DFB-Pokal Hertha-Matchwinner Ibisevic: Blitztor statt Erholungspause

Zwei Joker-Tore bescheren Hertha BSC den Einzug ins Achtelfinale des DFB-Pokals. Der Traum vom Heim-Finale im Olympiastadion lebt weiter. Matchwinner ist ein Stürmer mit «Magnet-Effekt».

Von dpa
Nur wenige Sekunden nach seiner Einwechslung sorgte Vedad Ibisevic mit der ersten Ballberührung für die Hertha-Führung. Uwe Anspach
Nur wenige Sekunden nach seiner Einwechslung sorgte Vedad Ibisevic mit der ersten Ballberührung für die Hertha-Führung. Uwe Anspach Foto: Uwe Anspach

Darmstadt (dpa) - Selbst in der Spätphase seiner langen Karriere gibt es für Vedad Ibisevic immer noch etwas Neues.

Eigentlich hatte sich der Routinier von Hertha BSC auf einen spielfreien Abend eingestellt, am Ende musste es beim 2:0 in der zweiten DFB-Pokalrunde beim SV Darmstadt 98 aber wieder einmal der 34 Jahre alte Stürmer richten. «Ich kann mich nicht erinnern, dass ich in meiner Karriere schon einmal so schnell getroffen habe», sagte der Bosnier über sein Blitztor.

Nur wenige Sekunden nach seiner Einwechslung sorgte Ibisevic mit der ersten Ballberührung für die Führung der Berliner. Nach dem Schuss von Ondrej Duda spekulierte er in der 64. Minute darauf, dass Darmstadts starker Keeper Daniel Heuer Fernandes nur zur Seite abwehren konnte - und stand da, wo ein Stürmer stehen muss.

«Überragend» habe sich das natürlich angefühlt, sagte er nach der Partie, gestand aber auch: «Eigentlich hatte ich heute nicht vorgehabt reinzukommen.» Doch seine Mannschaft habe einfach ein Tor gebraucht. «Ich hatte gehofft, dass die Jungs das so erledigen. Aber egal.»

Mehrfach war öffentlich schon spekuliert worden, ob Ibisevic als gesetzter Stoßstürmer im fortgeschrittenen Sportleralter nicht doch langsam vor der Ablösung stehe. Doch zum wiederholten Male stellte der Kapitän seinen Wert unter Beweis. Vier Saisontore erzielte Ibisevic bislang in der Bundesliga, auch beim 2:1 in der ersten Runde bei Eintracht Braunschweig traf er.

Mit dem Torschützen sei besprochen gewesen, «dass er nicht reinkommt, wenn alles gut läuft», berichtete Hertha-Coach Pal Dardai anschließend. Doch Ibisevic-Vertreter Davie Selke, der erstmals nach seiner Lungenoperation während der Saisonvorbereitung wieder in der Anfangsformation stand, habe zu viele unnötige Fouls begangen und etwas verkrampft gespielt. Ibisevic habe dagegen in der aktuellen Saison «diesen Magnet-Effekt». Es laufe einfach bei ihm. «Wir sind sehr stolz und sehr zufrieden mit ihm.»

Auch Dardais zweiter Joker stach. U21-Nationalspieler Maximilian Mittelstädt erzielte fünf Minuten nach seiner Einwechslung mit einem kraftvollen Schuss und mit Hilfe der Unterlatte das sehenswerte 2:0. «Ich hoffe, dass er gegen Leipzig das Siegtor macht, dann kann er einen ausgeben», sagte Dardai mit Blick auf das kommende Bundesligaspiel gegen RB am Samstag (18.30 Uhr).

Nach dem starken Start in der Liga lebt für die Berliner damit auch der Traum vom Heim-Finale im Pokal weiter. «Wir dürfen nicht zufrieden sein», betonte der Ungar, «es sieht gut aus, gibt noch einiges zu tun.»

Fast hätte sogar noch der dritte eingewechselte Spieler getroffen. Doch der in der 90. Minute gekommene Australier Mathew Leckie legte in der Nachspielzeit Ibisevic auf, anstatt selbst zu schießen - und erhielt dafür einen Tadel seines Trainers. «Normalerweise soll er ein bisschen egoistisch sein. Dann hätte er auch getroffen», sagte Dardai. «Aber da hat er ein bisschen angefangen zu fummeln. Das mag ich nicht. Wir wollen Schach und Matt und schön!»

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