den Ball unhaltbar für Torhüter Ralf Fährmann ab (27.). Und weiter ging‘s, diesmal auf der anderen Seite: Da war es Yann Sommer, der den „unhaltbaren“ Schuss von Leon Goretzka doch noch pariert (30.). Schalke wurde stärker, eroberte auch die „zweiten Bälle“, wollte unbedingt den Ausgleich noch vor der Pause – und kassierte das 0:2. Dahoud, von Johannes Geis nicht ansatzweise gestört, zog aus 22 Metern einfach mal ab und traf mitten ins Schalker Herz.

Die Gäste mussten sich nun etwas einfallen lassen gegen zweikampfstärkere und clevere Hausherren, die sich zurückzogen und dann vollends in die Defensive gerieten. Goretzkas Anschlusstreffer entfachte das Feuer, das den Borussia-Park zum Kochen brachte. Gladbach verlegte sich aufs Kontern, Schalker Angriffe liefen nun im Minutentakt. Zittern hier, Hoffen da, das der englische Schiedsrichter Marc Clattenburg beendete. Nach Chopupo-Motings Flanke wertete der Brite den Oberarmeinsatz von Dahoud als strafstoßwürdig. Elfmeter. Bentaleb verwandelte sicher. Gladbachs Sturm und Drang verpuffte wirkungslos.

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