Ausbau Preußen-Stadion
Es braucht viele Konzepte

Münster -

Masterplanung, Nutzungs- und Finanzierungskonzept sowie Bau- und Betriebsmodell: Für den Ausbau des Preußen-Stadions muss viel Vorarbeit geleistet werden – vornehmlich am Schreibtisch.

Dienstag, 18.06.2019, 16:00 Uhr aktualisiert: 18.06.2019, 19:54 Uhr
Das Preußen-Stadion an der Hammer Straße steht vor einem aufwendigen Um- und Ausbau. Die weiteren Planungsschritte für dieses Projekt will der Rat in seiner Sitzung am 3. Juli auf den Weg bringen. Foto: Matthias Ahlke

In der Ratssitzung am 3. Juli soll über die Beschlussvorlage zum Ausbau des Preußen-Stadions einschließlich Mobilitätsstation entschieden werden, die in dieser Woche von der Stadtverwaltung offiziell vorgelegt wurde. Damit werden die weiteren Planungsschritte für das Stadion, aber auch für den gesamten Sportpark Berg Fidel angestoßen.

Die Ratspolitik soll die Verwaltung beauftragen, „die erforderlichen Vertragsergänzungen zur Umsetzung des gemeinsamen Stadionausbaus vorzubereiten und nach Abstimmung mit dem SC Preußen Münster dem Rat zur Beschlussfassung vorzulegen“. Dabei gilt es, die Bausteine Masterplanung/Nutzungskonzept, Businessplanung/Finanzierungskonzept sowie Bau- und Betriebsmodell als Grundlagen für den Stadionausbau zu erarbeiten.

Gibt der Rat dann grünes Licht, „könnten aus einem stufenweise realisierbaren Konzept die ersten nicht hochbaulichen Maßnahmen identifiziert werden, die möglichst zeitnah umgesetzt werden könnten“. Dazu könnten möglicherweise neben neuen Sportanlagen für das geplante Nachwuchsleistungszentrum im Sportpark auch erste Infrastrukturmaßnahmen zählen, schreibt die Stadtverwaltung. Der Zeitplan sieht derlei, wie berichtet, schon für das Jahr 2020 vor.

Bahnhaltepunkt Geist/Preußen-Stadion

Die Stadt hat nach eigenen Angaben eine Machbarkeitsstudie vergeben, die klären soll, ob die Einrichtung eines Haltepunktes Geist/Preußen-Stadion überhaupt möglich ist. Die Durchführung der Machbarkeitsstudie ist laut Verwaltungsvorlage für das zweite Halbjahr 2019 geplant. Die Ergebnisse werden voraussichtlich im Frühjahr 2020 vorliegen, heißt es weiter. Allerdings würde selbst bei einem positiven Ergebnis für den Haltepunkt ein Planungs- und Realisierungszeitraum von zehn Jahren zu erwarten sein. Die Stadtverwaltung sieht die Chancen für den Haltepunkt eher skeptisch: Abhängig sei die Realisierung nämlich in erster Linie vom zweigleisigen Ausbau der Strecke Münster – Lünen – Dortmund. Dafür liege aber bislang kein aktuelles Ziel- und Zeitkonzept der Bahn vor. Wünschenswert ist es aus Sicht der Stadt, wenn mit dem Haltepunkt Geist/Preußen-Stadion die beiden Strecken Münster – Dortmund sowie Münster – Essen – Düsseldorf/Mönchengladbach erschlossen werden könnten.

...

Die mit dem Haushaltsplan 2019 bereitgestellten Investitionsmittel in Höhe von 40 Millionen Euro sind laut Stadtverwaltung als „Orientierungsrahmen für Sanierung und Ausbau des Stadions einschließlich Mobilitätsstation zu sehen“.

Beispielsweise durch einen Finanzierungsbeitrag des SC Preußen Münster und seiner Sponsoren könne dieser Finanzrahmen erweitert werden, heißt es. „Dabei sind die Auswirkungen auf die Pachtzahlungen zu prüfen.“ Für den Start des Ausbaus sei Einigkeit über die Finanzierungsbeiträge der Preußen und der Stadt Münster herzustellen.

Insbesondere sei es die Aufgabe des SCP, den eigenen Finanzierungsbeitrag zu konkretisieren und die Gewinnung von Sponsoren für das Projekt voranzutreiben, nimmt die Stadtverwaltung den Verein in die Pflicht. Auf der anderen Seite will die Stadt klären, inwieweit das Projekt für die Akquise von Fördermitteln geeignet sei. Das dürfte vor allem für die Mobilitätsstation gelten – „auch ist hierbei der Einsatz von Stellplatzablösemitteln zu prüfen“.

Im unmittelbaren Zusammenhang mit dem Finanzierungskonzept steht nach Ansicht der städtischen Kämmerei, die für das Projekt verantwortlich zeichnet, das Bau- und Betriebsmodell für das neue Stadion. Dabei seien „insbesondere beihilferechtliche, vergaberechtliche und steuerliche Aspekte zu berücksichtigen“. Zur Debatte dürfte unter anderem wohl eine ligaabhängige Pacht stehen.

Unterdessen sind die Nutzungsbedingungen für die kommende Spielzeit im alten Stadion, wie von der Bezirksregierung gefordert, inzwischen geklärt. Der bisherige Überlassungsvertrag war von der Behörde noch bis zum Ende der abgelaufenen Saison geduldet worden. Er wurde jetzt in einen Pacht- sowie einen Zuschussvertrag gesplittet.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6704491?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686217%2F2820606%2F
Polizei sucht auffälligen VW Polo
Das Foto zeigt das mutmaßliche Fluchtfahrzeug.    
Nachrichten-Ticker