Indie-Supergroup BNQT: Festmahl aus Folkrock und Pop

Fünf renommierte Musiker unter einem Band-Dach - daraus wird jetzt BNQT. Das Supergroup-Konzept erinnert an Cream und Blind Faith, an Crosby, Stills, Nash & Young oder Emerson, Lake & Palmer. Dem BNQT-Debüt hat der Promi-Auftrieb nicht geschadet, im Gegenteil.

Von dpa
Transatlantisches Bündnis: BNQT.
Transatlantisches Bündnis: BNQT. Foto: Bella Union

Berlin (dpa) - Es gibt sie also noch, die in den 60er und 70er Jahren recht häufigen, teils übel beleumundeten «Supergruppen» als Ansammlung berühmter Musiker unter einem gemeinsamen Bandnamen. Zumindest im Indie-Sektor, ganz aktuell mit einer Handvoll namhafter Sänger und Songwriter, die als BNQT antreten.

Die vier Buchstaben stehen für «Banquet», was man in diesem Fall mit Festmahl übersetzen sollte. Denn «Volume 1» ist tatsächlich ein überaus reichhaltiger Ohrenschmaus für Fans von edlem Folkrock und ambitioniertem Pop sowohl amerikanischer als auch britischer Prägung.

Diese transatlantische Mixtur verwundert kaum, wenn man weiß, wer dahinter steckt: die beiden Schotten Fran Healy (Travis) und Alex Kapranos (Franz Ferdinand) sowie die US-Musiker Ben Bridwell (Band Of Horses), Jason Lytle (Grandaddy) und Eric Pulido (Midlake). Letzterer brachte auch gleich seine versierte Band mit ins Studio, um den BNQT-Songs einen von Midlake gewohnten, üppigen und verträumten Westcoast-Folkrock-Touch zu verpassen.

Aber es ist bei weitem nicht nur eine Aneinanderreihung hinlänglich bekannter Klischees, was auf diesem Debüt zu hören ist. Schon die unterschiedlichen Stimmen sorgen für Abwechslung - jeder der fünf BNQT-Promis singt oder dominiert auf zwei der zehn Stücke. «Das ist für mich Kunst - kreativ sein mit Leuten, die man sehr mag und schätzt», sagt Pulido über das offenkundig von viel gegenseitiger Sympathie und Spielfreude getragene Konzept.

Wie ein schnödes Cash-in-Produkt wirkt diese gut 42-minütige, fantastisch produzierte, an diverse Pop-Klassiker erinnernde Platte also ganz und gar nicht. BNQT legen einen vor Energie und Melodienreichtum nur so strotzenden Hybriden aus T. Rex, Wings, 10cc, Eagles und Steely Dan vor, der wie ein Greatest-Hits-Album klingt. Da freut man sich doch schon auf «Volume 2».

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