Fußball Fragen über Fragen: Schlusslicht 1899 im Abstiegskampf

Huub Stevens kennt das nur zu Genüge: Nach zwei Rettungsaktionen beim VfB Stuttgart soll er nun 1899 Hoffenheim aus dem Tabellenkeller holen. Die Vorbereitung in Südafrika verlief weitgehend störungsfrei. Die Situation aber bleibt schwierig.

Von dpa
Trainer Huub Stevens soll 1899 Hoffenheim aus dem Tabellenkeller holen.
Trainer Huub Stevens soll 1899 Hoffenheim aus dem Tabellenkeller holen. Foto: Uwe Anspach

Rustenburg (dpa) - Nach einem einwöchigen Trainingslager in Rustenburg kehrt Bundesliga-Schlusslicht 1899 Hoffenheim aus Südafrika zurück.

Trainer Huub Stevens war grundsätzlich zufrieden mit der Vorbereitung, auch wenn es so manchen Verletzten gibt: «Wir haben einige Schritte nach vorne getan, aber in vielen Bereichen ist noch viel Luft nach oben.» Verstärkungen gab es bisher nicht, so bleiben vor dem Rückrunden-Start am 23. Januar gegen Bayer Leverkusen viele Fragen.

Kommen noch Neuzugänge?

Trotz der finanziellen Möglichkeiten von Milliardär und Mäzen Dietmar Hopp hält sich der Club bisher zurück. Stevens bezeichnete den Wintermarkt als «schwierig» und sagte: «Ich habe Wünsche, das weiß Alexander Rosen.» Der Sportchef ist von der Qualität des Kaders «überzeugt». Vor dem Transferschluss am 31. Januar könnte sich aber noch was tun.

Kann Stevens den Club aus dem Tabellenkeller holen?

Rosen lobt die Ausstrahlung des Niederländers, seine Ruhe und Erfahrung. Er sprach von «harten, intensiven Einheiten» in Südafrika: «Es war vom Umfang her vielleicht das intensivste Trainingslager der vergangenen Jahre.» Aber Punkte gibt es dafür nicht. Stevens muss jetzt seine Formation finden und die Leistungsträger wie Kevin Volland und Pirmin Schwegler stärken. Im Sommer ist er ohnehin weg: Dann wird der bisherige A-Jugendtrainer Julian Nagelsmann Chefcoach.

Wer soll die Tore schießen?

17 Treffer in 17 Spielen sind kein Ruhmesblatt. Nationalspieler Volland (5) ist erfolgreichster Schütze, plagt sich derzeit aber mit einer Zerrung herum. Bankdrücker Adam Szalai (0) wechselte zum Mitkonkurrenten Hannover 96. Mark Uth (1) und Kevin Kuranyi (0) konnten bislang nicht überzeugen. Ein zusätzlicher Angreifer würde dem Team gut tun.

Was passiert mit den Nationalspielern?

Volland kam zuletzt nur von der Bank, Sebastian Rudy kämpfte schon unter Stevens Vorgänger Markus Gisdol um einen Stammplatz. Beide wollen ihre EM-Chancen wahren. Stevens wiederum sagt: «Ich setze nicht auf Nationalspieler, ich setzte auf die Mannschaft.» Sowohl Volland (bis 2019) als auch Rudy (bis 2017) haben noch einen Vertrag über den Sommer hinaus. Die Debatte um ihre Zukunft könnte aber in der Rückrunde zum Störfaktor werden.

Kommt Kevin Kuranyi noch einmal in die Spur?

Der 33 Jahre alte Ex-Nationalspieler (elf Spiele, davon nur fünf von Beginn an) hatte in Südafrika mit einer Bänderdehnung zu kämpfen - und in der Bundesliga mit dem Spielniveau. «Ich fühle mich deutlich besser als im Sommer», sagte der Neuzugang von Dynamo Moskau dem «Kicker» und räumte ein: «Ein Tor wäre wie ein Befreiung.»

Wo bleibt Eduardo Vargas?

Für Chile trifft der sechs Millionen Euro teure Stürmer regelmäßig, verhalf seinem Land im Sommer zum Heim-Triumph bei der Copa América. Doch bei der TSG konnte der WM-Teilnehmer noch nicht glänzen, erzielte erst ein Tor. Auf seinen großen Durchbruch bei einem europäischen Club wartet Vargas noch: Auch beim SSC Neapel, beim FC Valencia und bei Queens Park Rangers blieb er hinter den Erwartungen zurück.

Wie will die Mannschaft einen Fehlstart vermeiden?

Gleich zum Auftakt droht wieder Ungemach: Erst kommt Bayer Leverkusen (23. Januar), dann geht es zum FC Bayern München (31. Januar). «Das schenken wir definitiv nicht ab», sagte Kapitän Schwegler zum ersten Heimspiel.

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