Fußball: 3. Liga Preußen Münster will mit drei Punkten in den Mai tanzen

Münster -

Und zum versöhnlichen Ausklang endlich doch noch Spitzenspiele im Preußenstadion: Tabellenführer Zwickau ist am Sonntag (14 Uhr) zu Gast beim Tabellensechsten – allerdings nur in der Unterwertung für das Jahr 2017.

Von Alexander Heflik
Die Entscheidung im Hinspiel: Michele Rizzi erzielte aus elf Metern den Treffer zum 1:0-Erfolg der Preußen. Am Sonntag soll im heimischen Stadion nachgelegt werden.
Die Entscheidung im Hinspiel: Michele Rizzi erzielte aus elf Metern den Treffer zum 1:0-Erfolg der Preußen. Am Sonntag soll im heimischen Stadion nachgelegt werden. Foto: Jürgen Peperhowe

Zwischen Kirchgang und Mai-Ausflug heißt eine der interessantesten Abwechselungen am Sonntag (Anstoß 14 Uhr) mit Sicherheit Preußen Münster gegen FSV Zwickau im Stadion an der Hammer Straße. Zwei der besten Teams der 3. Liga treffen aufeinander, zumindest wenn man die Resultate nur im Jahr 2017 betrachtet. Aufsteiger Zwickau ist da Tabellenführer, Münster Rangsechster mit nur drei Zählern Rückstand auf die Aufstiegsränge – wäre da nicht die erste Saisonhälfte in 2016 gewesen.

„Zwickau hat sich in allen Belangen verbessert, viele Fehler ausgemerzt. Und sie haben mit Ronny König und Julian Nietfeld zwei Stürmer in richtig guter Verfasung“, lupft SCP-Coach Benno Möhlmann den Hut vor dem Konkurrenten. Er hat gerade seinen Vertrag, der im Oktober 2016 zunächst nur bis zum 30. Juni 2017 ausgelegt war, bis zum Sommer 2018 verlängert. „Ein Jahr ist ausreichend. Wir wollen einen Schritt vorankommen, haben aber nicht ein großes Projekt in Planung“, sagte Möhlmann. Deshalb ist eine Saison für beide Seiten gut überschaubar, mal sehen, was sich entwickeln lässt. Abstiegskampf soll es auf keinen Fall wieder werden.

Ein potenzielles Abstiegsduell war das Hinrundenaufeinandertreffen zwischen Zwickau und Münster dabei noch, als Michele Rizzi mit einem verwandelten Foulelfmeter den glücklichen Auswärtssieg des SCP manifestierte. Seitdem hat sich vieles verändert, den Tabellenkeller haben beide verlassen.

Und so geht Möhlmanns Blick nach vorne: „Wir wollen diese durchwachsene Saison solide und gut beenden.“ Die drittbeste Heimelf der 3. Liga, also die Preußen, wollen diesen Status untermauern, und das am besten mit Erfolgen gegen Zwickau und dann SSV Jahn Regensburg. Es ist eine Art Friedensangebot an die Anhängerschaft, und es wäre ein Signal für die nächste Spielzeit. Denn Möhlmann sagt auch: „Ich habe schon die Hoffnung, dass ein Großteil des Kaders zusammenbleibt. Da ist etwas zusammengewachsen.“

Große Experimente in der Aufstellung wird es in der Schlussphase der Saison dennoch nicht geben, also Reservisten zwecks Leistungsschau in die Startelf gehievt. Er kenne seine Pappenheimer, deutet der 62-Jährige durch die Blume an.

Am Sonntag hat der SCP-Coach derweil Aufstellungssorgen, weil Sandrino Braun, Stephane Tritz (beide gesperrt), Danilo Wiebe und Benjamin Schwarz (beide verletzt) sowie Mehmet Kara (erkrankt) fehlen werden.

► Münster: Schulze Niehues – Stoll, Kittner, Schweers, Al-Hazaimeh – Mai – Rühle, Rizzi, Kobylanski, Tekerci – Grimaldi.

► Gäste: Aus der Westfalenliga-Reserve trainierten Innenverteidiger Yannik Borgmann (19) und Rechtsverteidiger Dominik Voß (21), erprobt in 92 Spiele für den SCP in Jugend und Senioren, beim Drittligisten mit.

Der Gegner im Check: FSV Zwickau

Ausgangslage: Belanglos ist die Partie wirklich nicht. Zwar haben die einstigen Kellerkinder aus Zwickau und Münster das Gröbste in Sachen Klassenerhalt hinter sich, aber gerade Zwickau hat noch gute Chancen, über das Erreichen eines der ersten vier Plätze in den lukrativen DFB-Pokal zu hüpfen.

Personal: Zwei, drei Langzeitverletzte hat Zwickau, allerdings trifft der Kreuzbandriss von Abwehrspieler Christoph Göbel das Team hart. Wichtige Personalien aktuell sind aber die Vertragsverlängerung von Aykut Öztürk (bis 2018) sowie die Verpflichtung des 19 Jahre alten Abwehrspielers Anthony Barylla (bis 2019) von RB Leipzigs U 23.

Trainer: Torsten Ziegner schaffte als Aufstiegstrainer den Spagat zwischen Fußballlehrer-Ausbildung und dem Überstehen der großen sportlichen Krise in der Hinrunde. Mittelfristig will er in die 2. Bundesliga, kurzfristig unter die ersten Vier. Aber: Das Aufgebot wird von 27 Akteuren auf 20 Feldspieler und drei Torleute verkleinert, rund 20 Prozent weniger gibt der Personaletat in der neuen Saison her.

Kuriosum: Zwickau ist die mit Abstand beste Rückrundenelf mit zwöf Siegen bei nur zwei Remis und zwei Niederlagen. Rang zwei ist drei Zähler entfernt – die 2. Bundesliga aber nur ein Traum. Die Verantwortlichen beantragten keine Lizenz, das ist nachträglich auch nicht mehr möglich.

http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4795887?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686217%2F2820606%2F