Fußball: 3. Liga Rühle-Ausfall beim KSC könnte die Chance sein für Preußen-Talent Warschewski

Münster -

Als klarer Außenseiter reisen die Preußen am Karsamstag zum Karlsruher SC. Die Ausfälle von Adriano Grimaldi und Tobias Rühle wiegen schwer, aber Tobias Warschewski scharrt mit den Hufen und hofft auf seine Startelf-Premiere in dieser Saison.

Von Thomas Rellmann
Zehn Joker-Einsätze, nur 178 Spielminuten, kein Tor: Die Bilanz von Tobias Warschewski (l.) in dieser Saison ist sehr mäßig. Erst stoppte den Youngster ein Mittelfußbruch, dann beklagte Trainer Marco Antwerpen seine Einstellung. Nun hat er aufgeholt.
Zehn Joker-Einsätze, nur 178 Spielminuten, kein Tor: Die Bilanz von Tobias Warschewski (l.) in dieser Saison ist sehr mäßig. Erst stoppte den Youngster ein Mittelfußbruch, dann beklagte Trainer Marco Antwerpen seine Einstellung. Nun hat er aufgeholt. Foto: Jürgen Peperhowe

Episode zwei des Mini-Rosenkriegs zwischen Viktoria Köln und Marco Antwerpen erstickte der Trainer des SC Preußen am Donnerstag im Keim. Franz-Josef Wernze, der Clubchef des Regionalligisten, für den Münsters Coach bis Dezember arbeitete, hatte sich medial beklagt, dass der 46-Jährige Abwehrspieler Dominik Lanius von dessen Ex- zum jetzigen Club gelotst hat. Die Antwort des Trainers: „Ich dachte, dass man nach einer Trennung nicht übereinander redet. Für mich ist das abgeschlossen. Ich dachte immer, dass ich mit Herrn Wernze gut klarkomme.“ Der hatte sich schon beim Vereinswechsel im Winter öffentlich über Antwerpen geärgert und bezeichnete ihn nun als „komischen Vogel“.

Weglächeln, abhaken und gut – Münsters Übungsleiter kreist mit seinen Gedanken ohnehin viel lieber um Fußball. Eine der schwersten möglichen Aufgaben dieser 3. Liga steht an, am Samstag (14 Uhr) beim Karlsruher SC. Der anfangs strauchelnde und nun unglaublich konstante einstige Top-Favorit hat nicht nur nominell reichlich Klasse an Bord. Eine Niederlage im Wildpark würde dem SCP niemand krumm nehmen. Doch Antwerpen tippt mit dem Finger an die Stirn: „Wir fahren doch nicht dahin und sagen: Schlagt uns mal.“ Vom Zurücklehnen und Entspannen hält er sowieso nichts, selbst wenn der Klassenerhalt nahezu in trockenen Tüchern ist. 13 Punkte Vorsprung, ein gutes Torverhältnis, noch sieben Partien – was soll da passieren? Die Preußen haben sich intern zeitgleich auch andere Ziele gesteckt.

Eines lautet: den KSC kitzeln. „Wir müssen aktiv ins Spiel gehen, auf die Schlüsselspieler aufpassen, die Standards weiterhin gut verteidigen und wie zuletzt das ausnutzen, was der Gegner uns anbietet.“

Klingt gut in der Theorie, in der Praxis fehlen den Preußen aber zwei offensive Säulen. Adriano Grimaldi ist gelbgesperrt, Tobias Rühle fährt wegen seiner Magen-Darm-Grippe nicht mit. „Er sah nicht gut aus“, sagt sein Trainer. Tobias Warschewski hat also berechtigte Hoffnungen auf seine Startelf-Premiere in dieser Saison. „Er muss sich auch gegen Top-Leute der Liga behaupten“, so Antwerpen. Die Alternative wäre eine Besetzung mit Martin Kobylanski und Lucas Cueto vorne drin. Vom Typus her kann keiner der Genannten den Wühler Rühle ersetzen. „Das ist sehr, sehr schwierig, weil er für jeden Gegenspieler unangenehm ist, dazu Athletik und Robustheit mitbringt“, sagt der Coach.

Neu im Kader könnten neben Michele Rizzi, der seine Sperre abgebrummt hat, auch die genesenen Moritz Heinrich und Nico Rinderknecht sein. Benjamin Schwarz kriegt vielleicht eine Verschnaufpause. Am Freitagmorgen geht die Reise Richtung Karlsruhe los, nachmittags ist noch eine Trainingseinheit vor Ort vorgesehen. Preußen : Schulze Niehues – Schweers, Kittner, Scherder – Menig, Braun, Rizzi, Al-Hazaimeh – Hoffmann, Warschewski, Kobylanski

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