Reformator vereinnahmt Berliner Ausstellung über Martin Luther und die Nazis

Dokumente, Fotos und Flugschriften zeigen, wie sich ein Teil der evangelischen Kirche und die Nazis immer näher kamen. Nur ein kleiner Teil der Protestanten versuchte damals, sich als «Bekennende Kirche» gegen die «Deutschen Christen» zu stellen.

Von dpa
Blick in die Ausstellung «Überall Luthers Worte..."».
Blick in die Ausstellung «Überall Luthers Worte..."». Foto: Gregor Fischer

Berlin (dpa) - Martin Luther und die Nazis - zum Reformationsjubiläum zeichnet eine Ausstellung in Berlin das Verhältnis des NS-Regimes zur evangelischen Kirche nach.

«Überall Luthers Worte...»: Mit dem Zitat des Theologen und NS-Gegners Dietrich Bonhoeffer als Titel dokumentiert das Ausstellungszentrum «Topographie des Terrors» von diesem Freitag an (bis 5. November), wie sich die deutschen Protestanten gegenüber dem Hitler-Regime verhielten und diese Nähe auch mit den Texten Luthers begründeten.

Bereits kurz nach Hitlers Machtantritt 1933 nutzte das Regime den «Tag von Potsdam» im März und die Feiern zu Luthers 450. Geburtstag im November, um den Reformator als ideologischen Vorreiter zu vereinnahmen. Die Ausstellung schildert mit Dokumenten, Fotos und Flugschriften, wie sich ein Teil der evangelischen Kirche und die Nazis immer näher kamen.

Nur ein kleiner Teil der Protestanten versuchte, sich als «Bekennende Kirche» gegen die «Deutschen Christen» zu stellen. Die NS-nahen «Deutschen Christen» sahen im «Dritten Reich» die «Vollendung der deutschen Reformation».

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