False Memory Archive Auf Steven Wilsons Spuren: Prog-Rock von Oak aus Oslo

Skandinavien (und speziell Norwegen) ist ein gutes Pflaster für talentierte Progressive-Rock-Bands. Oak aus Oslo liefern nun ein Album mit echtem Crossover-Potenzial ab.

Von dpa
Auf dem Sprung zum Durchbruch: Oak.
Auf dem Sprung zum Durchbruch: Oak. Foto: Karisma Records

Berlin (dpa) - Als Prog-Band, die aus einem Folkrockduo entstand, bezeichnet sich die norwegische Formation Oak. Beide Seiten der Stil-Medaille sind auf ihrem zweiten Album nachzuhören.

Artrock-Bands wie Porcupine Tree, Pink Floyd, Talk Talk oder Marillion standen Pate für den Sound von «False Memory Archive» (Karisma/Soulfood). Aber in den weniger bombastischen Passagen der neun Oak-Tracks haben eben auch Singer-Songwriter wie John Martyn oder Jeff Buckley Spuren hinterlassen. Eine reizvoller Hybrid, dem die vier Musiker mit Claude Debussys wunderschönem «Clair De Lune» auch noch ein paar Klassik-Elemente beimischen.

Oak stammen aus der lebendigen Osloer Progrock-Szene, die sich - bei allem dort üblichen Namedropping - kaum allein auf britische und amerikanische Vorbilder festlegen lässt. Simen Valldal Johannessen (Gesang, Piano, Keyboards), Sigbjørn Reiakvam (Bass, Gitarre, Banjo, Keyboards) und Øystein Sootholtet (Schlagzeug, Keyboards) sowie als Gast Bjorn Riis von der befreundeten Band Airbag scheuen auch vor Pop- und Jazz-Elementen nicht zurück.

«False Memory Archive» erinnert damit bisweilen an «To The Bone», das jüngste erfolgreiche Solowerk von Porcupine-Tree-Frontmann Steven Wilson. Herzstücke eines durchgehend überzeugenden Albums sind das über achtminütige «Lost Causes» mit Riis an der Lead-Gitarre und einigen wilden Saxofon-Ausbrüchen sowie das sogar gut zehnminütige Drama «The Lights». Es fällt nicht schwer sich vorzustellen, dass Oak in der fanatischen internationalen Prog-Fangemeinde mit diesem Album den Durchbruch schaffen.

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