TV-Tipp Krügers Odyssee

Zum zweiten Mal ist Horst Krause in der Rolle des Berliner Rentners Paul Krüger zu sehen. Ein Familiengeheimnis führt ihn bis nach Griechenland. Es wird eine urkomische Reise voller Hindernisse.

Von dpa
Drei Ur-Berliner: Krüger (Horst Krause, M), Ecki (Jörg Gudzuhn, r) und Bernd (Fritz Roth).
Drei Ur-Berliner: Krüger (Horst Krause, M), Ecki (Jörg Gudzuhn, r) und Bernd (Fritz Roth). Foto: Stephanie Kulbach

Berlin (dpa) - Paul Krüger muss wieder raus! Raus in die Welt, raus ins pralle Leben! Vor zwei Jahren hat der biedere Berliner Rentner in «Krüger aus Almanya» bereits eine Exkursion in die Türkei unternommen. In «Krügers Odyssee» ruft nun Griechenland.

Dort soll Krüger - wieder gespielt von Schauspieler Horst Krause - den leiblichen Vater seiner Enkelin Annie (Anna Hausburg) suchen. Denn ohne ihren Erzeuger will die Hochschwangere nicht heiraten. Krause ist die Rolle des zupackenden Krüger auf den Leib geschrieben. Das Erste zeigt «Krügers Odyssee» am Freitag (5. Januar) um 20.15 Uhr.

«Seine Tochter und seine Enkelin sind die einzigen Menschen, die er hat», sagt Horst Krause (76) über seine Krüger-Rolle im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. «Und er liebt sie über alles. Deswegen macht er sich auf die Reise.» Krüger packt also drei Gläser mit Bockwürsten in den Koffer und fährt gemeinsam mit seinen Freunden Ecki (Jörg Gudzuhn) und Bernd (Fritz Roth) aus der Berliner Stammkneipe «Am Flachbau» los.

Angekommen im Süden reiht sich erstmal ein komisches Missverständnis ans andere - was unter anderem auf einige Verständigungsprobleme zurückzuführen ist. Denn in Griechenland heißt zum Beispiel «Ne» nicht «Nein», sondern «Ja». Annies Vater Harald alias Bruder Kyrill (Harald Schrott) ist nicht leicht zu finden - und auf ihrer Odyssee durch Griechenland landen Krüger und seine Kumpels unter anderem in einer kuriosen deutschen Aussteigerkommune.

Er selbst sei ähnlich wie Krüger kein Mensch, der gerne verreist, sagt Schauspieler Krause. «Ich komme ja aus der DDR, und ich habe immer Theater gespielt. Und wenn ich dann Urlaub hatte, dann war für mich die Ostsee das Schönste», erzählt er. «Ich weiß nicht, warum die Leute alle so verrückt nach Reisen nach Mallorca oder sonst wohin sind. Wir haben so ein schönes Land. Und ich liebe mein Land. Wir haben doch alles hier. Wir haben Berge, wir haben Seen. Reisen ist nicht so meins.»

Vielleicht habe das auch etwas mit seiner Bodenständigkeit zu tun. «Meine Eltern waren Landwirte. Und Landwirte sind nie verreist, das Vieh musste versorgt werden. Ich habe durch meinen Beruf ja viel gesehen. Ich habe in New York gedreht, ich war beruflich in Spanien und Italien. Privat bin ich nicht so ein Reise-Fritze.»

Auf die vermeintliche Ähnlichkeit zwischen seinen Filmfiguren und seiner eigenen Person angesprochen, meint Krause: «Ich will den Leuten nichts vorspielen. Ich will glaubwürdig sein. Eine Art Vorbild ist da der französische Schauspieler Jean Gabin. Jean Gabin war immer Jean Gabin. Egal was er gemacht hat. Das konnte niemand nachspielen.»

Mit Hosenträger, Schiebermütze und Karohemd zieht Krüger gemeinsam mit seinen Freunden durch Griechenland. Dort werden sie mit ihren eigenen Vorurteilen konfrontiert. Und Ecki kämpft ausdauernd mit dem servierten Tintenfisch: «Ich habe schon Dichtungsringe gegessen, die zarter waren».

Auf Eseln und zu Fuß mit Rollkoffern geht es durch steiniges Gelände - in einem entlegenen Kloster soll Harald angeblich zu finden sein. Mit ihrem gemächlichen Erzähltempo lässt die Komödie den schrulligen und liebenswerten Figuren viel Raum. Davon lebt «Krügers Odyssee». Und am Ende gibt es natürlich ein Happy End.

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