Autor Klaus-Peter Wolf liest im Arnoldinum
Ostfriese aus Gelsenkirchen

Steinfurt -

Kriminalromane gehören zu der meist gelesenen Auswahl bei Büchern. Kriminalautoren gibt es eine Menge, doch Klaus-Peter Wolf gehört zu denen, die nicht nur in Deutschland, sondern auch in Frankreich und Polen gelesen werden. Seine Bücher sind bekannt und beliebt. Am Freitagabend war er zu Gast im Arnoldinum. Rund 500 Menschen waren gekommen, um ihn live zu erleben. Das freute nicht nur Dr. Peter Krevert, auf dessen Initiative die Lesung zu Stande gekommen ist, sondern auch das Kulturforum und die Stadtbücherei sowie deren Förderverein.

Sonntag, 19.05.2019, 15:00 Uhr aktualisiert: 20.05.2019, 16:38 Uhr
Klaus-Peter Wolf (2.v.l.) begeisterte bei seiner Lesung im Arnoldinum am Freitagabend. Zur Freude von Dr. Peter Krevert vom Kulturforum sowie von Stadtbüchereileiter Kai Dönneweg und Stadtbücherei-Fördervereinsvorsitzenden Rainer Nix (v.l.). Foto: aro

Der 1954 geborene Klaus-Peter Wolf kennt sich zwar bestens aus an der Nordseeküste, aber er ist kein friesischer Jung. Er stammt aus Gelsenkirchen. Inzwischen ein grauhaariger, zarter Mann, der hinreißend lachen kann. Auffallend ist sein Talent, Menschen mitzunehmen in seine Geschichten. Freundlich lächelnd, mit ausgebreiteten Armen, betrat er das Podest, um mit kleinen Episoden über sich, seine Bücher und seine Auftritte das Publikum zu begeistern.

Zu Beginn seiner Karriere sei er mal in Ostfriesland aufgetreten, wobei seine Zuhörer open air vor ihm gesessen hätten. Gewundert habe er sich, dass sie bei dem einsetzenden Wolkenbruch stoisch draußen geblieben wären, nur das Bierglas hätten sie mit der Hand abgedeckt. Besorgt habe er nachgefragt. Darauf sei einer aufgestanden mit den Worten: „Wir sind Ostfriesen.“

Seine Frau, die Sängerin Bettina Göschl, musste er entschuldigen, sie ist krank geworden. Sie verfasst Kinderbücher wie die „Nordseedetektive“. Gleichzeitig ist sie seine Kritikerin und Muse. Als Kritikerin macht sie ihn auf etwaige Unstimmigkeiten in Texten aufmerksam. Als Muse inspiriert sie ihn, seiner Protagonistin Ann-Kathrin Klaasen liebenswerte Eigenschaften zu verleihen. So sammeln beide Bilderbücher. „Ich schöpfe nur in mir, sonst nichts“, beteuert er beim Erzählen über das Schreiben. Großer Applaus von den Fans. Seine Romane schreibt er in eine Kladde mit dem Füller. Immer auf der rechten Seite, sodass auf der linken Platz für Korrekturen bleibt.

Beim Schreiben „kommt er runter“, wird ruhig und konzentriert. Etliche Drehbücher für Tatorte und Krimis stammen aus seiner Feder. Zurzeit verfilmt das ZDF den Krimi „Ostfriesen Nacht“. Namhafte Schauspielerinnen wie Christiane Paul setzten Ann-Kathrin Klaasen in Szene. Diesmal wird es Julia Jentsch sein. Gejagt wird ein Frauenmörder, der seine Opfer in ihren Ferienwohnungen überfällt. Gruseln pur, schon bei der Lesung. Keine Frage, Klaus Peter Wolf hat es in der Literaturszene geschafft, er produziert Suchtstoff. Dafür hat man ihm Preise verliehen, darunter den Erich-Kästner-Preis und den Anne-Frank-Preis. Schon mit acht Jahren wollte er Schriftsteller werden.

Deshalb kann er es sich leisten, einen sympathischen Serienkiller zu erfinden, der von den Fans geliebt wird. Bis jetzt existieren drei Bände über ihn.

Was gefällt einem geistreichen und humorvollen Menschen wie Wolf an einem einfühlsamen Killer? Über den mörderischen Dr. Sommerfeldt sagt er: „Ich liebe es, mich in meine Figuren zu versenken. Ich finde ihn gut, aber manchmal habe ich Angst vor ihm. Ich nehme ja seine Perspektive ein. Meine Frau merkt sofort, in welcher Figur ich gerade stecke, weil sich dann angeblich meine Körperhaltung verändert.“

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