Bundesliga-Aufsteiger
Union-Boss Zingler: «Derby ist Klassenkampf»

Hertha-Präsident Gegenbauer hat seinem Kollegen Zingler persönlich zum Aufstieg gratuliert. Der Union-Boss stuft den Stadtrivalen in die Kategorie der Bundesliga-Teams ein, gegen die man Punkte holen müsse. Die Rivalität wird die Saison in der deutschen Hauptstadt prägen.

Sonntag, 23.06.2019, 12:14 Uhr aktualisiert: 23.06.2019, 12:18 Uhr
Der Präsident des 1. FC Union Berlin, Dirk Zingler, ist vom neuen Hauptsponsor überzeugt. Foto: Jörg Carstensen

Berlin (dpa) – Union-Chef Dirk Zingler hat schon acht Wochen vor Saisonstart das Berliner Stadtduell gegen Hertha BSC kräftig angeheizt.

«Für mich ist das ein Derby, das steht für Rivalität, für Abgrenzung. Und für Fußball-Klassenkampf in der Stadt», erklärte der Präsident des Bundesliga-Aufsteigers 1. FC Union in einem Interview der «Berliner Zeitung».

Deshalb könne er auch den Wunsch von Hertha BSC, das Derby am 9. November, dem 30. Jahrestag des Mauerfalls, auszutragen, nicht verstehen. «Diesem Spiel eine Art Freundschaftsspielcharakter zu geben, nach dem Motto: Wir spielen jetzt hier einen auf deutsche Einheit, das finde ich absurd», sagte Zingler. Hertha-Präsident Werner Gegenbauer war bisher zurückhaltender und hatte seinem Kollegen zumindest persönlich gratuliert. Der Spielplan der Fußball-Bundesliga wird von der DFL am Freitag veröffentlicht.

Keine Probleme für das Image seines Vereins sieht Zingler mit der Entscheidung für den neuen Hauptsponsor aus der Immobilienbranche. In der Fanszene ist der Zuschlag für das Unternehmen Aroundtown aus Luxemburg aufgrund der aktuellen Wohnraum-Situation stark umstritten. «Wir wussten natürlich, dass es bei der Bekanntgabe der Partnerschaft mit Aroundtown auch Widerspruch geben wird. Wir sind ja nicht blind», sagte Zingler: «Am Ende müssen wir in der Organisation überzeugt davon sein, dass es gut und vertretbar ist für den Verein. Manchmal ist es ja auch so, dass wir Dinge unterlassen, weil wir spüren, dass eine überwältigende negative Reaktion der Gemeinschaft dem Verein Schaden zufügen kann. Das ist hier nicht der Fall.»

Der Geschäftsführende Direktor bei Aroundtown, Andrew Wallis, sei vor zehn Jahren mit seinem Immobilienunternehmen GOAL als Sponsor eingestiegen, «als es uns nicht so gut ging wie heute», erinnerte Zingler. «Wir haben unserem Partner Aroundtown nichts vorzuwerfen. Im Gegenteil, wir sind stolz, dass wir sie an unserer Seite haben», ergänzte der 54-Jährige: «Das ist ein milliardenschweres MDax-Unternehmen. Vor zehn Jahren hätte sich doch in Berlin noch jeder darüber gefreut, wenn Union so einen Partner gehabt hätte.»

Zingler sieht für den Bundesliga-Neuling durchaus Chancen auf den Klassenerhalt: «Wenn wir die Kraft des Stadions auch auf die Bundesliga übertragen können, ist das natürlich schon eine Basis.» Es gebe ja innerhalb der Bundesliga in gewisser Weise drei Ligen: Topvereine, den starken, gutklassigen Mittelstand und Clubs, «die eine tolle, aber auch schwierige Saison haben können». In die dritte Kategorie stufte Zingler neben Augsburg, Freiburg, Mainz, Paderborn und Düsseldorf auch den Stadtrivalen Hertha ein. «Gegen die musst du natürlich deine Punkte machen», bemerkte der Union-Boss.

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