Am Montag tritt eine neue Schulleiterin den Dienst an der Heinrich-Neuy-Schule an
„Wir können nicht bei Null starten“

Borghorst -

Am kommenden Montag beginnt an der Heinrich-Neuy-Schule ein neues Kapitel: Nach längerer Vakanz wird die Stelle der Schulleitung wieder besetzt, vier Wochen früher als ursprünglich geplant.

Freitag, 04.01.2019, 20:00 Uhr aktualisiert: 06.01.2019, 14:08 Uhr
In der Heinrich-Neuy-Schule gehen die Wünsche derzeit auseinander: Die einen wollen bei Null anfangen und die vor den Herbstferien aufgekommenen Themen vergessen, die anderen wollen zuerst eine grundlegende Aufarbeitung der Vorfälle. Foto: Axel Roll

Nach der Aufregung um eine Lehrerin, die ihre Schüler wiederholt körperlich angegangen haben soll – und die seit den Herbstferien nicht mehr an der Schule unterrichtet –, wäre das eigentlich eine gute Gelegenheit für Eltern, Schüler und Lehrer, wieder bei Null anzufangen. So würde es auch das Schulamt des Kreises am liebsten sehen.

Viele Eltern von Kindern der Klasse 3b, die den Stein um die Lehrerin ins Rollen gebracht hatten, sehen das aber ganz anders: „Als Eltern können wir uns nur fragen, wie das ohne eine Aufarbeitung der Ereignisse geschehen soll“, sagt Thomas Kortmann, der Vater eines der Kinder in der 3b.

Mehrfach hätten er und andere Eltern versucht, Gespräche mit Lehrern der Schule zu führen. „Vergeblich, das wurde verweigert“, bedauert Kortmann. Mehr noch: Den Eltern sei gesagt worden, dass es auch keine Diskussion bei einem Elternabend geben werde. „Und dass mit der neuen Schulleiterin nicht über diese Themen gesprochen werden soll“, sei gar versucht worden, ihnen einen Maulkorb zu verpassen.

Einige Eltern vermuten deshalb, dass über die im Herbst bekannt gewordenen Vorfälle, die teilweise schon Jahre zurückliegen, einfach nur möglichst schnell Gras wachsen soll – auch, weil zumindest einige Lehrer von den Übergriffen gewusst und ihre Kollegin immer wieder gedeckt hätten. „Da wurde stündlich das Schulrecht mit Füßen getreten“, ist Kortmann überzeugt. Sowohl gegen die kommissarische Schulleiterin als auch gegen eine Mitarbeiterin der Schulaufsicht seien mittlerweile Anzeigen wegen Strafvereitelung im Amt gestellt worden. „Sicherlich ist nachvollziehbar, dass die Eltern der Kinder der Klasse 3b nicht der Meinung sind, dass wir nach den Weihnachtsferien bei Null starten können“, wirbt Thomas Kortmann um Verständnis für die Forderung nach einer gemeinsamen Aufarbeitung der Ereignisse der vergangenen Monate, die von einem externen Moderator begleitet werden soll. Nur so könne seiner Meinung nach ein echter Neustart für das Schulleben beginnen.

„Unsere große Hoffnung ist, dass die neue Schulleiterin einen großen neuen Besen mitbringt und dass mit ihr eine bessere Kommunikation möglich ist“, steht auf dem nachweihnachtlichen Wunschzettel Kortmanns und anderer Eltern ganz oben.

Ob der Wunsch aber erfüllt werden kann, dessen ist er sich nicht sicher: „Dass sie imstande ist, die gewachsenen, von der Schulaufsichtsbehörde bestätigten Strukturen aufzubrechen, wage ich zu bezweifeln.“

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