Fußball: Bundesliga
„Ja, wir schaffen das“ – der BVB nimmt den Titel ins Visier

Dortmund -

So forsch hat sein Jahren, ja fast Jahrzehnten kein anderer Verein außer Bayern München den Gewinn der Deutschen Meisterschaft als Saisonziel ausgerufen. Borussia Dortmund wagt es. Schließlich hat der Vize einen spannenden Kader zusammengestellt.

Donnerstag, 15.08.2019, 08:00 Uhr
Mats Hummels feiert ein Comeback als Abwehrchef des BVB. In München ließen sie ihn ziehen. Foto: imago-images

Das muss man sich erst einmal trauen: Borussia Dortmund sieht Rot und sagt dem großen FC Bayern den Kampf an. Mit gesenktem Kopf und vorgeschobenen Hörnern preschte der Vizemeister durch die Vorbereitung. Das Ziel für die Saison ist klar formuliert und könnte nicht gewaltiger sein. Im Mai 2020 soll rund um den Borsigplatz und nirgendwo anders die dann neunte Deutsche Meisterschaft gefeiert werden.

Dortmunds verbaler Vorstoß passt so gar nicht in die dezenten Töne der vergangenen Jahre. Was hat den BVB zur Offensive bewegt?

Gewiss die Erfahrung aus der letzten Saison, in der die Borussia zwischenzeitlich neun Punkte vor dem Abonnementmeister lag und trotzdem den Part des Außenseiters sorgsam pflegte. Da fehlte es am Glauben und an Courage – sicherlich auch Gründe für die Leistungseinbrüche auf der Zielgeraden. Nun lebt der komplette Club die Kanzlerin-Überzeugung: Ja, wir schaffen das.

Der BVB im munteren Angriffsmodus, wer kann Marco Reus und Co. wirkliche Steine in den Weg legen?

Tatsä chlich muss man lange suchen, um Widersacher zu finden, die auf Strecke in der Lage sein dürften, den Dortmund Vorwärtsdrang einzubremsen. Am Ende der Analyse bleibt nur der nun schon sechsmalige Titelverteidiger Bayern München übrig. Es bahnt sich ein erbittertes Duell der Branchenriesen an. Der BVB war 2012 der Letzte, der dem Rekordmeister die Gaudi verdarb. Vielleicht ist er auch der Erste, dem dies nun wieder gelingt.

Warum ist Dortmund ein sehr ernst zu nehmender Titelkandidat?

Die Mannschaft hatte schon in der letzten Saison herausragende Momente, nun wurde sie noch einmal sehr gezielt und sehr namhaft verstärkt. Als Königstransfer gilt Weltmeister Mats Hummels. Der Rückkehrer aus München soll der Defensive die nötige Stabilität geben und dafür sorgen, dass der BVB deutlich weniger als 44 Gegentore (Saisonwert 2018/19) kassiert. In den Spielzeiten 2010/11 (22) und 2011/12 (25), in den der BVB jeweils Meister wurde, musste er in Summe 47 Treffer hinnehmen. Schon seinerzeit war Hummels Abwehrchef. Mit der Verpflichtung von Nationalspieler und Linksverteidiger Nico Schulz hat Dortmund auf Probleme an anderer Position reagiert. In der Offensive werden Julian Brandt und Thorgan Hazard die Qualität erhöhen und das Optionsangebot erweitern.

Welche Bedeutung hat der Supercup, den Dortmund mit 2:0 gegen die Bayern gewann, für das vermutlich neue Duell zwischen Meister und Vizemeister?

Es waren Gefühle für den Moment, mehr nicht! Bei der Ouvertüre im Vorjahr fegten die Bayern Pokalsieger Frankfurt 5:0 weg. Eintracht-Fans machten sich große Sorgen um ihr Team, Bayern-Fans wähnten sich vorzeitig auf der Festwiesn. Beide Stimmungslagen wendeten sich später. Und noch ein Hinweis: Der Supercup 2019 lieferte mehr Nostalgie als Vision: Sowohl Dortmund als auch die Münchner setzten nur je einen Neuzugang ein. Es war auch ein Spiel mit verdeckten Karten.

Wie wichtig ist der Saisonstart für den BVB?

Sehr wichtig. Das Heimspiel gegen den FC Augsburg und die folgenden Begegnungen bei den Aufsteigern Köln und Union Berlin sind für einen Titelaspiranten beinahe Pflichtübungen. Mit einer guten Bilanz kann sich Dortmund in Position bringen.

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