Krieg und Cabaret am Neckar 34. Stückemarkt beginnt in Heidelberg

Der Stückemarkt des Heidelberger Theaters spezialisiert sich auf die Entdeckung von Talenten. Längst hat sich das Festival zum beliebten Treffpunkt entwickelt. Diesmal stehen Krieg und Flucht im Zentrum.

Von dpa
Den Heidelberger Stückemarkt gibt es seit 1984.
Den Heidelberger Stückemarkt gibt es seit 1984. Foto: Uwe Anspach

Heidelberg (dpa) - Theaterkunst aus einem Kriegsgebiet in Europa: In Heidelberg präsentiert sich die Konfliktregion Ukraine von diesem Freitag an als Gastland beim 34. Stückemarkt.

Bis zum 7. Mai setzt sich das Festival mit der Frage auseinander, was Kultur in unruhigen Zeiten kann und darf, wie Leiter Holger Schultze sagte.

Zur Eröffnung läuft das Stück «Beben» von Maria Milisavljevic. Die 1982 geborene Dramaturgin aus Arnsberg gewann im vergangenen Jahr den Autorenpreis des Stückemarkts. In mehreren Erzählsträngen zeigt die Kleist-Förderpreisträgerin (2013), wie virtuelle und reale Gewalt in der Gegenwart zusammenfließen.

Auf besonderes Interesse dürfte auch das Stück «Empire» stoßen, der Abschluss der Europa-Trilogie des Schweizer Regisseurs Milo Rau über Krieg, Vertreibung und Migration. Um den mit 10 000 Euro dotierten Autorenpreis bewerben sich in diesem Jahr sechs Theatertexte.

Aus dem Gastland Ukraine hat sich vor allem Wlad Troizki einen Namen gemacht. Seit 1994 existiert in der Hauptstadt Kiew unter der Führung des 52-Jährigen das Zentrum «Dach» für moderne Kunst. Hier entstanden auch 2012 die Dakh Daughters, eine stilistisch schwer einzuordnende Band. Die sieben Frauen des oft als «Freak-Cabaret» bezeichneten Ensembles treten bevorzugt mit weiß geschminkten Gesichtern auf.

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