Biografie
Femme fatale der Renaissance: «Lucrezia Borgia»

Lucrezia Borgia (1480-1519) kam als uneheliche Papsttochter zur Welt und starb als Herzogin von Ferrara. Friederike Hausmann blickt auf ihr Leben zurück.

Dienstag, 25.06.2019, 14:20 Uhr aktualisiert: 25.06.2019, 14:22 Uhr

München (dpa) - Es gibt wohl kein Verbrechen, das man ihr nicht zur Last gelegt hätte: Lucrezia Borgia (1480-1519) wurde der Giftmischerei, des Ehebruchs, ja sogar des Inzests bezichtigt.

Entsprechend geisterte die schöne Papsttochter als Femme fatale durch zahlreiche Romane, Theaterstücke und Filme. Friederike Hausmann blickt in ihrer Biografie dagegen hinter die schwarze Legende. Sie zeigt eine schöne und kultivierte Frau, die aufgrund ihrer herausgehobenen Stellung als Tochter von Papst Alexander VI. in ihrer Jugend zum Spielball von Intrigen wurde.

Der schlechte Ruf ihres Vaters und des Bruders Cesare färbte auf sie ab. Erst in ihrer zweiten Lebenshälfte und dritten Ehe konnte sich Lucrezia in ihrer Rolle als Herzogin von Ferrara befreien. Hausmann beschreibt sie hier als überraschend umsichtige Verwalterin, die sich für die Urbarmachung von Land engagierte.

Das zurückhaltend geschriebene Buch zeigt ein erfrischend anderes Bild von Lucrezia Borgia als sympathische und patente Persönlichkeit in oft finsterer Umgebung.

- Anna Goldenberg: Versteckte Jahre. Der Mann, der meinen Großvater rettete , Zsolnay, Wien, 192 Seiten, 20,00 Euro, ISBN 978-3-552-05906-1.

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