Museen Absage für Altenbourg-Preis

Altenburg (dpa) - Der Streit um die Führung des Lindenau-Museums in Altenburg (Thüringen) und die Zukunft des Gerhard-Altenbourg-Preises nimmt an Schärfe zu.

Von dpa
Der Streit um das Lindenau-Museum verschärft sich.
Der Streit um das Lindenau-Museum verschärft sich. Foto: Sebastian Kahnert

Das Landratsamt Altenburg als Träger des Museums bestätigte am Donnerstag dpa-Informationen, wonach die vom Kuratorium für 2016 auserkorene Künstlerin die Auszeichnung wegen der aktuellen Querelen ausgeschlagen habe. Zudem warnte der Bildhauer Olaf Holzapfel die Politik davor, den renommierten Preis und das Ansehen des Museums zu beschädigen. Das Museum dürfe nicht zu einer «politischen Spielwiese» werden, mahnte der Preisträger von 2014.

Hintergrund des Streits ist, dass die Altenburger Landrätin Michaele Sojka (Linke) Änderungen am Konzept der Auszeichnung plant. Außerdem will sie den Vertrag von Direktorin Julia M. Nauhaus, der im Sommer ausläuft, nicht verlängern. Die 40 Jahre alte Kunsthistorikerin und Germanistin steht seit Mitte 2012 an der Spitze des Hauses.

Der Altenbourg-Preis ist benannt nach dem Maler und Grafiker Gerhard Altenbourg (1926-1989). Das Museum verfügt über einen großen Bestand seiner Werke. Im November jährt sich sein Geburtstag zum 90. Mal. Die Auszeichnung wird bisher im Zwei-Jahres-Rhythmus vergeben. Diskutiert wird nun, den Turnus zu verändern. «Künftig soll mehr Wert gelegt werden auf die Vermarktung des Preises und des Preisträgers, um letztlich auch die Bekanntheit des Museums zu steigern und mehr Besucher zu generieren», teilte das Landratsamt auf Anfrage mit.

Der neue Kurs soll bei der Kuratoriumssitzung Ende November eine hitzige Diskussion entfacht haben. Aus Protest hatten am Mittwoch fünf Mitglieder - darunter namhafte Museumsleiter - ihren Austritt erklärt.

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