Frauen demonstrieren für Reformen in der Kirche
„Immer noch draußen“

Borghorst -

Die Katholischen Frauengemeinschaften (Kfd) der Pfarrei St. Nikomedes machen mobil. Über 100 Frauen, einige Männer sowie Mechthild Upmann vom Pfarreirat konnte Gundula Winkelmann am Freitagnachmittag im Rahmen der Aktion „Maria 2.0“ vor dem Hauptportal der Nikomedes­kirche begrüßen. „Wir zeigen der Kirche damit, dass wir immer noch draußen sind“, unterstrich sie.

Freitag, 17.05.2019, 18:30 Uhr aktualisiert: 20.05.2019, 16:38 Uhr
Über 100 Frauen demonstrierten am Freitagnachmittag für Reformen in der Katholischen Kirche. Zum Abschluss der Kundgebung unterschrieben viele eine Liste mit den Forderungen. Foto: Karl Kamer

Viele Frauen waren in weiß gekommen. Mit Blumen geschmückte weiße Banner auf dem Pflaster und an der Kirchentür wiesen auf das Motto „Unser Freitag für die Zukunft der Kirche“ hin.

Die Frauen machten mit ihrer Aktion auf die Probleme der Kirche aufmerksam. Sie wiesen auf ihre Anliegen und Forderungen hin, um für einen neuen Weg der Kirche zu kämpfen sowie gemeinsam zu beten und zu singen.

Nicht mehr länger wollen die Frauen als „Gläubige zweiter Klasse“ behandelt werden, die auf Grund ihres Geschlechts keinen Zugang zu den kirchlichen Ämtern haben. Nicht länger wollen sie sich mit einer kirchlichen Sexualmoral zufriedengeben, die die Lebensrealität der meisten Gläubigen völlig ignoriert. Sie wollen sich nicht mehr mit den Strukturen der Katholischen Kirche zufriedengeben, die viele Missbrauchsfälle erst ermöglichten, weil das Handeln der Täter vertuscht und gedeckt wurde.

Ein stillschweigendes Verlassen der Katholischen Kirche ist für die Frauen keine Option, weil sie hier beheimatet sind, weil ihnen so viel an ihr liegt. Ein neuer Weg soll für die Frauen, den heranwachsenden Kindern und nachfolgenden Generationen nicht nur erträglich sein, sondern Freude machen, in der Kirche zu bleiben.

Mit ihrer Aktion beklagen die Frauen die bekannten Fälle von Missbrauch und Verletzungen jeglicher Art in der Kirche und den Umgang damit. Sie widersetzen sich den Vertuschungen und Verdunklungen durch Amtsträger und fordern glaubhafte Entschuldigungen und echte Hilfe für alle, denen Gewalt, in welcher Form auch immer, angetan wurde.

„Wir wollen unsere Fassungslosigkeit, Enttäuschung und Wut ausdrücken, wie unsere Kirche mit diesen Taten und Vertuschungen umgeht. Es ist fünf vor zwölf in der Katholischen Kirche. Unsere Forderungen können nur in Taten umgesetzt werden, wenn wir nicht nur träumen, sondern handeln. Unser Traum von einer Aufarbeitung und Erneuerung wird nicht wahr, wenn wir auf den Papst und die Bischöfe warten. Wahr wird er nur, wenn wir selbst handeln“, betonte Christel Dephoff.

Die Frauen fordern: Kein Amt mehr für diejenigen, die andere geschändet haben an Leib und Seele, oder diese Taten geduldet oder vertuscht haben. Die selbstverständliche Überstellung der Täter an weltliche Gerichte und uneingeschränkte Kooperation mit den Strafverfolgungsbehörden, um die Missbrauchsfälle vollständig aufzudecken. Den Zugang von Frauen zu allen Ämtern der Kirche, die Aufhebung des Pflichtzölibats, das Ende der kirchlichen Sexualmoral und die Ausrichtung an der Lebensrealität der Menschen. Ihre Position haben die Frauen in einem offenen Brief an Papst Franziskus formuliert.

Nachdem Lisa Lindenbaum die Fürbitten formuliert hatte, lud Eugene Rö­schenkemper dazu ein, sich als Zeichen der Solidarität die Hände zu reichen. Anschließend konnten die Teilnehmer auf einer Liste die Forderungen unterschreiben.

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