Champions League-Achtelfinale Dortmund steht Kopf: BVB gewinnt gegen Lissabon 4:0

Dortmund -

Nach zweijähriger Abwesenheit sitzt Borussia Dortmund wieder am Tisch der europäischen Fußball-Schwergewichte. Im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League besiegte der Bundesliga-Dritte am Mittwochabend Benfica Lissabon 4:0 (1:0). Pierre-Emerick Aubameyang ließ sich als dreifacher Torschütze feiern. Den ersten Vergleich hatte der portugiesische Rekordmeister noch 1:0 gewonnen.

Von Wilfried Sprenger
Wer drei Tore schießt, kann auch Salto springen: Pierre-Emerick Aubameyang hebt ab, Seine Dortmunder Mannschaftskollegen wollen nach der Landung gratulieren.
Wer drei Tore schießt, kann auch Salto springen: Pierre-Emerick Aubameyang hebt ab, Seine Dortmunder Mannschaftskollegen wollen nach der Landung gratulieren. Foto: dpa

Die Bayern hatten am Dienstag vorgelegt. 24 Stunden später war der BVB, unterlegener Finalist im deutsch-deutschen-Gipfeltreffen 2013 in London, am Zug. Vermutlich hätte Trainer Thomas Tuchel, eigentlich ein Freund personeller Rochaden, gern mit jener Elf gespielt, die vier Tage zuvor Bayer Leverkusen mit 6:2 aus den Angeln gehoben hatte. Doch zwei Verletzungen durchkreuzten die Pläne: Nach Marco Reus (Muskelfaserriss) blieb auch der angeschlagene Raphael Guerreiro draußen.

Mit einer wunderbaren Choreographie, die an den fabelhaften 5:0-Sieg des BVB über Benfica 1963 bei den Landesmeistern erinnerte, stimmten die Fans ihre Mannschaft auf das K.o.-Spiel ein. Die Protagonisten der Gegenwart ließen sich inspirieren und wischten das 0:1 aus dem Hinspiel schon in der vierten Minute von der Tafel. Christian Pulisic verlängerte den Ball nach einer Ecke von Ousmane Dembele auf den langen Pfosten, dort nickte Pierre-Emerick Aubameyang mutterseelenallein zum 1:0 ein. Ein Traumstart, der BVB ließ noch eine Viertelstunde enormen Sturm und Drang folgen, dann schlief der Motor ein.

Tuchel ärgerte sich über zu viele lange Bälle, doch auch auf engem Raum kamen die Borussen kaum voran. Benfica stand in der 5er-Kette sicher und setzte Mitte der ersten Hälfte einen ersten Nadelstich durch Franco Cervi. De Mannschaften begegneten sich nun auf Augenhöhe, Luisao hatte die nächste gute Chance (32.) für die Portugiesen, doch Roman Bürki war beim Kopfball zur Stelle. Der letzte Aufreger vor der Pause spielte sich an der Seitenlinie ab. Dembele, kurz zuvor wegen Meckerns mit Gelb angezählt, ging Eliseu unnötig ungestüm an und hatte Glück, dass ihn Schiedsrichter Martin Atkinson nicht auszählte.

Der BVB kam personell unverändert aus der Kabine und suchte Linie und Kontrolle. Ein schwierige Aufgabe gegen dieses wirklich spielstarke Lissabon, das 2013 und 2014 noch im Endspiel der Europa League gestanden hatte.

Es war ein Tanz auf dem Hochseil ohne Netz und doppelten Boden, ehe Dortmund ohne Vorwarnung plötzlich komplett explodierte. Vermutlich hätte sich das Publikum über Aubameyangs Eigensinn in der 59. Minute, als er Erik Durm in vorzüglicher Position übersah, ziemlich aufgeregt. Doch die Szene hatte dann doch noch ein Happy-End: Christian Pulisic traf mit feinem Heber und auf Pass von Lukasz Piszczek zum 2:0. Lissabon schaffte es nicht einmal sich zu schütteln, da rauschte die Kugel zum dritten Mal in die Reuse.

Nach maßgerechter Vorarbeit von Julian Weigl und Marcel Schmelzer musste Aubameyang im Fünfmeter-Raum nur noch das Füßchen hinhalten. Es war die Entscheidung, Benfica kam nicht mehr. Aber Aubameyang hob noch einmal den Finger. In der 85. Spielminute erhöhte der Gabuner auf 4:0.

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