Reformation Tilman Röhrig über Martin Luther und Thomas Müntzer

Im Historienroman «Die Flügel der Freiheit» werden die ursprünglichen Brüder im Geiste der Reformation als unversöhnliche Gegner dargestellt. Zarte Liebe gibt es auch.

Von dpa
Ein Denkmal Martin Luthers in Eisleben.
Ein Denkmal Martin Luthers in Eisleben. Foto: Hendrik Schmidt

München (dpa) - Zum Reformationsjahr 2017 veröffentlicht der Autor sehr erfolgreicher Historienromane, Tilman Röhrig, ein Buch um Martin Luther. «Die Flügel der Freiheit» beginnt mit dem Jahr 1522, als Luther die Wartburg verlässt, und endet im Sommer 1525 mit der Niederschlagung der Bauernaufstände.

Luther und Thomas Müntzer sind unversöhnliche Gegner, obwohl ursprünglich Brüder im Geiste der Reformation. Während Müntzer auch den sozialen Umsturz anstrebt, ist Luther nur an theologischen Reformen interessiert.

Dazwischen platziert der Autor noch eine zarte Liebesgeschichte. Leider gerät durch diesen unterhaltsamen Ansatz das Buch doch etwas zu oberflächlich. Luthers revolutionäre Ideen spielen nur eine untergeordnete Rolle und erscheinen blass. Müntzer hingegen wird lustvoll und reichlich einseitig als Heuchler und blindwütiger Fanatiker dargestellt. Seine radikale Hinwendung zu emanzipatorischen Ideen, die erst über 200 Jahre später wieder aufgegriffen wurden, findet viel zu wenig Beachtung.

- Tilman Röhrig: Die Flügel der Freiheit, Pendo Verlag, München, 480 Seiten, 20,00 Euro, ISBN 978-3-86612-334-2.

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