Verfahren gegen 45-jährigen Steinfurter Kinderpornografische Dateien fielen bei PC-Wartung auf

Steinfurt -

Der Anklagevorwurf gegen den 45-jährigen Steinfurter am Dienstag vor dem Amtsgericht wog schwer: Den Besitz von Bildern und eines Videos mit kinderpornografischen Darstellungen hielt der Staatsanwalt dem arbeitslosen Ingenieur vor.

Verfahren gegen 45-jährigen Steinfurter: Kinderpornografische Dateien fielen bei PC-Wartung auf
(Symbolbild) Foto: dpa

Bei der Wartung seines PC bei einem Computerhändler waren diesem drei Bilddateien mit eindeutigem Inhalt aufgefallen. Die daraufhin hinzugezogene Polizei durchsuchte wenig später die Wohnung des 45-Jährigen und wurde bei einem zweiten in seinem Besitz befindlichen PC erneut fündig. Auf der Festplatte befanden sich weitere 24 Bilddateien und eine Videodatei mit kinderpornografischen Inhalten. Beide PCs sind von der Polizei eingezogen worden.

„Ich bin nicht pädophil"

Vor Gericht gab der Angeklagte an, dass er zwar auf Internetseiten mit pornografischen Inhalten unterwegs gewesen sei, nicht aber auf solchen Seiten, bei denen Kinder involviert sind. „Ich bin nicht pädophil“, so der 45-Jährige gegenüber dem Richter.

Der weitere Verlauf der Verhandlung drehte sich um die Frage, ob der Angeklagte besagte Dateien, womöglich unbeabsichtigt, „nur“ angesehen oder sie auch bewusst abgespeichert hat. Zumindest bei dem zweiten sichergestellten Rechner ist diese Frage bei den Ermittlungen der Polizei bislang offen geblieben. Bei dem PC, der beim Händler gewartet wurde, steht dagegen fest, dass die dort gefundenen Dateien lediglich im Zwischenspeicher („Cache-Speicher“) des Rechners hinterlegt waren.

Der Angeklagte beteuerte, in keinem Fall solche Dateien bewusst abgespeichert zu haben. Mit den Bildern direkt konfrontiert, sagte er: „Die kenne ich nicht.“ Mit der Ausnahme eines Bildes, das ein nacktes Mädchen mit langen Haaren zeigt, welche ihre Brüste bedecken.

Angeklagter weist Vorwürfe zurück

Zu weiteren Bildern von jungen Frauen, die auf dem PC gefunden worden waren, sagte der Angeklagte: „Die habe ich zufällig beim Ausprobieren meiner neuen Kamera gemacht.“

Da die Videodatei eine recht umfangreiche Größe aufwies, fragte der Staatsanwalt in diesem Fall nochmals explizit nach, ob der Angeklagte diese bewusst gespeichert habe. Daraufhin verweigerte dieser die Aussage.

Zur weiteren Klärung der Frage, ob die Dateien tatsächlich nur im Cache-Speicher zwischengespeichert oder wissentlich auf der Festplatte abgelegt wurden, setzte der Richter das Verfahren zunächst aus. Bei der Neuansetzung sollen auch die Polizisten gehört werden, die die Rechner des Angeklagten untersucht haben. Dabei machte der Richter deutlich: „Eine Ablage im Zwischenspeicher ist für mich bereits eine Besitznahme, wobei das bewusste Abspeichern eine noch ganz andere Dimension hat.“

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