Kampf gegen Herztod
Kardiologen fordern mehr Unterstützung

Mannheim (dpa) - Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) will im Kampf gegen Herzerkrankungen die Politik stärker in die Pflicht nehmen. Herzerkrankungen seien die häufigste Todesursache in Deutschland, sagte DGK-Präsident Hugo Katus bei der Jahrestagung der Gesellschaft in Mannheim.

Mittwoch, 24.04.2019, 17:39 Uhr aktualisiert: 24.04.2019, 17:42 Uhr
Herzerkrankungen seien laut DGK die häufigste Todesursache in Deutschland. Foto: Sebastian Kahnert

Es gebe ein störendes Missverhältnis zwischen der Bedeutung der Herzerkrankungen für die Bevölkerung und den politischen Anstrengungen, um hier Abhilfe zu schaffen. Grund dafür seien Klischees über Herz-Patienten und die unterschätzte Gefährlichkeit und die Dauer von Herzerkrankungen. So solle es etwa analog zur «Nationalen Dekade gegen den Krebs» eine nationale Agenda «Kampf gegen Herztod» geben, forderte Katus.

Er betonte, es sei ein verbreitetes Missverständnis, dass Herzerkrankungen allein durch die Behandlung von Risikofaktoren und einen gesunden Lebensstil vermieden werden könnten. Herzerkrankungen träten bei vielen Menschen auf, weil - ähnlich wie bei Tumorleiden - auch genetische Veranlagungen für Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems verantwortlich seien. «Es wäre zu kurz gegriffen, kardiologische Erkrankungen stets auf einen ungesunden Lebensstil zurückzuführen», betonte der Mediziner.

Im Jahr 2017 sind laut Katus mehr als 1,7 Millionen Menschen wegen einer Herzerkrankung stationär in deutschen Krankenhäusern behandelt worden. 2016 seien mehr als 207.000 Patienten in Deutschland an einer solchen Erkrankung gestorben. Die kürzlich von der Bundesregierung ausgerufene «Dekade gegen den Krebs» sei ein gelungenes Beispiel dafür, wie bedrohliche Volkskrankheiten bekämpft werden können, sagte Katus. Er ist Ärztlicher Direktor der Klinik für Kardiologie, Angiologie und Pneumologie an der Uniklinik Heidelberg. Eine solche Initiative auch für die Herz-Kreislauf-Erkrankungen sei notwendig. Sie führten zu mehr Todesfällen als alle Tumorerkrankungen zusammen.

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