Purple House Bluesrock-Veteran Robben Ford in Bestform

Mit Robben Ford an der Gitarre konnte man als Star aus Rock, Blues und Jazz nichts verkehrt machen. Das neue Soloalbum des bewährten Gast- und Begleitmusikers lenkt den Blick auf einen versierten Singer-Songwriter.

Von dpa
Purple House: Bluesrock-Veteran Robben Ford in Bestform
Foto: Mascha Thompson

Berlin (dpa) - Er hat vielen Großen aus Pop, Rock, Blues und Jazz seine Gitarrenkünste zur Verfügung gestellt. Als Solokünstler ist Robben Ford gleichwohl immer etwas unter dem Radar geblieben.

Ob sich das mit «Purple House» (earMUSIC) nun ändert? Verdient hätte es der mittlerweile 66 Jahre alte kalifornische Musiker allemal. Denn auch diese mit 35 Minuten kompakte, daher auch nie in Virtuosen-Gegniedel ausufernde Platte zeigt Ford von gewohnt guter Seite: als sehr soliden Songwriter mit charaktervoller Stimme und beeindruckendem, aber nicht eitel ausgestelltem Können an seiner Gitarre.

Miles Davis, George Harrison, Steely Dan, Joni Mitchell, Rickie Lee Jones oder auch Kiss gehörten zu Robben Fords prominenten Begleitern oder «Gastgebern» - allein diese bunte Mixtur zeigt, dass er nie der typische Schubladen-Bluesmann war. Sein neuntes Studioalbum enthält ebenfalls wieder viele Facetten, klingt zeitweise gar nach ambitioniertem Westcoast-Poprock («Bound For Glory»), lässt auch mal Soul- und Gospel-Schwärze aufblitzen («Tangle With Ya»).

«Früher habe ich hauptsächlich Blues- und Rhythm&Blues-Songs geschrieben», sagt Ford. «Im Laufe der Jahre habe ich versucht, mein Spektrum zu erweitern. Und dieses neue Album spiegelt genau das wider - vielleicht mehr als alles andere, was ich zuvor gemacht habe.» Zudem habe er versucht, «den Schwerpunkt noch stärker auf die Produktion zu legen, als ich es in der Vergangenheit getan habe». Entsprechend toll hört sich das Album auf einer guten Stereoanlage an.

Auf «Purple House» hat der gern gesehene Gastmusiker Ford nun seinerseits hochkarätige Kollegen eingeladen, etwa US-Sängerin Shemekia Copeland (im Duett «Break In The Chain») oder Travis McCready von der Mississippi-Band Bishop Gun («Somebody’s Fool»). Alles in allem ein sehr gelungenes Crossover-Album.

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