Was macht eigentlich ein Betreuer?
Als wär‘s der eigene Vater

Steinfurt -

Eigentlich kann es jeder, „der lesen und schreiben kann“, sagt Dietmar Sörries. „Ein bisschen Empathie wäre vielleicht nicht schlecht.“ Es macht aber nicht jeder. Barbara Roters und Manuel Pottmeier können ein Lied davon singen. Sie suchen nach Menschen, die es können und wollen. Worum es geht? Betreuung. Das ist in diesem Fall eine rechtlich genau umrissene Tätigkeit. Betreuer helfen geistig oder körperlich eingeschränkten Männern und Frauen, ihre Angelegenheiten zu regeln.

Mittwoch, 02.01.2019, 16:46 Uhr
Barbara Roters und Manuel Pottmeier (r.) vom Betreuungsverein des Caritasverbandes helfen ehrenamtlichen Betreuern wie Dietmar Sörries. Zurzeit sind das 140. Foto: Axel Roll

Oft geht es ums Finanzielle oder die Gesundheit. „Das sind die big points“, so Dietmar Sörries, der als ehrenamtlicher Betreuer schon einige Jahre Erfahrung gesammelt hat. Was das im Einzelfall so alles ist, regelt das Amtsgericht, das auch für die Bestellung eines Betreuers verantwortlich ist.

Barbara Roters und Manuel Pottmeier arbeiten für den im Caritasverband eingebetteten Betreuungsverein. Das heißt, sie betreuen selbst, stehen aber auch den Ehrenamtlichen mit Rat und Tat zur Seite. Der Verein feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen. Er unterstützt mittlerweile 140 ehrenamtliche Betreuer in sieben Gemeinden.

Bei Dietmar Sörries war es der Wunsch, sich sozial zu engagieren. „Das hört sich vielleicht ein bisschen abgedroschen an. Aber es war so.“ Bereut hat es der 55-Jährige noch nie. „Man bekommt eine Menge zurück. Außerdem lernt man Demut, wenn man sieht, wie einige Menschen zurechtkommen müssen.“ Oftmals haben die Betroffenen kaum soziale Kontakte.

Darum ist es dem Ehrenamtlichen wichtig, den Schriftverkehr mit Ämtern und Behörden oder die Vermögensangelegen nicht nur von zu Hause aus, also quasi im Hintergrund zu regeln. „Ich fahre regelmäßig, meistens einmal im Monat, zu den Personen hin und schaue nach dem Rechten.“

Sind es in der Regel die ganz normalen Dinge des Alltags, Strom, Heizung, Versicherung, Telefon, um die sich der Betreuer kümmern muss, stehen manchmal auch schwere Entscheidungen an. Dietmar Sörries erinnert sich an einen Heiligen Abend, als er entscheiden musste, ob sein Klient ein Bettgitter bekommt oder nicht. Manchmal ist der Betreuer aber auch gefragt, wenn es um medizinische Fragen geht. Operation ja oder nein? Dietmar Sörries: „Ich entscheide so, als wenn es mein eigener Vater oder meine Mutter wäre.“

Unterm Strich, weiß Manuel Pottmeier, bleibt die Arbeit als Betreuer im überschaubaren Rahmen. „Die schwierigen Fälle übernehmen wir.“ Zu den regelmäßigen Tätigkeiten zählt der jährliche Betreuungsbericht für das Amtsgericht.

Generell, betont Barbara Roters, geht es darum, die Betreuten so selbstständig wie eben möglich handeln zu lassen: „Das Ziel ist es, dass der Betreuer irgendwann wieder überflüssig wird.“ Das werde in regelmäßigen Abständen vom Amtsgericht überprüft.

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Wer sich vorstellen kann, eine ehrenamtliche Betreuung zu übernehmen, kann sich beim Caritasverband Steinfurt unter Telefon 0 25 52/70 60 melden.

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