Ambitionierte Mixtur Neues Album und «XJazz»: Studnitzky im Stress

Rund 80 Acts zwischen Pop, Electro und natürlich Jazz treffen sich Anfang Mai in Berlin. Einer davon: Sebastian Studnitzky, Kurator des Festivals «XJazz 2017» und zugleich mit eigener neuer Platte am Start.

Von dpa
Ambitionierte Mixtur : Neues Album und «XJazz»: Studnitzky im Stress
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Berlin (dpa) - Eines der jüngsten und wohl auch hipsten deutschen Jazzfestivals nimmt am ersten Mai-Wochenende wieder viele Clubs von Berlin in Beschlag: Das vierte «XJazz», erneut künstlerisch betreut vom Pianisten und Trompeter Sebastian Studnitzky.

Da trifft es sich gut, dass der 44-jährige Wahl-Berliner mit «KY organic» (Contemplate/Finetunes/Cargo) ein frisches Album draußen hat. Am 6. Mai stellt Studnitzky im Lido seinen neuen, elektronischeren Sound im Rahmen von «XJazz» vor.

Nach  «KY - Do Mar» (2012), «KY - The String Project» (2013) und der prachtvollen Kammerjazz-Platte «Memento» (2015) sind die neun Tracks des insgesamt siebten Studnitzky-Albums wieder sehr abwechslungsreich - und dabei zugänglicher und tanzbarer denn je. Lässige Grooves wie in «C'mon Move», «Milad» oder «Raimundo» verschmelzen mit dahingehauchten Trompetentönen und perlenden Klavierparts zu einer federleichten und doch ambitionierten Mixtur, die gelegentlich von Minimal-Techno beeinflusst scheint.

Melancholische Pianoballaden wie das abschließende «Aviso» runden den positiven Gesamteindruck von «KY organic» ab. Studnitzky, der an der Dresdner Hochschule für Musik lehrt, bestätigt damit seinen Ruf als einer der wichtigsten deutschen Mainstream-Jazzer.

Auch als künstlerischer Leiter von «XJazz 2017» hat der 1972 im Schwarzwald geborene Multiinstrumentalist wieder ganze Arbeit geleistet. Vom 3. bis 7. Mai bietet das Festival etwa 80 Acts in diversen kleinen und mittelgroßen Clubs der Hauptstadt - mit einem breiten Verständnis von Jazz, inklusive Pop, Electro, Neoklassik, Worldmusic und Singer-Songwriter.

Der Fokus liegt wieder auf der aktuellen Berliner Szene. «Es gibt keine Stilgrenzen mehr. Man schätzt sich und hat Spaß zusammen», sagt Studnitzky. Die Besucherzahlen für dieses offene Konzept haben sich seit der «XJazz»-Premiere stetig nach oben entwickelt, von rund 10 000 (2014) über 12 500 (2015) auf 14 000 im Vorjahr.

Angesichts des hochkarätigen neuen Programms dürfte sich der Erfolg fortsetzen. Angekündigt sind neben Studnitzky unter anderem die irische Songwriterin Wallis Bird, das großartige Tony Allen Quartet mit einen Tribute-Konzert für den legendären Jazz-Drummer Art Blakey, das aufstrebende Pop-Duo Malky, der polnische Geiger Adam Baldych mit dem Helge Lien Duo, Rolf und Joachim Kühn sowie Techno-Star Pantha du Prince.

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