EM als Bühne
Auf Weltmeister-Spuren - U21 will es Vorgängern nachmachen

Einige U21-Europameister um Manuel Neuer krönten sich fünf Jahre nach dem Titel auch zu Weltmeistern. Von den 2017er-Europameistern schafften einige den Sprung ins A-Team. Die aktuelle U21 will die nächsten Goldene Generation sein.

Dienstag, 25.06.2019, 13:11 Uhr aktualisiert: 25.06.2019, 13:14 Uhr
Die U21-EM in Italien und San Marino ist für die Spieler eine Möglichkeit sich für neue Vereine zu empfehlen. Foto: Cezaro De Luca

Fagagna (dpa) - Die nächste deutsche Fußball-Generation weckt schon Hoffnung auf mehr.

«Diese Mannschaft macht einfach nur Freude. Das kommt nicht per Zufall», sagte DFB-Direktor Oliver Bierhoff über die aktuelle U21-Auswahl von Trainer Stefan Kuntz, die bei der EM in Italien und San Marino den dritten Titel in ihrer Altersklasse anstrebt. Nach den Generationen um Manuel Neuer 2009 und um Serge Gnabry 2017 will sich nun auch die aktuelle Kuntz-Auswahl den großen Traum vom Titel erfüllen und im Idelfall sogar den Grundstein für die nächste Weltmeister-Generation legen.

Die Chance auf einen erneuten EM-Coup ist da: Im Halbfinale wartet am Donnerstag in Bologna Außenseiter Rumänien. «Klar ist es unser Anspruch als Deutschland, den Titel zu holen», sagte Timo Baumgartl. Die späteren Wege ihrer Vorgänger dürften den aktuellen U21-Stars auf dem Weg zur Titelverteidigung jedenfalls zusätzlich Ansporn geben.

Die 2009er-Europameister um Manuel Neuer, Mesut Özil, Sami Khedira und Mats Hummels wurden fünf Jahre später Weltmeister. Von den Titelträgern 2017 haben sich immerhin Gnabry und Thilo Kehrer im A-Team etabliert. Bundestrainer Joachim Löw sieht auch bei der nächsten Generation großes Potenzial: «Wir haben in den aktuellen Jahrgängen noch sehr begabte Spieler, die die Geschwindigkeit und die Technik für ein solch schnelles Spiel mitbringen», sagte Löw, der den Umbruch vorantreibt.

Eigentlich noch für die U21 spielberechtigte Profis wie Julian Brandt, Timo Werner, Kai Havertz oder Leroy Sané sind längst feste Größen der A-Nationalelf. Dazu kommen die aktuellen U21-Profis Tah, Lukas Klostermann, Benjamin Henrichs und Maximilian Eggestein, die allesamt bereits Erfahrungen unter Löw gesammelt haben. «Diese Generation kann auch viel erreichen, sie hat gute Voraussetzungen dafür», prophezeite Löw den jungen deutschen Spielern.

Von der U17 bis zur U20 war der DFB auf internationaler Ebene zuletzt nicht so erfolgreich wie gewünscht, die aktuelle U21 begeisterte bei der EM dagegen mit zwei ganz starken Auftritten. Trotz der schwächeren Leistung beim 1:1 gegen Österreich gilt das Kuntz-Team als Titelfavorit. «Die Mannschaft macht auf jeden Fall Hoffnung. Sie zeigt, dass sie hohe Qualität hat», sagte Bierhoff.

Auch Kuntz ist mit den Leistungen seiner neuen Mannschaft zufrieden. «Es ist schon eine gute Entwicklung zu sehen in den letzten zwei Jahren», sagte er vor dem Turnier. Im Vergleich zum Titel-Team von 2017 sei seine aktuelle Mannschaft «als Einheit noch stärker».

Welche Bedeutung eine Trophäe mit einer DFB-Auswahl für die eigene Entwicklung haben kann, weiß Levin Öztunali. Der Mainzer wurde 2014 mit der U19 Europameister, vor zwei Jahren gehörte er zur Siegermannschaft der U21. «So ein Titel kann eine Menge bewirken», sagte der 23-Jährige, der seinen dritten DFB-Coup landen will. «Als Mannschaft und auch als Erfahrung für jeden Einzelnen zehrt man von so einem Moment.»

Titel im Nachwuchs-Bereich können die spätere Entwicklung prägen, das hat auch die allererste Europameister-Generation der U21 um Neuer & Co. bewiesen. Auch mit Blick auf das nächste große Ziel - die EM 2020 - könnte ein U21-Titel einigen Nachwuchsprofis noch zum Sprung ins Aufgebot von Löw verhelfen. «Wir haben viele Talente, die auf internationalem Niveau spielen», sagte Neuer über seine Nachfolger. «Ich denke, wir sind für die Zukunft gut gewappnet.»

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