Druck auf Mittelmeerstaaten
Iranischer Tanker «Adrian Darya-1» hält Kurs Richtung Osten

Athen/Nikosia (dpa) - Der iranische Öltanker «Adrian Darya-1» fährt weiter in Richtung östliches Mittelmeer. Das Schiff befand sich am Sonntag südöstlich Siziliens und westlich von Kreta. Dies ging aus Daten des Portals «Marinetraffic.com» hervor.

Sonntag, 25.08.2019, 14:57 Uhr aktualisiert: 25.08.2019, 15:00 Uhr
Foto: Marcos Moreno

Das Schiff war mehr als sechs Wochen lang in Gibraltar unter dem Vorwurf festgehalten worden, das EU-Embargo gegen Syrien zu unterlaufen. Das oberste Gericht des britischen Überseegebiets an der Südspitze der iberischen Halbinsel hatte dem Tanker schließlich freie Fahrt gewährt, es war vor einer Woche losgefahren.

Ursprünglich war der griechische Hafen von Kalamata als Ziel genannt worden. Die Regierung in Athen erklärte jedoch, Griechenland werde die Reise des Öltankers nicht unterstützen. Wie am Samstag aus Daten bei «Marinetraffic.com» hervorging, wies der Kapitän daraufhin den türkischen Hafen Mersin als geplantes Ziel aus.

Dies nahm er am Sonntag aber zurück. Der Kapitän gab nun an, auf weitere Anweisungen der Reederei zu warten. Die USA hatten in den vergangenen Tagen alle Mittelmeerstaaten unter Druck gesetzt, dem Schiff keinen Ankerplatz und keine Unterstützung zu gewähren. Mersin liegt rund 150 Kilometer von der syrischen Hafenstadt Latakia entfernt.

Die iranische Marine zeigte sich derweil bereit, die «Adrian Darya-1» auf ihrem Weg zurück in den Iran zu begleiten. «Falls die politische Führung es für notwendig erklärt, werden wir von wo auch immer den Tanker eskortieren», sagte Armeesprecher Habibullah Sajari der Nachrichtenagentur Isna.

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